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Bad Freienwalde berät darüber, welche Gewässer von Paddlern für ihre Ausflüge genutzt werden dürfen und welche nicht.

Paddeltouren
Chance für Wassertourismus

Auf dem Freienwalder Landgraben: Die Durchfahrt zur Alten Oder ist aufgrund der Biosphärenreservatsverordnung nicht erlaubt. Außer es handelt sich um eine organisierte Tour mit einem speziell qualifizierten Leiter, dessen Boote über eine vom Landkreis erworbene Vignette verfügen. Ausgenommen davon sind die Monate April, Mai und Juni.
Auf dem Freienwalder Landgraben: Die Durchfahrt zur Alten Oder ist aufgrund der Biosphärenreservatsverordnung nicht erlaubt. Außer es handelt sich um eine organisierte Tour mit einem speziell qualifizierten Leiter, dessen Boote über eine vom Landkreis erworbene Vignette verfügen. Ausgenommen davon sind die Monate April, Mai und Juni. © Foto: Anett Zimmermann
Anett Zimmermann / 17.05.2019, 07:30 Uhr - Aktualisiert 17.05.2019, 08:20
Bad Freienwalde (MOZ) Dass sich die Bad Freienwalder Stadtverordneten zurzeit wieder stärker mit der wassertouristischen Entwicklung befassen, verfolgt auch Karsten Förster mit Interesse. Er betreibt in Oderberg einen Kanu-Verleih und bietet unter anderem geführte Touren auf dem Freienwalder Landgraben an. Seit 2015 ist das Paddeln dort allerdings trotz unveränderter Gesetzeslage nur mit Einschränkungen möglich. Nicht nur bei ihm ist deshalb der Frust groß, andere Anbieter sind ebenfalls verärgert. Manch Paddelfreund glaubt bis heute, er müsse nur mal bei einer Tourist-Information vorbeischauen und sich eine entsprechende Vignette besorgen. Die gibt es allerdings nur beim Landkreis Märkisch-Oderland, allerdings nicht für Privatpersonen.

Und das ist nicht das einzige Problem. So ist auf dem Freienwalder Landgraben zum Beispiel auch nicht zu erkennen, wo die in der Biosphärenreservatsverordnung festgelegte Verbotszone beginnt. Aber aus Sicht von Karsten Förster und seinen Kollegen ist diese Verordnung generell zu hinterfragen. Den Oderberger wurmt zum Beispiel, dass Paddler als Störer von Natur und Umwelt hingestellt werden, während Angler und teils sogar motorisierte Ausflügler diese Bereiche – wenn auch an Land – ebenfalls passieren. "Für eine gute Gesamtkonzeption, die alle Interessen berücksichtigt, stehe ich immer zur Verfügung", sagt Karsten Förster.

Bisher hätten Gespräche und Briefwechsel auch durch seine Anwältin aber noch nicht zum gewünschten Ergebnis geführt. "Mir ist unerklärlich, wie etwas, das zuvor zehn Jahre funktioniert hat, seit 2015 nicht mehr gelten soll." Mit Blick auf den jüngsten Beschluss der Bad Freienwalder Stadtverordnetenversammlung kann er sich auf dem Landgraben und der Alten Oder zwar keinen großen Motorbootverkehr vorstellen, aber es gebe inzwischen ja auch Solarboote.

Im April hatten die Stadtverordneten mehrheitlich beschlossen, die wassertouristische Nutzung des Freienwalder Landgrabens und der Alten Oder herzustellen – gemeinsam mit der Gemeinde Falkenberg. Beide Kommunen streben dazu ein Planfestellungsverfahren an. "Wir wollen schließlich mehr als das Paddeln ermöglichen", machte Bad Freienwaldes Bürgermeister Ralf Lehmann (CDU) in einem Gespräch gegenüber dieser Zeitung deutlich. Er verweist auf mehrere Versuche, eine Fahrgastschifffahrt zu etablieren. Viele Einheimische könnten sich noch an "Erna" erinnern, so der Bürgermeister und zählt zwei weitere Anläufe in den vergangenen Jahren auf, die letztlich jedoch nicht verwirklicht worden seien.

Unterdessen steht in der nächsten Stadtverordnetenversammlung am 23. Mai ein weiterer Beschluss im Sinne der wassertouristischen Entwicklung auf der Tagesordnung, diesmal allerdings zur Region Finowkanal. Dabei geht es um die Zustimmung zum Abschluss einer Grundsatz- und Finanzierungsvereinbarung mit der Bundesrepublik Deutschland zur Übernahme von Schleusen des Finowkanals und zur Gründung eines Zweckverbandes.

Hintergrund ist die Mitgliedschaft von Bad Freienwalde mit dem Ortsteil Hohensaaten in der Kommununalen Arbeitsgemeinschaft (KAG) Region Finowkanal. Diese besteht seit 1996 und gilt als eine der ersten nach dem Gesetz über kommunale Zusammenarbeit gebildeten Zusammenschlüsse in Brandenburg. Das Entwicklungsgebiet um den historischen Finowkanal erstreckt sich auf einer Fläche von etwa 160 Quadratkilometern. Der Bund beabsichtigt bereits seit 2015 die Übertragung des Finowkanals mit seinen zwölf Schleusen an einen kommunalen Träger.

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