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Bad Freienwalde
Landkreis Märkisch-Oderland stellt sich vor Leiter des Oderbruch-Museums

Der Landkreis Märkisch-Oderland stärkt der Museumsleitung des Oderbruch-Museums Bad Freienwalde den Rücken. (Symbolfoto)
Der Landkreis Märkisch-Oderland stärkt der Museumsleitung des Oderbruch-Museums Bad Freienwalde den Rücken. (Symbolfoto) © Foto: pixabay
Steffen Göttmann / 14.02.2020, 03:00 Uhr
Bad Freienwalde Der Landkreis versuche seit mehr als fünf Jahren die Kultureinrichtung in Altranft weiterzuführen, sagt Friedemann Hanke (CDU), Erster Beigeordneter des Landkreises. "Altranft wäre geschlossen worden.

Die Heftigkeit der Angriffe ist unverständlich und falsch", macht der Kultur-Dezernent seinem Ärger Luft. Allen Kritikern, die dem alten Freilichtmuseum nachtrauern, hält Hanke entgegen, der Landkreis habe die Notbremse ziehen müssen, weil es nicht zukunftsfähig und viel zu teuer gewesen sei. Wegen der Personalkosten sei für die Arbeit kein Geld mehr da gewesen. Eigentlich habe man alles verkaufen wollen, doch Landrat und  Stadt Bad Freienwalde wollten die Kulturstätte erhalten, aber umkrempeln.

Hankes Frust richtet sich gegen Teile der Stadtverordnetenversammlung. Dort war, wie berichtet, mehrfach in Zusammenhang mit der Diskussion über den Beitritt zur Kommunalen Arbeitsgemeinschaft (KAG) Kulturerbe der Oderbruchgemeinden bezweifelt worden, dass mit dem jährlichen Zuschuss der Stadt an das Museum verantwortungsvoll umgegangen wird. Die Verwendung des Geldes sei nicht transparent, lautete der Vorwurf. Die Stadt unterstützt auf Beschluss der "alten" Stadtverordnetenversammlung den Transformationsprozess jährlich mit 100 000 Euro.  Die "neue" Stadtverordnetenversammlung lehnte zweimal den Beitritt zur KAG wegen eines jährlichen Mitgliedsbeitrags von knapp 3000 Euro ab. Die Begründung: Sie wollten zuerst erfahren, wie die 100 000 Euro verwendet werden. "Ich kann für jedes Projekt genau sagen, was es kostet", sagt Kenneth Anders, Leiter des Programmbüros des Museums. Von dem Zuschuss der Kurstadt finanziere das Oderbruch-Museum den Kooperationsfonds, über den sich Vereine, Künstler und örtliche Initiativen aus dem ganzen Oderbruch mit dem jeweiligen Jahresthema auseinanderzusetzen können. Er plane Projekte, lege ein Budget fest und suche dafür Honorarkräfte. "Meist liegen die Kosten noch unter dem Plan", so Anders. Feste Personalstellen gibt es kaum.

Er habe angeboten, vor der Stadtverordnetenversammlung Rechenschaft abzulegen, aber man habe sich nicht dafür interessiert, so Anders. Die Kurstadt entrichte im übrigen ihren Zuschuss ohne Auftrag. Einzige Bedingung sei, dass das Museum Workshops für Schulen genauso anbietet, wie es  Freilichtmuseum üblich war, so Kenneth Anders. Die Resonanz sei gleich Null. Das Museum gehe eigentlich lieber in die Schulen, was sehr gut angenommen werde

Kein klassisches Museum

Das Museum sei kein klassisches, eher sondern Zentrum oder Nukleus, erklärt Tobias Seyfarth, Leiter des Kulturamtes, der den Landkreis im Museumsverein vertritt. Er verurteilt die Attacken gegen Kenneth Anders und Lars Fischer. Sie seien ungerechtfertigt, weil die Verantwortung auf vielen Schultern liege. Im Trägerverein wirken  Landkreis, Stadt, Altranfter Traditionsverein und VFBQ mit. Im neunköpfigen Programmbeirat arbeiten Brigitte Faber-Schmidt, Geschäftsführerin Kulturland Brandenburg, Reinhard Kampmann vom Vorstand der Sparkasse und der Landrat.

"Wir sehen das Museum als einzigartige Chance für Bildungsprojekte und sind froh über die Entwicklung", sagt Hanke "Die Stadt muss sagen, was sie will. Wir können das Museum auch schließen."

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