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Chaos
Viele Unfälle an Horrorkreuzung

Margrit Meier / 16.05.2019, 07:00 Uhr - Aktualisiert 17.05.2019, 09:27
Hönow (MOZ) Es sind drei typische Geräusche, die die Anwohner der Thälmannstraße kennen. Zunächst ist zu hören, wie ein Autofahrer noch mal so richtig Gas gibt. Danach folgt ein Quietschen von Bremsen und dann ist wahlweise der Aufprall Auto gegen Pfeiler, Straßenlaterne oder Gartenzaun zu vernehmen. In selteneren Fällen kracht Autoblech auf Autoblech. "Aber auch das kommt vor", sagt Norbert Norden. Seit 1984 lebt er in der Thälmannstraße in unmittelbarer Nähe zur Hoppegartener Straße. Mehr als 100 Unfälle gab es nach seiner Schätzung dort. Und es werden, so sein Gefühl, immer mehr. Vor allem, seitdem an dieser Kreuzung eine Ampel steht. Die will er am liebsten weghaben.

"Das Problem ist, dass Autofahrer, die die Thälmannstraße befahren und aus Richtung Mahlsdorfer Straße kommen, schon sehr lange einen Blick auf die Ampel haben. Und wenn sie ahnen, dass die Anlage nach langem Grün gleich auf Rot umspringt, werden die Autofahrer zügig und wollen noch rasch rüber. Sie geben Gas. Die Ampel springt auf Rot, nun wird gebremst. Doch meist ist das zu spät, um noch zu verhindern, dass sich die Autos auf der Kreuzung drehen oder, wie beschrieben, gegen Pfeiler, Laternen, in die Gartenzäune rasen. Für mich ist das hier die absolute Horrorkreuzung", beschreibt Norden das mulmige Gefühl.

Vor allem ab Freitagnachmittag häufen sich die Unfälle, von denen er unendlich viele fotografiert hat. Jedes zehnte Auto  fährt bei rosa-orange über die Kreuzung. Seit Jahren macht der 62-Jährige mobil dafür, dass dort endlich etwas passiert. Zur Sicherheit der Autofahrer, aber auch zur Sicherheit der Nachbarn. "Ich möchte erreichen, dass ein 30er-Schild aufgestellt wird. An die 50 Stundenkilometer innerorts hält sich niemand. Wer über die Kreuzung rast, ist mit 80 bis 100 Stundenkilometern unterwegs", schätzt Norden ein.

Er würde sich wünschen, dass die Polizei dort öfter mal die Geschwindigkeit lasern würde. Seine Versuche mit der 30er-Zone scheitern, so betont er, an Uwe Wähner von der Straßenverkehrsbehörde in Seelow. "Es ist unglaublich, wie sehr eine einzige Person ihre Macht missbraucht. Denn es gibt überhaupt keinen vernünftigen Grund, warum man nicht die Geschwindigkeit runter regeln kann. Das geht woanders in Brandenburg auch. Etwa in Klosterfelde, da darf man durch den gesamten Ort nur mit 30 km/h fahren", weiß der Beschwerdeführer. Das Argument der Behörde sei, dass es sich um eine Haupterschließungsstraße handele.

Beschwerden gibt es über die Bescheide aus der Straßenverkehrsbehörde auch aus anderen Orten. Etwa Herzfelde. Dort ist es einfach nicht möglich, die Geschwindigkeit in der Möllenstraße zu drosseln, weil angeblich zu wenig Autos/Lkw unterwegs sind. Im Nachbarort Altbuchhorst, der bereits zu LOS gehört, dürfen dieselben Lkw nur 30 km/h fahren. Auch in Herzfelde schütteln viele Anwohner den Kopf über die Entscheidungen und Argumente aus Seelow.

Norden hat eine Hauptausschusssitzung vor Kurzem genutzt, um wieder auf das Problem Thälmannstraße aufmerksam zu machen. Bürgermeister Karsten Knobbe stellte in Aussicht, dass das Problem im kommenden Jahr angegangen werden könnte. Wenn das 30er-Schild nicht kommt, dann müssen Radaranlage und Rotlichtblitzer, an der Ampel montiert, helfen. "Die Ausschreibung für die Ampelanlage wird nächstes Frühjahr erfolgen", sagte Knobbe zu.

Die Thälmannstraße zu einer 30er-Zone umzufunktionieren, bedeute, dass dann rechts vor links gelte, was Auswirkungen auf den Busverkehr habe, der einfach länger brauche, gab er zu bedenken. Gestand aber auch, dass die Gemeinde seit zehn Jahren um eine praktibale Lösung mit der Straßenverkehrsbehörde ringt. Bisher vergeblich. Bis dahin werden Norden und Nachbarn noch öfter das Dreifach-Geräusch – Gas geben, Bremsen und Krachen – hören. Garantiert.

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