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Corona-Pandemie
Sternwarte in Neuenhagen startet Sternenschau online

Jana Reimann-Grohs / 26.03.2020, 21:00 Uhr - Aktualisiert 27.03.2020, 13:59
Neuenhagen (MOZ) Es lässt sich schon behaupten, dass jemand  wie Olaf Hofschulz einen einzigartigen Job hat. Der Astrophysiker ist seit einem Jahr Herr der Sternwarte von Neuenhagen und gleichzeitig stellvertretender Schulleiter am Einstein-Gymnasium (EGN).

Für seine Schüler und Besucher des auf dem Schul­dach eingerichteten Observatoriums klettert der Physik-Lehrer gern die Leiter zur Kuppel hoch und richtet das Riesenteleskop mit drei Meter Brennweite auf Vorzeigeobjekte wie Sternhaufen, Galaxien wie den  Andromedanebel oder Planeten aus.

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Bis zur Eröffnung der Sternwarte vor einem Jahr hat er nicht locker gelassen und bemüht sich immer weiter um Fördermittel für die technische Aufrüstung. Auf der Dachterrasse der Schule hat er eine Schüler-Forschungsstation eingerichtet, über die sich nun auch durch kleinere Teleskope am Abend wunderbar die Venus beobachten lässt, schwärmt Hofschulz. Voraussetzung wäre ein wolkenfreier Himmel. Am Sonnabend sollen zum deutschlandweiten Tag der Astronomie Mond und Venus, nahe dem Siebengestirn (auch Plejaden genannt), besonders gut zu beobachten sein. Über 200 Sternwarten und Vereine wollen das Spektakel live verfolgen.

Deutschlandweiter Tag der Astronomie

Auch am EGN war dieses Ereignis mit kostenloser Besichtigung der Sternwarte, Vorträgen und Programm bis in den Abend hinein geplant. Unter anderem war Gastredner Dr. Mirko Krumpe (Uni Potsdam) geladen, um über Schwarze Löcher zu sprechen. Jetzt fällt die Veranstaltung zwar aus, wird aber nachgeholt, kündigt Hofschulz an. Als Mitglied der Vereinigung der Sternfreunde richtet er sich nach deren Empfehlung, auf den 24. Oktober auszuweichen. Schweren Herzens ausgeladene Gäste und Sternenkundler können dann Jupiter, Saturn, Mond und den roten Planeten Mars im Fernrohr anschauen, hofft Hofschulz.

Der 53-Jährige öffnet die Kuppel regelmäßig per Fernbedienung von zu Hause aus, um durch das große Remote-gesteuerte Teleskop einen Blick auf geliebte Sterne und Planeten zu erhaschen. Manchmal kündigt sich auch ein Komet an. Am Abend des 23. März war der Komet Atlas C2019 Y4 zu sehen. Aber erst aus 45 einzelnen Fotos mit je 120 Sekunden Belichtungszeit hat der Sternwartenrechner aufgrund der Sternenschweif-Bewegung ein vorzeigbares Abbild mit umliegenden Sternen als Strichspuren zusammengefügt.

Am 28. März macht Hofschulz eine virtuelle Sternenschau im Internet. Statt Livestream hat er ein 45-minütiges Video vorproduziert, das um 18.30 Uhr bei Youtube online geht: "Ich werde etwas zur Entstehung des Observatoriums und seiner erfolgreichen Arbeit erzählen und einen kleinen Rundgang machen, in dem ich die Arbeitsweise vorstelle." Sonst hätte er nur zeitverzögerte Bilder in schlechterer Qualität zeigen können. "Aber wir arbeiten daran, in Zukunft auch Live-Beobachtungen aus der Sternwarte heraus zu ermöglichen", verspricht Hofschulz.

Auch EGN-Schüler hatten sich monatelang auf diesen Tag vorbereitet und wollten unter anderem über Sonnenflecken, Asteroiden und flüchtende Galaxien berichten. Zwei der drei Astro-Physik-Arbeiten erreichten beim diesjährigen Wettbewerb "Jugend forscht" einen Regionalsieg. Mit der Präsentation ihrer Forschungsprojekte müssen die Nachwuchs-Sternenkundler jetzt bis Ende Oktober warten.

Link zum Video:www.egnsternwarte.wordpress.com oder www.einstein-gymnasium-neuenhagen.de

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