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Theatergruppe „Märkisch Hoffnungsland“ bereitet zehntes Stück vor / Eintrittsgelder für gemeinnützige Zwecke

Theater
Dramatik baut sich langsam auf

Vorbereitung auf neues Stück: Waltraut Fischer (links sitzend), unter anderem Autorin, Regisseurin und Bühnenbildnerin, stellt dem Theaterensemble „Märkisch Hoffnungsland“ das neue Stück und das neue Bühnenbild vor.
Vorbereitung auf neues Stück: Waltraut Fischer (links sitzend), unter anderem Autorin, Regisseurin und Bühnenbildnerin, stellt dem Theaterensemble „Märkisch Hoffnungsland“ das neue Stück und das neue Bühnenbild vor. © Foto: MICHAEL ANKER
Michael Anker / 13.12.2018, 07:30 Uhr - Aktualisiert 13.12.2018, 18:30
Schiffmühle (MOZ) Seit etwa acht Jahren bespielt die Laien-Theatergruppe „Märkisch Hoffnungsland“ Orte, vornehmlich Kirchen, in der Region. Der Begriff Laien sollte in diesem Zusammenhang nicht missverstanden werden

Die sechs Frauen und drei Männer um Waltraut Fischer streben stets ein hohes künstlerisches und inhaltliches Niveau an. Schon in der Auswahl der Themen wird dies deutlich. In jedem Jahr kommt ein neues Stück zum Repertoire hinzu. Im nächsten Jahr ist es bereits das zehnte.

Im scheidenden Jahr wurde der Zwist einer Dorfgemeinschaft thematisiert. Im anfänglich harmlosen Streit um ein Ei, ging zum Schluss das Dorf in Flammen auf. „Das Stück für das kommende Jahr wird noch brisanter. Das Gute und das Böse stehen sich gegenüber“, verspricht Theaterleiterin Waltraut Fischer. Wieder wird der Zusammenhalt einer kleinen Gemeinschaft auf die Probe gestellt. In diesem Fall dient die moralische Verantwortung der Rüstungsindustrie als Hintergrund, die Gier nach Reichtum und die Stellung jedes einzelnen hierzu. Fragen werden gestellt: „Woran erkennt man Gerechtigkeit oder Ungerechtigkeit“ oder „Wie erreicht man Weisheit durch Demut“?

Waltraut Fischer, die auch das Bühnenbild entwirft und die Kostüme näht, stellte ihren Text in der vergangenen Woche erstmals dem Ensemble in Schiffmühle vor. Der Arbeitstitel lautet bisher „Sieben Tage“. Die teils drastischen Szenen gingen auch an einigen Schauspielerinnen nicht spurlos vorüber. In den sieben Akten werden diese Szenen nicht vorgespielt, sondern ausschließlich gesprochen. „Die Gefährlichkeit des Stoffes soll sich langsam aufbauen“, sagt Waltraut Fischer, die selbst auch eine kleine Rolle übernehmen wird. Viel Textarbeit steht den Schauspielern bis zur Premiere im kommenden Frühjahr bevor. Inspiration für ihren Text fand Waltraut Fischer in verschieden literarischen Quellen. Ihr Bühnenbild wird eher sparsam ausfallen und besteht im Wesentlichen aus sieben Stelen vor schwarzem Hintergrund, die sieben Tage repräsentieren. Geräusche sollen eine große Rolle spielen, um die Dramatik des Theaterstücks  zu unterstützen.

Das Treffen im Gemeindehaus Neutornow diente dem Ensemble aber auch dazu, das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen. Bei einem weihnachtlichem Buffet wurde Zahlen präsentiert: dreizehn Vorstellungen spielte „Märkisch Hoffnungsland“ vor bis zu 80 Zuschauern.

Die Schauspieler spendeten ihre Einnahmen zum größten Teil an bedürftige Einrichtungen. Das Eberswalder Hospiz, der Gnadenhof in Kunnersdorf oder die Evangelische Kirchengemeinde Falkenberg, wo auch die Theaterproben stattfinden, konnten sich über Zuwendungen freuen. Für das Dach der Kirche in Wriezen gab es nach der dortigen Vorstellung 220 Euro und in Berlin wurde zusätzlich eine Benefizvorstellung gespielt. So vergab die Theatergruppe „Märkisch Hoffnungsland“ insgesamt etwa 2000 Euro für gute Zwecke.

Fünf der Ensemblemitglieder haben bereits das Rentenalter erreicht, die anderen proben und spielen neben ihrer Arbeit. Bedenkt man die Zeit für Treffen, Proben und dann für die Auftritte, gehen viele Wochenenden ins Jahr, die mit Theaterarbeit erfüllt sind. Wohlgemerkt, das alles ehrenamtlich.

Ein wenig Enttäuschung machte sich dann bei den Schauspielern auch Luft, weil das Theater bei der Auszeichnung der Ehrenamtler der Stadt Bad Freienwalde bisher nicht berücksichtigt wurde.

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