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Die Dauer eines Verfahrens vor Gericht hängt von vielen unterschiedlichen Faktoren ab.

Lange Prozesse
Gerichte mit hoher Belastung

Direktorin des Amtsgerichts Bad Freienwalde: Annett Schulze
Direktorin des Amtsgerichts Bad Freienwalde: Annett Schulze © Foto: Birte Förster
Nadja Voigt / 15.05.2019, 20:50 Uhr - Aktualisiert 16.05.2019, 11:21
Bad Freienwalde (MOZ) Jüngst wurden vor dem Amtsgericht Bad Freienwalde gleich zwei Verfahren verhandelt, bei denen die Taten drei bzw. vier Jahre zurücklagen. Die Frage, wie es dazu kommt und ob das auch Auswirkungen auf das Strafmaß hat, beantwortet die Direktorin des Amtsgerichtes, Annett Schulze: "In der Tat spielen viele Faktoren eine Rolle bei der Länge eines Strafverfahrens. So kann schon die Dauer der Ermittlungen der Polizei und Staatsanwaltschaft lang sein (weil der Sachverhalt schwierig ist oder eine Vielzahl von Beweismitteln festzustellen und auszuwerten ist), bis es überhaupt zur Anklage und damit zum Eingang der Sache beim Gericht kommt. Die Belastung des Gerichts ist ein weiterer Punkt, wie auch die Frage, ob es sich um ein beschleunigt durchzuführendes Verfahren handelt, so dass andere liegen bleiben."

Mehr Beteiligte, mehr Aufwand

Ein weiterer Aspekt sei, dass die Organisation der Hauptverhandlung umso aufwendiger wird, je mehr Verfahrensbeteiligte vorhanden sind. "Das heißt, bei einem Verfahren mit mehreren Angeklagten und dementsprechend mehreren Verteidigern sowie eventuell noch vorhanden Nebenklägern, auch jeweils anwaltlich vertreten, sind Absprachen zu treffen für die Terminsbestimmung und die Verhinderung eines Anwalts kann dann die Neuterminierung und damit die Verlängerung des Verfahrens bewirken." Für die Strafzumessung spiele eine lange Verfahrensdauer ebnefalls eine Rolle. "In dem Sinne, als sie zugunsten des Angeklagten zu berücksichtigen ist. Nicht selten ist darauf das Verhalten des Verteidigers ausgerichtet, wenn er das Gericht mit einer Vielzahl von Beweis- oder gar Befangenheitsanträgen bedenkt. Wobei das in den hiesigen Strafverfahren glücklicherweise nicht häufig vorkommt.", erklärt Annett Schulze.

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