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Amtsdirektor Holger Horneffer fordert nach dem Brand bei Heckelberg strengere Brandschutzvorschriften für den Bau von Windrädern im Wald.

Brandschutz
Brandgefahr durch Windräder

Abgebrannt: Ein Windrad zwischen Heckelberg und Trampe fing kurz vor Ostern Feuer. Brennende Teile fielen von oben auf noch grüne Felder. Die gleiche Havarie hätte bei einem trockenen Getreidefeld oder im Wald weitreichendere Folgen gehabt. Die Amtsdirektoren von Falkenberg-Höhe und Barnim-Oderbruch fordern daher vom Land einen besseren vorbeugenden Brandschutz.
Abgebrannt: Ein Windrad zwischen Heckelberg und Trampe fing kurz vor Ostern Feuer. Brennende Teile fielen von oben auf noch grüne Felder. Die gleiche Havarie hätte bei einem trockenen Getreidefeld oder im Wald weitreichendere Folgen gehabt. Die Amtsdirektoren von Falkenberg-Höhe und Barnim-Oderbruch fordern daher vom Land einen besseren vorbeugenden Brandschutz. © Foto: Wolfgang Rakitin
Steffen Göttmann / 10.08.2019, 07:00 Uhr
Bad Freienwalde (MOZ) Holger Horneffer, Amtsdirektor des Amtes Falkenberg-Höhe, nutzte den Besuch von Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) am Mittwochabend in Bad Freienwalde für einen Appell. Anlass war die abgebrannte Windkraftanlage zwischen Heckelberg und Trampe, die in der Nacht zu Karfreitag wegen eines technisches Defektes Feuer gefangen hatte. "Es ist nicht so häufig, dass Windkraftanlagen brennen, aber es geschah zu einer Zeit, als die Felder noch grün waren", erklärte Horneffer. Nicht auszudenken, was hätte passieren können, wenn der Unfall während der Hitzeperiode kurz vor der Ernte des Getreides passiert wäre.

Großfeuer vorprogrammiert

"Neu ist, dass wir Windeignungsgebiete in Wäldern haben", ergänzte Horneffer. Er mag sich kaum vorstellen, was passiert, wenn ein Windrad in einem Bestand von Märkischen Kiefern in Brand gerät. "Ich bin der Meinung, dass sich dieser Unfall auf die aktuelle Situation auswirken muss. Ich kann nicht verstehen, warum die Bevorratung von Wasser bei Windkraftanlagen nur die Hälfte der von öffentlichen Gebäuden ist", unterstrich der Amtsdirektor. Der Verwaltungschef weiß die Bürger seiner amtsangehörigen Gemeinden hinter sich. Im Bereich Heckelberg-Brunow und Beiersdorf-Freudenberg hat sich eine Bürgerinitiative mit etwa 60 Mitgliedern gegründet, die gegen Windräder im Wald wehren.

"Die Feuerwehren sind in großer Sorge, weil sie nicht wissen, woher das Wasser in großer Menge kommt", sagte Horneffer. Wenn eine Anlage brennt, sei kein Löschangriff aus der Nähe möglich. Die Feuerwehren können nur einen 500 Meter Schutzbereich um das Windrad absperren. "Das ist ein Hilferuf an den Innenmeister", unterstrich er. Die Kommunen forderten strengere Bauvorschriften für Windkraftanlagen im Wald.

"Ich habe mehr und mehr das Gefühl, dass beim Wechsel zu regenerativer Energie zu viele Kompromisse gemacht werden, auch in Bezug auf die Abstände zur Wohnbebauung", sagte der Innenminister. "Die Akzeptanz für Windkraftanlagen ist dort groß, wo es keine gibt", sagte Schröter. Nämlich in Potsdam sowie in den vielen größeren und kleinen Städten im Land. "Dort ist es leicht zu sagen, wir brauchen mehr Windräder", ergänzte der Minister. Der Hinweis auf den vorbeugenden Brandschutz sei ein wichtiger Aspekt, den er mit nach Potsdam nehmen werde. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat jetzt einen Kurswechsel bei der Windkraft gefordert

Betreiber verweigern sich

Karsten Birkholz, Amtsdirektor des Amtes Barnim-Oderbruch, gab seinem Kollegen Recht. Auch in Prötzel werden Windräder im Wald errichtet. Die Investoren seien nicht bereit, sich an den Kosten für längere Schläuche zu beteiligen. Im Störfall müssten in Prötzel zwei Landesstraßen gesperrt werden. Weil die Polizei zu wenig Personal habe, müsste die Feuerwehr mit acht Leuten, je zwei pro Richtungsfahrbahn, einspringen. Die Kosten dafür trage das Amt.

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Hartmut Konipanzki 12.08.2019 - 16:57:00

keine Akzeptanz bei den "Betroffenen" / vage Wahlversprechen

Ich finde es toll, dass der Innenmeister soviel Sachverstand zeigt! Auch er weiß , dass wir Landbewohner andere "Akzeptanz-Kriterien" haben, als die Großstadt-Bewohner! Leider hat er sich in der Vergangenheit mit solchem "Realismus" in der Landesregierung nie durchgesetzt! Außerdem empfinde ich diese Aussagen - wenige Wochen vor der Landtagswahl - nicht glaubhaft! - So wird das Debakel nicht mehr verhindert! Sehr gut erinnere ich mich an Herrn Woidkes "Kurswechsel" vor der letzten Landtagswahl, schon damals - wie wir inzwischen wissen - waren es leere Versprechen!

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