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Flüchtlinge in Thessaloniki bekommen Hilfe aus dem Oderland

Packt mit an und begleitet die Lieferung in die griechischen Flüchtlingslager: Axel Grafmanns
Packt mit an und begleitet die Lieferung in die griechischen Flüchtlingslager: Axel Grafmanns © Foto: Miriam Tödter
Nadja Voigt / 22.01.2020, 07:00 Uhr - Aktualisiert 22.01.2020, 08:50
Bad Freienwalde (MOZ) Der zweite Transport mit Hilfsgütern aus Berlin und Brandenburg wird planmäßig heute die griechische Stadt Thessaloniki erreichen.

Die nordgriechische Stadt ist ein Dreh- und Angelpunkt. Für zehntausende Geflüchtete aus Afghanistan und Syrien, dabei besonders auch viele unbegleitete Minderjährige. Zur Koordination mit den lokalen Partnerorganisationen reist der frühere Sea-Watch Geschäftsführer Axel Grafmanns nach Griechenland, berichtet Miriam Tödter vom Organisationsteam.

Grafmanns wohnt seit einem guten Jahr in Neurüdnitz in der Gemeinde Oderaue. Seit bereits neun Jahren hat er dort mit seiner Lebensgefährtin ein altes Fachwerkhaus restauriert und bietet dort Mediation und Coachings an. "Ich verwende meinen Resturlaub, um sicher zu gehen, dass unsere Hilfsgüter auch wirklich gut ankommen", erklärt Grafmanns, der aktuell bei einer Menschenrechtsorganisation arbeitet. "Außerdem werde ich ein paar Tage in den Camps mithelfen, damit ich die Lage vor Ort noch besser verstehen kann", fährt der ehemalige Sea-Watch Chef und Mitinitiator von "Wir packen’s an" um den Bad Freienwalder Unternehmer Andreas Steinert von der "Dekoscheune" fort. Ursprünglich sei geplant gewesen, die Hilfsgüter auf die griechischen Inseln wie Samos und Lesbos zu schicken. Jedoch eskaliert die humanitäre Krise in Griechenland gegenwärtig von den ägäischen Inseln hin zum Festland, berichten die Initiatoren dieser Zeitung. "Geflüchtete von den Inseln werden aufs Festland gebracht, die Umstände sind dabei genauso katastrophal, stehen jedoch weniger im Fokus der internationalen Öffentlichkeit. Deshalb haben wir uns entschieden, einen Truck mit dringend benötigten Hilfsgütern nach Thessaloniki zu schicken"  so Axel Grafmanns weiter. "Es ist die Antwort der ostdeutschen Zivilgesellschaft auf die Unterstellung, der Osten wäre verloren und ausschließlich rechtsextrem. Wir haben hier tolle Menschen, Kirchen, Ehrenamtliche, Jugendclubs, Sammelstellen und viele andere, die alle mit anpacken. Für mich eine Verpflichtung, dafür Sorge zu tragen, dass die Hilfsgüter gut ankommen. Deshalb bin ich nun vor Ort".

Es werden noch Helfer gesucht

Die Hilfsgüter werden in Kooperation mit "Medical Volunteers International" und der "Intereuropean Human Aid Association" vor Ort verteilt. "Unsere Aktion wird die schlimme Situation insgesamt nicht ändern. Aber für den einzelnen Menschen macht es einen Unterschied, eine warme Jacke, ein paar Schuhe oder eine Decke bei fünf Grad Celsius und Schlafen im Freien zu haben oder nicht zu haben. Und allein das ist es wert. Unsere Aktion ist Protest und gelebte Empathie. Sie wirft vor allem aber die Frage an die Politik auf: Wieso schaut ihr weg, wenn Kinder und Jugendliche mitten in Europa würdelos behandelt werden?", fragt Axel Grafmanns, und kritisiert dabei die Zustände in Griechenland ebenso wie die Untätigkeit der politischen Entscheidungsträger in Deutschland.

Seit Wochen können in der Bad Freienwalder "Dekoscheune" dringend benötigte Hilfsgüter wie Decken, warme Kleidung für Kinder und Erwachsene, aber auch Spielzeug und Windeln abgegeben werden. Für die letzten Transporte – am kommenden Montag endet die Aktion – werden noch dringend Helfer beim Sortieren und Packen in Bad Freienwalde benötigt. Seit gestern und noch bis Sonnabend herrscht dort noch einmal rege Betriebsamkeit – um Menschen in Not mit dem Nötigsten zu versorgen.

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Miriam Tödter 11.02.2020 - 13:24:48

Wir packen's an

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