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Stadt Bad Freienwalde präsentiert Konzept bei Foyergespräch / Kurstädter geißeln Ziele als unrealistisch

Konzept
Zweifel an Plänen fürs Kurtheater

Steffen Göttmann / 18.01.2019, 07:30 Uhr
Bad Freienwalde (MOZ) Das Kurtheater stand  am Mittwochabend gegen den Willen der Gastgeber im Mittelpunkt des Foyergesprächs in der Konzerthalle. Wegen der mindestens 80 Gäste wurde es jedoch kurzerhand vom Foyer in den großen Saal verlegt.

Trotz der Scharmützel zwischen dem Oberbarnimer Kulturverein und Bürgermeister Ralf Lehmann (CDU) im Vorfeld der Veranstaltung hielt das Stadtoberhaupt an seinem Thema fest und streifte in seinem Vortrag die Stadtentwicklung nur kurz. Davon handelt das Foyergespräch, zu dem der Oberbarnimer Kulturverein als Betreiber der  Konzerthalle  den Bürgermeister stets im Januar einlädt, um über die neusten Entwicklungen zu sprechen.

Dass Ralf Lehmann das Kurtheater in den Mittelpunkt rückte, schmeckte Ingrid Linke, Leiterin der Konzerthalle, überhaupt nicht, sieht sie doch in dem Konzept eine Konkurrenz für ihr Haus. Lehmann  ließ Wolfram Seyfert, Geschäftsführer der Fach & Werk Projektentwicklung GmbH, über das Konzept berichten, das er im Auftrag der Stadt erarbeitet hat. Dies war bereits im Ausschuss für Bildung, Jugend, Kultur, Soziales und Sport, direkt vor dem Foyergespräch durchgefallen. (Lesen Sie dazu den Beitrag auf Seite 15).

Seyfert berichtete aus der langen Tradition des Kurtheaters, das zu DDR-Zeiten 70 000 Besucher anlockte. Er sprach von einem „multifunktionalen Veranstaltungsraum für verschiedene Aktivitäten“. Dort könnten Tanz- und Kulturveranstaltungen verschiedenster Art über die Bühne gehen. Der Saal biete Platz für 320 Stühle. Von 80 Veranstaltungen pro Jahr mit durchschnittlich 225 Gästen war die Rede. Bad Freienwalde benötige ein Hotel, biete aber dem Gast wenig Anreiz für längeres Verweilen. Das Kurtheater habe das Potenzial, diese Lücke zu füllen.  Bad Freienwalde habe durch seinen Status als älteste märkische Kurstadt und historische Anknüpfungspunkte mehr Potenzial als anderen gleichgroße Städte in Brandenburg, erklärte Seyfert.

In der Diskussion wurde deutlich, dass die Bad Freienwalder die aufgetischten Potenziale als zu dick aufgetragen empfanden. Es sei schon außergewöhnlich, wenn eine Stadt mit 8000 Einwohnern ein Theater habe, es sei schier unglaublich wenn eine solche Stadt zwei Theater habe. „Aber wir wollen noch ein drittes Theater haben, das fast fünf Millionen Euro kostet“, machte Detlef Malchow die Rechnung auf. Malchow kritisiert die „falschen Zahlen“. 173 selbstzahlende Kurgäste pro Jahr seien mitnichten ein Potenzial. Die Stadt solle lieber das Schloss kaufen.

Enrico Nehring kritisierte die fehlenden Parkplätze in der Gesundbrunnenstraße. Katja Göcke betonte, dass die 90-prozentige Förderung ein Wunschtraum sei. Ihr Gespräch mit der Investitionsbank ergab, dass eine derartige Spielstätte nur gefördert werde, wenn sie von besonderer überregionaler Bedeutung sei. Dies komme aber eigentlich nicht vor. Ingrid Linke betonte, dass Konzerthalle und Filmtheater erfolgreich seien, weil die Mitarbeiter ehrenamtlich arbeiten. Ein Betreiber fürs Kurtheater sei daher kaum zu finden.

Udo Jagdmann, Vorsitzender der Karnevalsgesellschaft, betonte die Bedeutung des Kurtheaters für die Vereine. Die Parkplätze seien bei den vielen Karnevalsveranstaltungen nie ein Problem gewesen.

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