Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Über Theodor Fontane sowie seine Beziehung zur evangelischen Kirche und zur Religion hat Grete Röder ihre Dissertation verfasst. Ihre Arbeit stellte sie am Sonnabend in der Nikolaikirche vor.

Museumsfest
Ring-Idee inspiriert Handwerk

3. Ringmarkt des Oderbruch-Museums Altranft: Tischler Hannes Grap aus Altranft zeigt Brigitta und Martina Krause aus Berlin Holzbauteile, die er zu neuen Formen verschrauben kann.
3. Ringmarkt des Oderbruch-Museums Altranft: Tischler Hannes Grap aus Altranft zeigt Brigitta und Martina Krause aus Berlin Holzbauteile, die er zu neuen Formen verschrauben kann. © Foto: Wolfgang Rakitin
Steffen Göttmann / 11.06.2019, 07:30 Uhr - Aktualisiert 11.06.2019, 14:12
Altranft (MOZ) Ein kräftiger Druck mit dem Hebel der Buttonmaschine und Klara (10) aus Berlin hielt ihre runde Ansteckplakette mit einem Sonnenblumenmotiv in der Hand. Buchdruckermeister Bodo Reiher aus Neulietzegöricke hatte seine Buttonmaschine mitgebracht. Am Ringmarkt beteiligte er sich mit runden bedruckten Bierdeckeln, in deren Mitte er ein Loch gestanzt hatte, so dass sie auf von Tischler Tobias Paul gefertigte Holzständern ordentlich auf einem Gasthaustisch gestapelt werden können. "Die Bierdeckel kann man gut mit Werbung bedrucken", beschrieb der Handwerksmeister die Vorteile der Form.

Vom Lederbikini und Armbändern von Modedesignerin Wilma Rippich über runde Topflappen, Knöpfe aus Glas, Keramikelemente, Blumenkränze bis hin zu einer Art E-Gitarre mit rundem Rahmen – Ringideen in unerschöpflicher Vielfalt brachte der dritte Ringmarkt des Oderbruch-Museums Altranft im Berg-Schmidt-Hof hervor.

Am Sonnabend wurde alles Runde und Ringe von den Handwerkern der Region auf dem Ringmarkt in Altranft gezeigt. Kreativität war gefragt, was Buchdruckern, Tischlern, Blumenbindern und anderen Gewerken gut gelungen ist. Die Veranstaltung war gut besucht.
Bilderstrecke

Rund, Ring und immer rund

Bilderstrecke öffnen

Ringförmiges Musikinstrument

Als Instrumentenbauer wollte sich Kurt Küffe  nicht bezeichnen.  "Ich repariere Gitarren oder optimiere sie", erläutert er. Aus einer runden Holzplatte hatte er einen Ring gesägt, ihn mit Gitarrensaiten bespannt und einen Tonabnehmer eingebaut. Zum Stimmen nutzte er handgemachte  Knöpfe von Susanne Brill aus Letschin, die auch einen Stand auf dem Markt hatte.

"Wir haben uns mit dem Ringmarkt das Ziel gesetzt, das regionale Handwerk wieder aufleben zu lassen", sagte Kenneth Anders, Leiter des Programmbüros des Oderbruch-Museums. Dies könne das Museum nicht erzwingen, denn alte Handwerke sterben aus. "Wir mussten eine Form finden, mit der jeder etwas anfangen kann", ergänzte er. Die Produktdesignerin Steffi Silbermann und der Tischler Sven Ahlhelm hatten die zündende Idee. Das Einfachste sei ein Ring, den kann ein Metzger mit seinen Mitteln ebenso produzieren wie ein Tischler, ein Schmied oder ein Steinmetz. Es sei der kleinste gemeinsame Nenner. "Wir hatten jetzt jedes Jahr andere Handwerker", sagte Kenneth Anders. Nur Tischler Hannes Grap sei zum zweiten Mal dabei. Dieser hatte Muttern und Gewindestangen aus Holz sowie flache Bauteile mit Löchern gefertigt. "Ich dachte zuerst an einen Baukasten", sagte er. Aber dann kam ihm die Idee, dass er die Holzbauteile mit den Holzschrauben zu Produkten wie eine Tischlampe zusammenschrauben könne. "Die Elektrik würde ich natürlich dem Fachmann überlassen", erläuterte Hannes Grap.

Modellflugzeug beschreibt Kreis

Für die Kinder hatte Hans-Joachim Cramm aus Buschdorf eine Fesselfluganlage mitgebracht. Festgebunden an einen Stab flog ein Flugzeug von einem Kind per Fernbedienung gesteuert im Kreis herum, beschrieb also einen Ring.

Premiere feierten die Handarbeitsfrauen des Altranfter Traditionsvereins und der Volkssolidarität, die sich wöchentlich im Gemeindezentrum treffen. "Wir haben Schals, Halstücher, Dekoringe – alles was rund ist – gemacht", berichtete Hilde Nickel, die auch am Stand weiterstrickte. Die Frauen durften sich über den Publikumspreis freuen. "Mir gefällt das sehr gut hier", sagte Ben Dirk Lottermoser aus Müncheberg, der mit seinem Eltern Altranft besuchte. Besonders gefiel ihm wie das Thema Landwirtschaft in der zweiten Scheune des Berg-Schmidt-Hofs aufgearbeitet wurde. Die Darstellung habe er als sehr lehrreich empfunden

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG