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Am Gruscheweg sollen nach Intentionen des Rathauses weniger Wohnungen entstehen als bislang geplant.

Ortsentwicklung
Nur drei statt vier Etagen

Wohngebiet Gruscheweg: Die Viergeschosser neben Einfamilienhäusern werden von manchem als zu hoch eingestuft. Das Rathaus will nun die Geschossigkeit im Viertel reduzieren.
Wohngebiet Gruscheweg: Die Viergeschosser neben Einfamilienhäusern werden von manchem als zu hoch eingestuft. Das Rathaus will nun die Geschossigkeit im Viertel reduzieren. © Foto: Uwe Spranger
Uwe Spranger / 14.08.2019, 07:00 Uhr
Neuenhagen (MOZ) Eine knappe 5:3-Mehrheit hat am Montagabend im Ortsentwicklungs-, Bau- und Umweltausschuss der Vorstoß der Verwaltung erhalten, ein Änderungsverfahren für den seit Anfang 2017 geltenden  Bebauungsplan Gruscheweg 6 einzuleiten. Damit soll zum einen eine Reduzierung der Geschossigkeit in einem Teilbereich erreicht und zum anderen ermöglicht werden, dass Wärme aus dem nahen Glaswerk zu Heizzwecken eingesetzt werden kann.

Wie Bürgermeister Ansgar Scharnke (Die Parteilosen) erläuterte, habe es vor einiger Zeit den Wunsch eines Vorhabenträgers gegeben, statt viergeschossigen Bauten in einem Bereich nur Dreigeschosser zu errichten. Dabei sei aufgefallen, dass der Bebauungsplan bislang für bestimmte Baufelder Geschosszahlen zwingend  vorschreibt. Inzwischen hätten sich indes Planungsvorstellungen der Gemeinde gerade zur städtebaulichen Dichte am Siedlungsrand und in unmittelbarer Umgebung des geplanten Schulstandortes verändert. Die viergeschossigen Neubauten am südöstlichen Rand haben offenbar manchen doch erschreckt. Es habe sich herausgestellt, "dass diese Bebauungsdichte den städtebaulichen Rahmen übersteigt", heißt es in den Unterlagen. Laut Baufachbereichsleiterin Christiane Fälker würden durch Reduzierungen um jeweils ein Geschoss von vier auf drei bzw. drei auf zwei statt 154 Wohneinheiten knapp 30 weniger möglich.

Von Hartmut Kretschmer (Grüne/B 90) kam klare Zustimmung. Die Reduzierung sei sinnvoll. Alt-Neuenhagener spürten derzeit die Konsequenzen, dass "zu schnell zu viel gebaut" worden sei, äußerte er speziell mit Hinweis auf die Verkehrssituation. Und 28 Wohnungen weniger bedeuteten eben auch etwa 50 Autos weniger, schätzte er. Klaus Obendorf (CDU), Wolfgang Winkler (Linke) und Nico Schulz (SPD) wollten vor einer Entscheidung allerdings erst Klarheit über die Kosten. Denn der Bürgermeister hatte auch erwähnt, dass gegebenenfalls ein "Vertrauensschaden" für die Vorhabenträger auszugleichen wäre. Beziffern wollte er dies aber vor Gesprächen mit den Grundstückseigentümern nicht. Man hoffe auf "kostenneutrale Einigung", war in den Unterlagen vermerkt. Fachleute im Publikum sahen indes womöglich mittlere sechsstellige Summen auf die Gemeinde zukommen.

Dagmar Schultz (Die Parteilosen) argumentierte, man müsse jetzt das Verfahren in Gang setzen, sonst sei es für Einflussnahme zu spät. Auch Scharnke bekannte, der Start würde die "Diskussionsbereitschaft" auf der Gegenseite wohl fördern. Deren "Späher" hatten augenscheinlich die Diskussion verfolgt und verließen nach dem Votum den Raum.

Anschlusszwang vorgesehen

Mehr Anklang fand die aus einer im Rahmen des Schulneubaus beauftragten Machbarkeitsstudie entstandene Idee zur Nutzung von Wärme aus dem Glaswerk zu Heizzwecken, auch wenn mancher dies für "noch nicht zu Ende gedacht" hielt. Etwa 7000 Megawattstunden könnte das Werk bereitstellen, für den Schulstandort würden ca. 2000 benötigt, hieß es. Der Anschluss auch der anderen Bauten an solch ein Nahwärmenetz würde sich vorteilhaft auf die CO2-Bilanz auswirken. Deshalb wolle das Rathaus einen Anschlusszwang im B-Plan vorsehen. Betreiber des Netzes könnte aus Sicht des Bürgermeisters die EWE werden. Nach seinen Angaben ist mit einem "nicht unerheblichen" Investitionsvolumen zu rechnen. Man wolle sich um Förderung bemühen.

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