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Noch immer beschäftigen die Probebohrungen der Lindhorst-Gruppe die umliegenden Dörfer. Nach den Haselbergern werden nun die Prötzeler laut. V

Brunnen
Probebohrungen erregen Besorgnis

Stein des Anstoßes: So sah das Ergebnis einer Brunnenbohrung zwischen Haselberg und Frankenfelde im September diesen Jahres aus. Die entnommenen Wassermassen empören die Bürger.
Stein des Anstoßes: So sah das Ergebnis einer Brunnenbohrung zwischen Haselberg und Frankenfelde im September diesen Jahres aus. Die entnommenen Wassermassen empören die Bürger. © Foto: Steffen Göttmann
Nadja Voigt / 09.10.2019, 13:09 Uhr - Aktualisiert 09.10.2019, 13:09
Prötzel (MOZ) Die durchgeführten Probebohrungen der Lindhorst-Gruppe haben die Bürger von Harnekop erschreckt. Das machte Gerda Manthei in der Bürgerfragestunde der jüngsten Gemeindevertretersitzung deutlich. "Wusste jemand von den Abgeordneten davon?", wollte die Harnekoperin am Montag von den Anwesenden im Bürgerhaus in Prötzel wissen.

Auch in Haselberg hatten die Aktivitäten des Agrar-Unternehmens für Verunsicherung gesorgt. Wie die MOZ berichtete, ergab eine Anfrage an den Landkreis, dass dieser nicht in das Verfahren eingebunden war.  "Die Maßnahmen sind sowohl beim Landesbergamt als auch beim Landesamt für Umwelt (LfU) bekannt und vom LfU auch genehmigt", teilte Seelow mit.

Das bestätigt auch der Bau- und Ordnungsamtsleiter des Amtes Barnim-Oderbruch, der auf der Sitzung am Montag zugegen war. Allerdings sei keine Genehmigung zur dauerhaften Entnahme erfolgt. Bei den Probebohrungen seien Messprotokolle erstellt worden, als der Grundwasserleiter angezapft worden ist. Suhr sprach allerdings auch von "unschönen Bildern". Gerda Manthei wurde noch deutlicher: "Wir werden alle an der Nase herumgeführt", so die Harnekoperin. "Der Landkreis hält die Bürger zum Wassersparen an und dort werden Hunderttausende von Litern über die Felder laufen gelassen", empörte sie sich.

"Wir wussten es alle nicht", konstatierte die Prötzeler Bürgermeisterin Simona Koß (SPD). Und schob gleich hinterher, dass die Verfahrensweise der Landesbehörden so nicht hinnehmbar sei. "Es ist sehr ärgerlich, das die Fachbehörden uns solche Entscheidungen nicht mitteilen müssen", so Carl Gremse, Gemeindevertreter aus Prädikow. Und wünschte sich, solche Prozesse künftig begleiten zu können.

Das Schlimmste sei für ihn, sagte Prädikows Ortsvorsteher Andreas Behnen, dass die Nutzung des Wassers nicht zweckgebunden sei. "Das ist erschreckend", wertete der pensionierte Landwirt. "Denn wir können uns alle vorstellen, wofür das Wasser noch gebraucht werden könnte." Hintergrund der Befürchtung ist eine Bürgerversammlung im Frühjahr diesen Jahres in Harnekop: Dabei wollten Vertreter der Lindhorst AG, darunter auch Eigentümer Jürgen Lindhorst, die Stimmungslage im Dorf zu einer geplanten, mindestens 50 Hektar großen Photovoltaikanlage sowie zu einem ebenfalls angedachten Wasserstoffkraftwerk ergründen. Allerdings hieß es damals gegenüber den Bürgern und am nächsten Tag ein weiteres Mal gegenüber dieser Zeitung, dass man das eindeutige Bürgervotum bezüglich des Kraftwerks zur Kenntnis genommen habe und man die Ablehnung respektieren werde. "Dann wird es auch nicht gebaut", so Planer Alexander Rosenthal im April diesen Jahres.

Gemeinde sucht Gespräch

Prötzels Ortsvorsteher Marcel Wolff (Bürger für Bürger) begrüßte noch einmal ausdrücklich, das Jürgen Lindhorst zu dem Treffen im Bürgerhaus im Frühjahr persönlich gekommen war. "Das rechne ich ihm hoch an", so der Prötzeler. Und empfahl auch jetzt in dieser Situation, das persönliche Gespräch zu suchen. Dies nahm die Bürgermeisterin zum Anlass, sich um einen zeitnahen Termin mit dem Unternehmenschef aus Winsen an der Aller zu bemühen. Gemeindevertreter Christian Brieger empfahl, für die Runde einen "angemessenen Rahmen" zu finden.

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