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Die Landfleischerei Bralitz besteht seit mehr als 25 Jahren. Der Betrieb gibt 18 Mitarbeitern Lohn und Brot.

Meisterbetrieb
Wo der Fleischer noch Handwerker ist

Aus eigener Produktion frisch in die Ladentheke: Anke Hochschild (M.) und Beate Linke bedienen im Bralitzer Geschäft der Landfleischerei Hochschild einen ihrer Stammkunden.
Aus eigener Produktion frisch in die Ladentheke: Anke Hochschild (M.) und Beate Linke bedienen im Bralitzer Geschäft der Landfleischerei Hochschild einen ihrer Stammkunden. © Foto: Wolfgang Rakitin
Steffen Göttmann / 09.10.2019, 13:10 Uhr - Aktualisiert 09.10.2019, 13:10
Bralitz (MOZ) Ich freue mich jeden Tag auf das Wurst machen, es gibt heute alle Zutaten, um zehn Sorten Leberwurst herzustellen", sagt Richard Hochschild, Fleischermeister aus Bralitz, der im Dezember vergangenen Jahres das 25-jährige Meisterjubiläum gefeiert hat. Jeden Morgen steht der 62-Jährige bereits zwischen 4 undr 5 Uhr in seinem Betrieb, um Fleisch- und Wurstwaren zu produzieren, die um 8 Uhr in der Ladentheke angeboten werden.

Bierschinken, Leberwurst, Grütze und frisches Bratwurstfleisch gehören zu den Rennern im Angebot – nach wie vor. Die Kundschaft kommt aus Bad Freienwalde und Umgebung. Richard Hochschild macht alles selbst und nach alter Väter Rezept. "Wir räuchern und wir pökeln selbst", erläutert der Fleischemeister. Die Ware liege 14 Tage im Salz. Es gebe Methoden, den Vorgang zu beschleunigen. Da mache er aber nicht mit, weil sich dies negativ auf den Geschmack auswirke.

Handwerkliche Qualität

Richard Hochschild legt Wert auf handwerkliche Qualität und darauf, dass er so produziert, wie er es gelernt hat. "Damit es schmeckt wie früher", sagt er. So bestellt er Natur-Gewürze, die er selber mischt. So dass seine Produkte einen unverwechselbaren Geschmack haben. Darüber hinaus arbeite er ohne Konservierungstoffe. Er bezieht Schweinehälften und geviertelte Rinder aus dem Schlachthof Prenzlau. Ér schlachtet nicht mehr selbst. Dazu seien die Auflagen viel zu hoch. Die Landfleischerei Bralitz ist ein Familienbetrieb. Richard Hochschild leitet die Produktion, seine Frau Marlies steht im Laden und erledigt zusätzlich die Buchhaltung. Auch Tochter Anke Hochschild arbeitet im Geschäft mit. Insgesamt 18 Mitarbeitern gibt der handwerkliche Betrieb Lohn und Brot.

Gelernt und gearbeitet hat Richard Hochschild in der Konsumgesellschaft Neuenhagen. Als diese geschlossen wurde, musste er sich nach einem neuen Broterwerb umsehen. Die Hochschilds beschlossen, das elterliche Stallgebäude in eine Fleischerei umzubauen. Gemeinsam mit seiner Frau, Bruder Herwig und dessen Frau Roswitha legte sich die Familie ins Zeug. Der Laden in Bralitz startete am 1. Juli 1993. Ein Jahr später eröffnete die Familie eine Filiale in Neuenhagen und ein weiteres Jahr später ein drittes Geschäft in Oderberg. Richard Hochschild musste sogar seinen Handwerkermeister wiederholen, weil der volkseigene Meistertitel nicht anerkannt wurde. "Ich hätte nicht ausbilden dürfen", begründeter.

Schlachtfest steht bevor

Vegetarier, Veganer und Handelsketten schrecken den Fleischermeister weniger als die Bürokratie. Dass in Bad Freienwalde die Umgebung so viele Fleischer aufgeben und keinen Nachwuchs finden, sei nicht verwunderlich. Die Auflagen seien dermaßen streng, dass sie kleinen Betrieben schwer zu schaffen machen.

Jetzt bereitet sich der Betrieb aufs Schlachtfest vor, zu dem er zweimal im Jahr einlädt. Die Kundschaft komme sogar aus Berlin.

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