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Das Familienunternehmen Harald Lietz – Industriebedarf in Brunow besteht seit zehn Jahren. Es setzt auf Empfehlung und weniger auf das Internet.

Jubiläum
Vor dem nächsten Schritt

Zwischen den Regalen: Harald Lietz (59) mit Ehefrau Sabrina und Sohn Kevin. Der jetzige Firmensitz wurde im Jahr 2012 errichtet. Daneben ist bei Bedarf auch Platz für eine Erweiterung. Doch die sei zurzeit nicht vorgesehen, hieß es.
Zwischen den Regalen: Harald Lietz (59) mit Ehefrau Sabrina und Sohn Kevin. Der jetzige Firmensitz wurde im Jahr 2012 errichtet. Daneben ist bei Bedarf auch Platz für eine Erweiterung. Doch die sei zurzeit nicht vorgesehen, hieß es. © Foto: Anett Zimmermann
Anett Zimmermann / 12.08.2019, 09:15 Uhr
Brunow (MOZ) Industriebedarf und das auf dem platten Land? Das fragt am Sonnabend eine Besucherin, die zum Tag der offenen Tür gekommen ist. "Industriebedarf, das sagt so viel oder auch nichts", erklärt Sabrina Lietz und fügt hinzu, dass sich ihr Mann Harald einst bei der Namenssuche durchgesetzt habe. Nicht ganz zu Unrecht, denn Familie Lietz ist wirklich ein Anlaufpunkt für die Industrie. Ländliche Idylle in Brunow hin oder her. Das Unternehmen liefert Ersatzteile für Antriebstechnik, antwortet Sohn Kevin auf die Frage "Was macht ihr?" eines weiteren Gastes. Der 34-Jährige soll die Firma, die zum Jahreswechsel 2019/2020 eine GmbH wird, einmal übernehmen.

"Wir denken langfristig", sagt Sabrina Lietz nicht nur einmal während der Führung durch die Räume und verrät, dass zurzeit auch über einen neuen Namen nachgedacht wird. Mit "Kugellager – Keilriemen", dem Hinweis an der Kreuzung mitten im Ort, können die meisten schon etwas anfangen. "Wälzlager – Zahnriemen – Ketten – Kupplungen" steht am Eingang des Firmensitzes, der auf den ersten Blick eher an ein Einfamilienhaus erinnert.

Das eigene Haus war 1998 tatsächlich der Ausgangspunkt für Harald Lietz’ Selbstständigkeit in der Branche, in der er erst als Angestellter und dann als Handelsvertreter tätig war. "Da war er natürlich viel unterwegs", blickt seine Frau zurück. Und dann sei vor etwas mehr als zehn Jahren die Entscheidung gefallen: "Das schaffen wir auch als Firma." Da hatte die Kindergärtnerin längst auf Kauffrau für Bürokommunikation umgesattelt. Den Abschluss habe sie vor 20 Jahren gemacht, erzählt die 59-Jährige.

Neben dem Lietz-Trio gibt es heute vier Angestellte, darunter ein Auszubildender für Büromanagement. "Für den Eigenbedarf", sagt Sabrina Lietz und ergänzt: "Unseren Beruf in dem Sinne gibt es ja nicht. Unsere Mitarbeiter müssen fit für die Branche sein." Es sei bereits der zweite Lehrling. "Der erste ist der Liebe wegen weggezogen."

Ihren Sohn, der gelernter Gas-Wasser-Installateur ist, hätten sie während dessen Zeit bei Bundeswehr gefragt, ob er in die das Unternehmen einsteigen möchte. "Da habe ich nicht lange überlegen müssen", sagt dieser und hat sich zwischendurch um Ersatz für einen Keilriemen und ein Kugellager für Mähdrescher zweier Kunden gekümmert. "Wir merken, dass Erntezeit ist", greift Sabrina Lietz das Gespräch wieder auf.

Großhandel ohne Webshop

Allerdings sei diese weniger stressig als im Vorjahr. "Vielleicht, weil der Maschinenbau zurzeit weltweit leidet." Obwohl die eigene Firma ein Großhandel sei, verzichte man bewusst auf einen Internetshop. "Wir haben natürlich eine eigene Seite, aber das Geschäft läuft auf Empfehlung und dann über Telefon und E-Mail." Hintergrund sei, dass allein schon beim Messen Fehler entstehen. "Wir wollen, dass der Kunde das bekommt, was er wirklich benötigt." Und manchmal stünden diese sogar mit einer Handvoll Schrott vor ihnen, der aber meist dank neuer Teile wieder zum Laufen gebracht werden könne.

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