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Peter Schuldt, (60) Leiter des  Polizeireviers Bad Freienwalde, hat sich am Freitag in den Ruhestand verabschiedet. Er war elf Jahre in der Kurstadt.

Polizei
Bad Freienwalder Revierleiter im Ruhestand

Abschiedsrunde in Altranft: Peter Schuldt (2.v.l.) mit den Revierpolizisten Holger Pscheid, Heike Senf, Katja Gransee und André Braun (v.l.) sowie Bürgermeister Ralf Lehmann (Mitte).
Abschiedsrunde in Altranft: Peter Schuldt (2.v.l.) mit den Revierpolizisten Holger Pscheid, Heike Senf, Katja Gransee und André Braun (v.l.) sowie Bürgermeister Ralf Lehmann (Mitte). © Foto: Steffen Göttmann
Steffen Göttmann / 30.11.2019, 09:00 Uhr
Bad Freienwalde (MOZ) Hauptsächlich wollte sich Peter Schuldt von den Revierpolizisten verabschieden. Sie kamen fast alle in Ausgehuniform mit weißen Hemden. "Ich freue mich, dass sie alle da sind, denn ich war kein leichter Chef", bekannte Peter Schuldt. Auch Sven Brandau, Leiter der Polizeiinspektion Märkisch-Oderland in Strausberg, ließ es sich nicht nehmen, den langjährigen Mitarbeiter zu verabschieden. Mehr als 40 Jahre aktiver Polizeidienst liegen hinter Peter Schuldt, der nun als Polizeihauptkommissar in den Ruhestand geht. "Ich gehe jetzt in Urlaub und komme nicht wieder in den Dienst zurück", sagte er lächelnd.

Der gebürtige Mecklenburger leistete den Armeedienst in Bernau und wechselte dann in der Hussitenstadt  zur Volkspolizei. Dort durchlief er verschiedene Stationen, war bei der Verkehrspolizei, unter anderem auch als Sachbearbeiter, und bei der Kriminalpolizei. "Ich habe immer das gemacht, was mit Spaß bereitet hat", sagte Peter Schuldt, der in der Altranfter Bauenrstube seinen Abschied feierte.

Mitbegründer der Gewerkschaft

Zur Wendezeit sei er einer von drei Polizisten gewesen, die an den Demonstrationen in Berlin teilgenommen hatten, erinnerte sich Peter Schuldt. Zudem sei er der Mitbegründer der Gewerkschaft der Volkspolizei gewesen. "Deshalb wollte mich die Stasi einsperren", berichtete er. Er sei von da an Gewerkschafter und im Personalrat gewesen.

Vor elf Jahren kam Peter Schuldt nach Bad Freienwalde, zuerst als Koordinator der Revierpolizei, war dann als Wachenleiter und zuletzt als Revierleiter tätig. Als solcher stand er den Revierpolizisten vor, die in engem Kontakt zu den Bürgermeistern in Bad Freienwalde und Wriezen sowie den Ämtern Barnim-Oderbruch und Falkenberg-Höhe standen. In den Hauptorten bieten sie regelmäßige Sprechstunden an. Durch den engen Kontakt zu Bürgern, der auch durch die Absicherung von Festumzügen zustande kommt, genießen sie Vertrauen und nehmen den Menschen die Angst vor der Uniform.

In die Gratulationscour reihten sich daher auch die Bürgermeister Ralf Lehmann und Karsten Ilm (beide CDU) sowie die Amtsdirektoren Karsten Birkholz und Holger Horneffer ein. "Ich bin stolz darauf, dass auch der ehemalige Wriezener Bürgermeister Uwe Siebert hierher gefunden hat", sagte Schuldt. Er betonte die gute Zusammenarbeit mit den Kommunen, die einen großen Anteil an der Sicherheitslage der Region hätten. "Das ist trotz einiger Hürden optimal gelaufen", zog er Bilanz. Es gebe zwar in der Region den ein oder anderen polizeilichen Schwerpunkt. "Aber mir fällt jetzt nichts Besonderes ein", fügte er hinzu. Raubüberfälle wie in der Nacht zum Mittwoch in Wriezen und Eiche passieren überall, aber sie seien nichts Spezifisches für die Region. Sie gehören zur Realität. Auch der große Drogenfund in einer Garage vor einem Jahr hätte auch woanders entdeckt werden können, das habe nichts mit Bad Freienwalde oder seiner Lage zu tun.

"Die Grenze zu Polen ist eine besondere Nahtstelle, aber kein polizeilicher Schwerpunkt", unterstrich der scheidende Revierleiter. In Bad Freienwalde erlebte Schuldt zudem den Umzug des Polizeireviers. Dies wechselte von dem alten Gebäude im Eigentum des Landes in der Gesundbrunnenstraße im Mai 2017 in das neue Revier in der Victor-Büthgen-Straße hinter dem Amtsgericht. Die Arbeitsbedingungen der Beamten und Angestellten verbesserten sich dadurch deutlich. Am Altbau bröckelte der Putz.

"Ich bin stolz darauf, gebürtiger Mecklenburger zu sein", erklärte Peter Schuldt. Diese Herkunft habe ihm die Arbeit erleichtert. "Die Mentalität von Mecklenburgern und Oderbrüchern kann man gut vergleichen und ist nahezu identisch", ergänzte der Polizeibeamte.  "Ich bin daher mit den Menschen im Oderbruch schnell warm geworden."

Bernauer baut sich ein Haus

Peter Schuldt kann die neue Freizeit gut gebrauchen. Denn er baut sich gerade ein Haus in Bernau. Im übrigen engagiert er sich mit anderen Mitstreitern gegen den übermäßigen Ausbau der Windkraft in der Region um Bernau, wo hohe Anlagen wie Pilze aus dem Boden schießen, nahe an die Wohnbebauung heranrücken.

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