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Sie könnten sich als Rentner ausruhen, doch Frank Drusche in Altlandsberg und das Ehepaar Schwarz in Rehfelde denken nicht daran.

Ehrenamt
Potenziale und Gemeinsinn

Gabriele Rataj / 13.06.2019, 08:15 Uhr
Rehfelde, Altlandsberg (MOZ) In einer guten Woche ist es soweit: Die sommerliche Konzertreihe des Freundeskreises Stadtkirche Altlandsberg beginnt weniger mit Pauken und Trompeten und auch nicht in der Stadtkirche, doch mit Klarinettenklang im vorjährigen "Asyl" Schlosskirche. "Ein erstklassiges Programm", schwärmt Hauptorganisator Frank Drusche vom Auftaktkonzert "Fünfe sind eins" und verweist u. a. auf das Klarinettenquintett von Mozart und den "eins a spanischen Klarinettisten mit Ambitionen und Erfahrungen als Kapellmeister".

Wobei Drusches Urteil nicht von ungefähr kommt – einem Musikwissenschaftler im Ruhestand, der über die Sommerkonzertreihe hinaus "kulturelles Wissen und organisatorisches Talent uneigennützig zur Unterstützung von Stadtverwaltung und Schlossgut GmbH" einsetzt, wie es jetzt  in einer Laudatio heißt, lässt sich solch eine Einschätzung gern glauben. Sie kommt zudem einer Einladung gleich, der im Laufe der seit 2008 organisierten Konzertsommer mittlerweile Tausende Zuhörer aus Altlandsberg, den umliegenden Orten bis aus Berlin gefolgt sind. Musikliebhaber, die Besucher der Reihe "Musikalische Residenzen" mit der Kammerakademie Potsdam in der Schlosskirche sind, wissen vor allem diese Bereicherung von hoher Güte zu schätzen.

Die jüngst in Potsdam erfolgte Auszeichnung mit der Medaille des Landtages zur Anerkennung von Verdiensten für das Gemeinwesen stellt für Frank Drusche ebenso wie für das Rehfelder Ehepaar Erika und Gerhard Schwarz Motivation und Dank zugleich dar. Letztere zwei können in ihrem, seit einigen Jahren zum neuen Lebensmittelpunkt auserkorenen Wohnort Rehfelde ebenfalls nicht von ihrem längst abgeschlossenen Berufsleben lassen.

Fundament für die Medaille

Die promovierte Historikerin und ihr Ehemann "befassen sich seit mehr als zwei Jahrzehnten intensiv mit der Regionalgeschichte in Märkisch-Oderland", schreibt Carsten Kopprasch, der sich wie die Mitbegründer Erika und Gerhard Schwarz als Vorstandsmitglied im Verein Geschichtswerkstatt Rehfelde engagiert.

Zum Fundament ihrer Ehrenamts-Verdienstmedaille des Landes zählen die mittlerweile drei fundierten Publikationen, die das Ehepaar nach intensiven Archiv­recherchen, Gesprächen, Briefwechseln und Nachforschungen vorgelegt hat. Dem 400-seitigen Buch über "Rehfelde – ein Dorf auf dem Barnim" von 2013 folgten 2014 "Rehfelde – die Geschichte seiner Straßen" und 2017 "Das Rittergut Garzau und die jüdische Zwangsarbeit".

Damit begnügen sich die beiden Autoren nicht. Sie agieren mit anderen Vereinsmitgliedern bei Bildungs- und Informationsveranstaltungen zu historischen Ereignissen. Während Lesungen und in Diskussionen mit Jugendlichen in Schulen debattieren sie gerade zu so wenig bekannten und historisch erforschten Themen wie der jüdischen Zwangsarbeit in der Region, hebt Kopprasch hervor. Nicht zuletzt ist es das umfangreiche kommunalpolitische Wirken von Gerhard Schwarz – maßgeblicher Anteil u. a. an Ortsentwicklungskonzeption, Leitbild, Tourismusleitsystem –, das dazu genannt wird.

Es sei ein tolles Gefühl gewesen, berichtete der Altlandsberger Drusche, zwischen all den Geehrten zu sitzen: einer trainiere Jugendliche, eine andere leite zum Tanzen an, ein Dritter sei engagiert im Feuerwehrförderverein ... – "und alles im Ehrenamt!"

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