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Bauvorhaben
Stadtverordnete lehnen ab: Bad Freienwalder Post-Projekt auf der Kippe

Alte Post in Bad Freienwalde
Alte Post in Bad Freienwalde © Foto: MOZ/Steffen Göttmann
Steffen Göttmann / 12.12.2019, 11:33 Uhr - Aktualisiert 13.12.2019, 12:53
Bad Freienwalde (MOZ) Der vom Bad Freienwalder Bürgermeister Ralf Lehmann (CDU) vergangene Woche aus dem Hut gezauberte Investor sei am Mittwoch abgesprungen, erklärte das Stadtoberhaupt gegenüber der Stadtverordnetenversammlung. Schon im Vorfeld wurde klar, dass der Kompromissvorschlag des Bürgermeisters keine Mehrheit finden würde. Er hatte das Gesamtprojekt erneut ohne Veränderung eingebracht. Einziger Unterschied: Die Stephanus-Stiftung als einziger Mieter ist raus. Über die Nutzung der frei gewordenen Flächen sollten die Bürger mit einem Ideenwettbewerb eingebunden werden.

Detlef Malchow, Vorsitzender der Fraktion Wählervereinigung 2019/FDP/Wählergemeinschaft Inselgemeinden, warf der Stadtverwaltung erneut Konzeptionslosigkeit hinsichtlich der Nutzung ihrer Immobilien vor. „Der Bahnhof hat ein schlappes Konzept, er steht weitgehend leer“, sagte Malchow.

Zu viel „vielleicht“

Ansonsten solle vielleicht ein Fahrradverleih einziehen, vielleicht auch etwas anderes. „Das Kurtheater steht leer“, fügte Malchow an. Und auch die Landratsvilla, die die Stadt als möglichen Hotelstandort gekauft habe, sei ungenutzt. Und auch die Post stehe leer. Das Bestandsgebäude umfasse 1600 Quadratmeter, erklärte Malchow. Ohne Stephanus-Stiftung bleibe der größte Teil des Postgebäudes leer. „Wer soll denn dort rein“, frage er sich. Nun sei auch noch der Investor für das Postgebäude abgesprungen. Malchow regte an, sich grundsätzlich Gedanken über die Nutzung der städtischen Immobilien zu machen. Seiner Auffassung nach wäre es besser, im Postgebäude altersgerechte Wohnungen einzubauen und die Bibliothek vielleicht in den Bahnhof zu verlegen. Dort gebe es genug Platz.

„Wir haben am 24. Oktober das Projekt abgelehnt, der Beschluss war verbindlich“, betonte AfD-Fraktionschef Lars Günther. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass es jemals einen Investor gab“, sagte er. Er erneuerte seine Forderung, auf den Anbau fürs Archiv zu verzichtenMarco Büchel, Fraktionsvorsitzender der Linken, der seit langem die Bibliothek als Bildungsangebot der Stadt unterstützt, versuchte zu retten, was zu retten ist. „Wir sollten würdevoll mit dem Projekt umgehen“, forderte der Linken-Politiker. Seit 2009 begleite er das Vorhaben. Es sei genau am richtigen Standort, um eine Einheit aus Bibliothek und Stadtarchiv herzustellen.

Bahnhof schon diskutiert

Der Bahnhof habe in den Diskussionen ebenso eine Rolle gespielt wie auch das jetzige Bibliotheksgebäude in der Gartenstraße. Um die Bibliothek zu modernisieren, sie weiter zu entwickeln, habe sich das Postgebäude als Standort herauskristallisiert. Bürgermeister Lehmann betonte, dass die Rückkaufsumme für das Gebäude, die immer wieder für Verwirrung sorge, nicht an Dritte bezahlt werde. „Das Geld steht der Stadt für Investitionen im Sanierungsgebiet zur Verfügung“, betonte er.

Bei einer namentlichen Abstimmung votierten acht Stadverordnete für den Vorschlag der Stadt, zwölf dagegen, einer enthielt sich: Mehrheitlich beschlossen wurde der Antrag der Fraktion Wählervereinigung 2019/FDP/Wählergemeinschaft Inselgemeinden, Bibliothek und Archiv den angemessen unterzubringen, wobei der Anbau auszuschließen ist. Vorher sollten jedoch auch alle anderen Optionen analysiert werden.

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