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Der Stadt Bad Freienwalde steht in dieser Woche einen große Kontroverse bevor. Die Weichen für die Sanierung des Postgebäudes werden gestellt.

Investition
Schlagabtausch zur Alten Post

Bestandserfassung Entwurf Ansicht Nord Alte Post Bad Freuienwalde, Umbau Biliothek und Archiv
Bestandserfassung Entwurf Ansicht Nord Alte Post Bad Freuienwalde, Umbau Biliothek und Archiv © Foto: SHPS Architekten Berlin
Steffen Göttmann / 10.09.2019, 07:00 Uhr - Aktualisiert 11.09.2019, 09:47
Bad Freienwalde (MOZ) Bevor am Donnerstag die Stadtverordneten einen Grundsatzbeschluss zur Post fassen, sammelt am Mittwoch die Opposition im Hof-Theater Gegenargumente. Denn die Fraktion aus Bürgervereinigung 2019, FDP und Wählergruppe Inselgemeinden zieht gegen die Investition zu Felde. Sie brandmarkt das Vorhaben als zu teuer. Die Kostenexplosion im Baugewerbe hat die Investition auf 6,9 Millionen Euro geschraubt. Für die Reparatur von Gehwegen und Straßen sei kein Geld mehr da. Zudem fresse das Vorhaben die Rücklage der Kurstadt auf. Im Hauptausschuss konnten sich die Kritiker nicht durchsetzen. Die Mehrheit sprach sich für das Projekt aus.

Faltblatt für das Projekt

Die Bibliotheks-Leiterinnen Dolores Swiderek und Karola Kollath listeten in einem Faltblatt, die Mängel des bisherigen Bibliotheksgebäudes, auf. Es habe zum Beispiel keinen barrierefreien Zugang, massive bauliche Mängel, unzureichenden Brandschutz, kein Platz für Garderobe, für audiovisuelle und digitale Angebote sowie unzeitgemäße Sanitäranlagen. Das Archiv sei viel zu klein und entspreche nicht den Vorschriften.

Der Entwurf der SHSP Architekten aus Berlin ist 2017 aus einem Realisierungswettbewerb hervorgegangen. Die Jury aus Fachpreisrichtern – vier Architekten und ein Bibliotheksfachmann – sowie Sachpreisrichter – Bürgermeister, Bauamtsleiter, Stadtverordnetenvorsteher und Verwaltungsleiterin von Bibliothek und Archiv – hatte zehn Teilnehmerbeiträge zur Auswahl. Als Gewinner ging das Büro SHSP-Architekten aus Berlin hervor. "Die Zustimmung aus bibliotheksfachlicher Betrachtung erfolgte, da Outfit und Raumaufteilung zusammenpassen und für das Stadtbild von Bad Freienwalde etwas Außergewöhnliches bilden", schreibt Dolores Swiderek in dem Faltblatt.

Nach Abschluss des Wettbewerbs seien alle Siegerarbeiten von externen Fachleuten dahin gehend überprüft worden, ob sie die Kostenvorgabe von 2,5 Millionen Euro einhalten, erklärte Jan Oehler, von der DSK Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH & Co. KG, Sanierungsträger der Stadt Bad Freienwalde. Die Analyse im Februar 2018 ergab, dass keiner der drei Wettbewerbssieger im Rahmen blieb. Die Kosten lagen  zwischen 4,9 und 6 Millionen Euro, wobei der erste Preisträger sich als günstigster Anbieter erwies.

Neuer Weg der Finanzierung

Auf Basis der vorliegenden Kostenberechnung, der Nutzflächen des Gebäudes und einer Miete im Mittelbereich des Gewerbemietspiegels der IHK  in Höhe von drei bis sechs Euro pro Quadratmeter netto sei eine Kostenerstattungsberechnung vorgenommen worden, so Oehler. Dabei ergebe sich ein Bauherrenanteil von 1,13 Millionen Euro. Hinzu kommen 20 Prozent Eigenanteil an den Fördermitteln in Höhe von 1,16 Millionen Euro, Die 2,29 Millionen Euro Haushaltsbelastung werde von der Stadtverwaltung als nicht finanzierbar eingeschätzt. Deshalb habe die Stadt im Juli mit dem Infrastrukturministerium und dem Landesbauamt verhandelt. Der Stadt wurde ein Weg aufgezeigt, die kompletten 6,9 Millionen Euro aus Städtebaufördermitteln zu finanzieren.

Würden sich die Stadtverordneten gegen das Projekt aussprechen, müsste die Stadt 200 000 Euro Planungsleistungen und 128 000 Euro für den Architektenwettbewerb zurückzahlen sagte Oehler.

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