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Diskussion um Parkplatz in Zollbrücke

Noch in der Probephase: der vom Theater am Rand initiierte Oderbus, der seit Ostern verkehrt. Hier kurz vor dem Saisonstart in Zollbrücke mit den Theatergründern Thomas Rühmann (l.) und Tobias Morgenstern (2. v. l.), Bad Freienwaldes Tourismus-Chefin Ilka Krüger, Wriezens Bürgermeister Karsten Ilm und Jörg Schleinitz vom Landkreis.
Noch in der Probephase: der vom Theater am Rand initiierte Oderbus, der seit Ostern verkehrt. Hier kurz vor dem Saisonstart in Zollbrücke mit den Theatergründern Thomas Rühmann (l.) und Tobias Morgenstern (2. v. l.), Bad Freienwaldes Tourismus-Chefin Ilka Krüger, Wriezens Bürgermeister Karsten Ilm und Jörg Schleinitz vom Landkreis. © Foto: Theater am Rand
Anett Zimmermann / 11.09.2019, 06:45 Uhr - Aktualisiert 11.09.2019, 09:48
Oderaue (MOZ) Erneut sorgt der Parkplatz in Zollbrücke für Diskussionen in der Gemeindevertretung Oderaue. Eine Vergrößerung wurde bereits 2018 vom Vorgängergremium beschlossen.

Die Sondernutzungserlaubnis für eine vom Theater am Rand gewünschte und betreute Litfaßsäule im Bereich der Wendeschleife in Zollbrücke war kurz zuvor noch begrüßt und ohne viele Worte einstimmig beschlossen worden. Doch die Einleitung eines Widmungsverfahrens für den Parkplatz in unmittelbarer Nähe wurde von den Gemeindevertretern von Oderaue, die am Montagabend im Bürgerhaus in Zäckericker Loose berieten, genauso klar abgelehnt. Dabei hatte das Vorgängergremium im November 2018 die Erweiterung beschlossen.

Verwaltung empfiehlt Widmung

Die Verwaltung des Amtes Barnim-Oderbuch hatte daraufhin eine Ingenieurplanung anfertigen lassen und den Fachbehörden des Landkreises Märkisch-Oderland vorgelegt, heißt es dazu in der Sitzungsvorlage. Und, dass die Verwaltung davon ausgegangen war, dass eine Baugenehmigung nicht erforderlich ist. Das Bauordnungsamt habe dies jedoch anders gesehen, da sowohl für den bestehenden Parkplatz als auch die geplante Erweiterung bisher keine förmliche Widmung zur Nutzung durch den öffentlichen Verkehr vorliegt. Deshalb lautete die Empfehlung der Amtsverwaltung, die entsprechende Widmung gemäß Brandenburgischem Straßenverkehrsgesetz zu beschließen. Die Nutzung war für Kraftfahrzeuge unter 7,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht sowie Busse vorgesehen.

Rein von den Besucherzahlen, so warb Amtsdirektor Karsten Birkholz um Zustimmung, herrsche in Zollbrücke bereits "Land unter". Dabei könnten Ausflügler dort Kultur, Gastronomie und Natur erleben, sagte er und räumte zugleich ein, dass dies nicht nur positive Folgen habe. Als Beispiele nannte er die angespannte Parksituation sowie unangemeldete Verkaufsstände. Gemeindevertreter Bodo Schröder, bis Ende Mai Bürgermeister, erinnerte daran, dass sich das Gremium bereits vor fünf Jahren mit dem Thema befasst habe. "Die Anwohner müssen ihre Grundstücke erreichen", forderte er.

"Wir müssen über den Erhalt eines Ortes reden", machte dann aber der erste Zollbrücker die Sicht der Bürger deutlich, denen Rederecht eingeräumt worden war. Kultur aufs Land zu bringen, begrüße er, aber die Proportionen müssten beachtet werden. Das Theater sei gewachsen und inzwischen etabliert, aber Zollbrücke habe nun einmal nur 21 Bewohner. Einen Parkplatz mit insgesamt 80 Stellpätzen für Pkw und zusätzlich Busse könne er da nicht gutheißen und fragte mit Blick auf laufende Vermessungsarbeiten nach der Transparenz.

Letztere hätten allerdings nichts mit dem Parkplatz, sondern geplanten Straßenbauarbeiten des Landkreises zu tun,  erklärte Gemeindevertreter Oliver Proft. "Ich habe einen der Vermesser angesprochen." Mit dem Theater müsse unbedingt gesprochen werden, äußerten sich weitere Bürger, wobei auch Kritik laut wurde, dass das Theater bei der Sitzung nicht vertreten war. "Verkehrseinrichtungen ziehen immer auch Verkehr nach sich", meldete sich der erste Bewohner noch einmal zu Wort. "Wir müssen das Gleichgewicht halten beziehungsweise wiederherstellen."

Andere sprachen zudem an, dass sie aufgrund des Lärms in Zollbrücke Zimmer zur Straße nicht mehr nutzen könnten, regelmäßig Haufen nicht etwa von Hunden, sondern Menschen von Wegen entfernen müssten, von Parkplatzsuchenden immer wieder angepöbelt würden, Busse meist mit laufendem Motor warten und letztlich auch immer wieder Vorstellungen des Theaters zu laut seien. "Die Situation ist jetzt schon unerträglich", erklärte ein weiterer Anwohner und fügte hinzu: "Wenn das Theater weiter wachsen möchte, dann muss es umziehen." Zum Beispiel nach Wriezen, das ja auch über eine Bahnverbindung verfüge.

Eine Pensionsbetreiberin aus Neuküstrinchen erinnerte unterdessen an das Theater als Wirtschaftsfaktor in der Region. Zum Thema Lärm und Toiletten ließe sich bestimmt eine Lösung finden, äußerte sie sich zuversichtlich. Busse könnten auch außerhalb von Zollbrücke parken, meinte sie. "Das Theater ist ein Alleinstellungsmerkmal. Von ihm profitieren auch die Gaststätten."

Ausweichplätze für Busse seien sogar vorhanden, würden letztlich trotz direkter Ansprache auch von Fahrern aber nicht genutzt, bedauerte Amtsdirektor Karsten Birkholz. Beschwerden zu Lärmbelästigungen könne aber nur nachgegangen werden, wenn sie konkret (was, wann, wer) und umgehend geäußert würden.

Vertagung angeregt

Vorschläge, den Beschluss zu vertagen, um das Theater einzubeziehen (Gemeindevertreterin Marianne Krüger) beziehungsweise noch einmal nach anderen Flächen für einen Parkplatz zu schauen (Bürgermeister Michael Rubin) fanden unterdessen keine Zustimmung. Unbeachtet blieb zudem der Hinweis des Amtsdirektors, dass es bereits Gespräche mit dem Landkreis zu Fördermitteln für die Parkplatzerweiterung gibt.

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