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Erste Hilfsgüter erreichen Lagerhalle in Bad Freienwalde

Flüchtlingshilfe
Erste Hilfsgüter erreichen Lagerhalle in Bad Freienwalde

Erste Spenden: Andreas Steinert sammelt Decken, Kissen und warme Kleidung, die Flüchtlingen auf den griechischen Inseln zu gute kommen sollen.
Erste Spenden: Andreas Steinert sammelt Decken, Kissen und warme Kleidung, die Flüchtlingen auf den griechischen Inseln zu gute kommen sollen. © Foto: Steffen Göttmann
Steffen Göttmann / 05.01.2020, 09:00 Uhr - Aktualisiert 06.01.2020, 07:30
Bad Freienwalde (MOZ) Unerwartet groß ist die Resonanz auf den Spendenaufruf des Unternehmers Andreas Steinert, der in Falkenberg die "Carlsburg" und in Bad Freienwalde die "Deko-Scheune" betreibt. Während dort auf Hochtouren die Umbauarbeiten von Weihnachten auf Ostern laufen, gehen in der Lagerhalle nebenan erste Spenden ein. Kissen, Deckbetten und Pullover stapeln sich auf einer Palette. Andreas Steinert erwartet an diesem Wochenende bis zu 200 Einsendungen und Menschen, die Sachspenden vorbei bringen.

Mehrere leere Tische stehen nebeneinander. "Wir haben eine Sortierstrecke aufgebaut", sagt Steinert. Denn in den Säcken finden sich auch Sommerkleider, die nicht gebraucht werden. Sie werden für später aussortiert. Der Transport kostet Geld und gebraucht werden nur Wintersachen. In Griechenland sei es zurzeit kälter als in Deutschland

"Auf griechischen Inseln wie Samos und Kos leben 4000 Kinder ohne Eltern, die nichts haben", so Steinert.  Nachdem auf Samos das Lager mit den Hilfsgütern abgebrannt sei, gebe es dort keine warmen Decken mehr. Die Menschen leben in Zelten auf dem blanken Schotter.

Mehr als 600 Tote an einem Tag

Im Herbst 2016 gingen die Bilder von im Mittelmeer ertrunkenen Flüchtlingen um die Welt. "Als an nur einem  Tag mehr als 600 Menschen starben, hat mich dies so beschäftigt, dass ich helfen wollte", erinnert sich der Falkenberger. Zuerst bewarb er sich vergeblich bei Sea-Watch in Berlin. Dann versuchte er es bei der Regensburger Organisation Sea-Eye, die ihn im Frühjahr 2017 auf seine erste Mission mitnahm. Dort sei ihm die Dimension der Katastrophe bewusst geworden.  "Wir hatten an einem Wochenende innerhalb von 72 Stunden 13 000 Menschen auf den Wasser", berichtet er. Zur Mission gehört für Steinert auch, in Deutschland über die Zustände in Lybien zu berichten, die die Menschen zur Flucht veranlassen. Die Reaktionen seien unterschiedlich. Natürlich werde er bei Facebook als "Schlepper" und "Menschenhändler" beschimpft. "Ich stehe darüber", sagt er. Denn er erntet auch viel Zustimmung.

Die Situation in Griechenland sei etwas ganz anderes. "Die Menschen sind nicht gerade erst angekommen, sondern schon länger dort", erläutert der Unternehmer. Griechenland könne aber wegen der eigenen wirtschaftlichen Situation, den Menschen kaum helfen. "Auf manchen Inseln leben mehr Flüchtlinge als Einheimische", so Steinert. "Wir als Familie haben Heiligabend entschieden, dass wir etwas tun müssen", berichtet der 45-jährige Falkenberger. Nur einen Tag vorher haben Michael Buschheuer, Gründer von Sea-Eye, und seine Familie den gleichen Beschluss gefasst. Über die sozialen Medien brachten sie die Sache in Schwung. Gebraucht werden Decken, Zelte, Planen, warme Schuhe und warme Kleidung für Kinder und Erwachsene sowie Babynahrung, Hygieneartikel, Windeln und Feuchttücher.

Helfer mieten Hotels an

Wer spenden will, kann die Hilfsgüter zur Deko-Scheune, Frankfurter Straße Ausbau 24, bringen. Diese ist vom 6. bis 12. Januar, täglich, auch sonntags, jeweils von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Mit Geldspenden werden die Transporte bezahlt. "Wir gehen schon einen Schritt weiter und mieten für kleines Geld auf den Inseln leerstehende Hotels und Wohnungen an, um bedürftigen Familien ein festes Dach über dem Kopf zu verschaffen", so Steinert. Am 15. Januar soll der erste Lastzug eines einheimischen Spediteurs von Bad Freienwalde nach Griechenland geschickt werden.

Das Spendenkonto lautet: "Space-Eye", bei der Volks- und Raiffeisenbank Regensburg, IBAN: DE53 7509 0000 0001 0491 51, BIC: GENODEF1R01, Verwendungszweck Samos

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Miriam Tödter 11.02.2020 - 13:26:09

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