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Ehrenamtliche werden in Schulungen aus- und weitergebildet / Themen: Erste Hilfe, Alltagsfragen und Entwicklung

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Familienpaten gesucht

Schulung für ehrenamtlich als Paten Tätige: Kinderarzt Dr. Martin Rothe aus Bernau informiert Teilnehmer aus den Landkreisen Märkisch-Oderland und Barnim über den Umgang mit Kinderkrankheiten. Ihre Erfahrungen und ihr Wissen bringen die Paten dann in den Netzwerk-Familien ein.
Schulung für ehrenamtlich als Paten Tätige: Kinderarzt Dr. Martin Rothe aus Bernau informiert Teilnehmer aus den Landkreisen Märkisch-Oderland und Barnim über den Umgang mit Kinderkrankheiten. Ihre Erfahrungen und ihr Wissen bringen die Paten dann in den Netzwerk-Familien ein. © Foto: Wolfgang Rakitin
Nadja Voigt / 14.03.2019, 07:30 Uhr
Bad Freienwalde (MOZ) Zuhören, unterstützen, beraten: Familienpaten begleiten junge Familien von der Schwangerschaft bis zum dritten Geburtstag des Kindes. Über das Netzwerk Gesunde Kinder werden sie als Ansprechpartner vermittelt. Und ausgebildet.

Wie vollzieht sich die Entwicklung eines Kindes? Was ist bei der Baby- und Säuglingspflege zu beachten? Was passiert bei den Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen? Wie verhütet man Unfälle? All diese Fragen werden bei den Schulungen des Netzwerkes Gesunde Kinder für die Familienpaten behandelt. "Wir schulen die Männer und Frauen, die als Ehrenamtliche in den Familien tätig werden umfangreich", erklärt Birgit Triebel vom Netzwerk Gesunde Kinder. Insgesamt 40 Unterrichtseinheiten umfassen die Schulungen, bevor es in die Familien geht. Ihnen sollen die Paten Unterstützung und Beistand sein. Für alle Fragen, die junge Familien bewegen. Für kleine Hilfestellungen bei Unsicherheiten und neuen Herausforderungen. So unterstützen sie die gesunde Entwicklung des Kindes in der Familie, für die sie zuständig sind und werden zu einem vertrauensvollen Ansprechpartner für die gesamte Familie.

380 Kinder werden durch das Netzwerk, das es seit Ende 2008 im Landkreis Märkisch-Oderland gibt, betreut. Im Mittelpunkt steht das gesunde Aufwachsen der Babys und Kleinkinder, erklärt Birgit Triebel die Intention. An der Stärkung der Familien haben die Paten einen großen Anteil, ist sie überzeugt. "Es gibt viele Fragen und Unsicherheiten bei denen die Paten mit Rat und Tat zur Seite stehen können." Sie geben nützliche Informationen zur Organisation des Familienalltags, wissen, wo die nächste Schreiambulanz ist oder was bei den U-Untersuchungen überprüft wird, wie man Elterngeld beantragt oder wann der Logopäde seine Sprechstunden hat. "Sie vermitteln Wissen und geben jungen Eltern damit Sicherheit", sagt Birgit Triebel. "Und manchmal müssen sie auch nur da sein und zuhören."

Immer mehr Familien haben sich in der Vergangenheit dazu entschieden, einen Paten in der Familie zu begrüßen. Das sind, sagt die Koordinatorin, junge Mütter ebenso wie erfahrene Frauen. Auch ein Mann ist als Pate dabei. Aktiv werden kann jeder Erwachsene, der gerne eine oder mehrere Familien in den ersten Lebensjahren begleiten möchte. Voraussetzung sind Interesse und Einfühlungsvermögen. Und alles, was an fachlichem Wissen vorhanden sein muss, wird in den Schulungen vermittelt. Die nächste soll nach Ostern stattfinden. "Nach Möglichkeit gerne in Bad Freienwalde, denn hier haben wir den größten Bedarf an ehrenamtlichen Familienpaten", sagt Birgit Triebel. Wie viel Zeit die in den jeweiligen Familien verbringen, bleibt ihnen überlassen. "Manche besuchen die Familien zu den festgelegten zehn Mindestkontakten, manchmal sind sie zumindest zeitweilig jede Woche vor Ort", weiß sie aus Erfahrung. Das bestimmen jedoch die Familie und der Pate selbst. Wichtig sei die Offenheit des Paten gegenüber der Familie, auch die Sympathie muss stimmen. "Es geht schließlich um Beziehungsarbeit." Den Einzugsbereich dagegen können die ehrenamtlich Tätigen selbst bestimmen. "Manche möchten zum Beispiel lieber nicht in ihrem Wohnort tätig werden." Anderen sei es wichtig, dass die zu begleitende Familie auf dem Arbeitsweg liegt oder in unmittelbarer Nähe wohnt.

In Anspruch nehmen das Angebot des Netzwerkes inzwischen alle Familienformen aus unterschiedlichsten gesellschaftlichen Schichten. Auch ist nicht nur beim ersten Kind der Gesprächsbedarf groß. "Inzwischen wissen die Familien, dass wir nicht das Jugendamt sind", lacht Birgit Triebel. Denn es ginge nicht um Kontrolle, sondern um Hilfestellung und Sensibilisierung. Für die Belange der Kinder, die einen gesunden Start ins Leben haben sollen.

Kontakt über E-Mail an birgit.triebel@drk-mohs.de oder telefonisch unter 0173 2429106

Netzwerk Gesunde Kinder

■ Das Netzwerk Gesunde Kinder ist in 21 Regionen des Landes Brandenburg vertreten. Träger des Regionalnetzwerkes in MOL ist der DRK-Kreisverband. Es wird vom Landesministerium für Bildung, Jugend und Sport, dem Landkreis und den Krankenhäusern gefördert. Insgesamt werden 4300 Familien von 1100 Paten betreut.

■ Das Netzwerk Gesunde Kinder begleitet Familien von der Schwangerschaft bis zum dritten Lebensjahr ihres Kindes. "Denn die Geburt eines Kindes und seine ersten Lebensjahre sind eine ganz besondere Zeit für Eltern. Sie steckt voller Freuden, Fragen und auch Herausforderungen. Da tut es gut, sich mit jemanden auf Augenhöhe austauschen zu können. Vor allem, wenn die- oder derjenige eigene Erfahrung hat und nützliche Informationen mitbringt. Die Paten kommen aus der Region, sind meist selbst Eltern und stehen den jungen Netzwerk-Familien empathisch, offen und zuverlässig zur Seite."

■ Zusätzlich werden im Eltern-Kind-Treff in Wriezen und im "Gioco" in Bad Freienwalde regelmäßige Treffen mit thematischen Schwerpunkten angeboten sowie ein Café für Alleinerziehende.

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