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Einrichtung spart bei Plusgraden Heizkosten / Leiter Peter Wilberg freut sich über jetzt schon ausgebuchtes Feriendorf

Oderbruchzoo
Milder Winter beschert viele Gäste

Steffen Göttmann / 18.01.2019, 07:00 Uhr
Altreetz (MOZ) Dem Oderbruchzoo Altreetz kommt das milde Winterwetter gelegen. Denn so bleibt die Zahl der Besucher konstant. Zu den Stammkunden zählt die Kita Altreetz, die mindestens einmal pro Woche zu Gast ist, wie auch die Schule. Zudem spart der Zoo Heizkosten.

„Wir müssen uns keine Sorgen wegen der Wasserversorgung der Tiere machen“, sagt Zoochef Peter Wilberg und lehnt sich zurück. Bei tiefen Frost seien die Mitarbeiter hoch angespannt, weil alle 20 Minuten die Wassertränken einfrieren. Dies sei jetzt nicht der Fall. „Die Tiere fühlen sich sichtlich wohl, wenn die Temperaturen etwas gemäßigt sind“, fügt er hinzu.

Die Besucher spielen eine wichtigere Rolle im Zooalltag, als es vielen von ihnen bewusst ist. „Die Tiere sind die Besucher gewohnt, sie wecken ihre Neugier und freuen sich, wenn man ihnen über den Kopf streichelt“, so Peter Wilberg. Besucher bringen willkommene Abwechslung.

Wie vertragen die Tiere den bald wieder zu erwartenden Frost? „Wir haben nur noch winterharte Tiere, das trifft auch auf die Affen zu“, sagt der Chef des Oderbruchzoos. Die Rhesus-Affen kommen auch bei Frost heraus, ihre Häuser sind jedoch beheizt. Hart im Nehmen seien die Japan-Makaken. Diese Affenart ist ihrer Heimat dafür bekannt, dass sie den Winter über warme Quellen aufsuchen und darin baden oder sich draußen einschneien lassen. „Sie sind absolut winterhart“, versichert Peter Wilberg.

Die Luchse sucht man inzwischen vergeblich im Zoo. Ihre Haltung sei für die Einrichtung zu teuer gewesen, denn sie brauchen täglich frisches Fleisch. Ohnehin habe der Zoo die Zahl der Tiere auf 50 gesenkt. Das reiche völlig aus. „Für die Besucher ist die Zahl der Tiere nicht wichtig. Sie legen Wert auf das Umfeld, dass genügend Sitzbänke und eine funktionierende gastronomische Betreuung da sind“, betont der  82 Jahre alte Zooleiter, der noch lange nicht ans Aufhören denkt. Denn der Oderbruchzoo ist sein Leben.

Zum eigentlichen Mittelpunkt des Parks habe sich die Zoo-Baude entwickelt. Im dem gemütlichen Holzhaus treffen sich regelmäßig Rentner, Bürgermeister und andere Gruppen. „Das ist unser gesellschaftliches Zentrum geworden“, unterstreicht Peter Wilberg.

Nach dem Bau des neuen Unterstands für die Kamele im vergangenen Jahr wird der Zoo in dieser Jahr keine weiteren Investitionen in Angriff nehmen. Ein Renner ist das Feriendorf für behinderte Menschen. „Wir waren im vergangenen Jahr ausgebucht und sind auch im neuen Jahr schon wieder ausgebucht“, sagt der Zoochef nicht ohne stolz. Die Gäste kommen meist aus Berlin, Frankfurt (Oder) und Seelow, aber auch aus Eberswalde und Bernau, dem Landkreis Barnim also. In der Regel kommen sie in Gruppen mit acht bis zwölf Mitglieder. Seien es mal 20, könne auch aufgebettet werden. Wobei die Träger der der Behinderteneinrichtungen es schätzen, dass das Feriendorf nicht über Doppelstockbetten verfügt. „Wie sollten Behinderte denn auch da hinauf kommen?“, fragt Peter Wilberg eher rhetorisch.

Attraktion für alle Gruppen sei nach wie vor der Spielplatz. Ebenso wie das Feriendorf sei er aus Mitteln der Europäischen Union gebaut worden. Insgesamt eine Millionen Euro seien aus Brüssel geflossen. „Ohne die Europäische Union wäre der Zoo nicht das, was er heute darstellt“, betont Peter Wilberg. „Es bestärkt die positive Sicht der Bürger auf Europa, wenn sie sehen, was hier alles in den vergangenen Jahren entstanden ist.“

Ganz wichtiger Partner und auch im Vorstand des Trägerverein sei die Agrargenossenschaft Altreetz, von der der Zoo das Futter bezieht. Raufutter wie Heu und Stroh seien so viel eingelagert, dass es über den Winter bis zum Frühjahr reicht. Saures Saftfutter aus dem Silo liefere der landwirtschaftliche Betrieb dagegen seit vielen Jahren zuverlässig jeden Tag. Weitere wichtige Partner seien der Landkreis Märkisch-Oderland und das Amt Barnim-Oderbruch, ohne deren Zuschüsse es den Zoo nicht mehr gäbe.

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