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Naturkunde
Wildgehege Wriezen mit neuer Leitung

Nadja Voigt / 23.06.2020, 04:30 Uhr
Wriezen (MOZ) Zwanzig Tierarten in ihrer natürlichen Umgebung beobachten – das kann man im Wildgehege in Wriezen. Bislang war nach Conrad Philipps Wilfried Böttcher der Chef. Seit kurzem steht die Institution nun unter neuer Leitung. Vereinschef ist Eckard Peetz, Gehegeleiter Mike Hafemann. Er habe die Qualifikation, kenne das Gelände von klein auf und wohne noch dazu gleich um die Ecke, sagt Peetz über den neuen Gehegeleiter. Und der dritte im Bunde ist Eberhard Tonne. "Unser Hauptaugenmerk ist es, das Wildgehege zu erhalten", sagt Tonne am Montag im Gespräch mit dieser Zeitung. Für die Stadt und vor allem für die Bürger. Denn gerade für Familien ist das Wildgehege seit vielen Jahren ein Anziehungspunkt. Denn dort können nicht nur Muffel- und Damwild, Wildschweine, Greifvögel, Waldohreulen, Uhus oder Waschbären bestaunt werden, sondern auch Kaninchen und Meerschweinchen. "Eine große Attraktion für kleine Leute", weiß Eckard Peetz, wie Eberhard Tonne Gründungsmitglied des Wildgeheges.

Dreierteam an der Spitze

Vor der Dreierspitze im Verein liegt eine Menge Arbeit: Gemeinsam mit den Beschäftigten müssen die Tiere versorgt, Besucher geführt aber auch Reparaturleistungen vorgenommen werden. "Gerade sind wir dabei, die Aussichtspunkte auf dem Gelände neu zu gestalten, damit die Gäste sicher und trocken sind", berichtet Eckard Peetz. Darüber hinaus müssen die Wanderwege sauber gehalten und jede Menge Totholz beseitigt werden.

Eine weitere große Herausforderung ist das Vordringen der Afrikanischen Schweinepest. Um einen Kontakt zwischen den Tieren im Gehege und freilaufenden Schweinen zu verhindern, muss nun ein zweiter Zaun gezogen werden. Das ist nicht nur eine bauliche Maßnahme, sondern vor allem eine finanzielle. "Bevor es nicht einen zweiten Zaun gibt, können wir die Wildschweine auch nicht ins Freigehege lassen", bedauert Eckard Peetz.

Nicht zuletzt deshalb sind die im Verein Engagierten froh um jede Spende, die das Wildgehege erreicht. Das reicht von Barem bis hin zu Essenspenden. Hierbei bittet Eckard Peetz jedoch darum, keine Mittagessenreste oder gar verschimmeltes Brot in die dafür vorgesehen Tonnen zu werfen.

Dreimal in der Woche werden nicht mehr zu verkaufende Lebensmittel aus dem Wriezener Edeka am Marktplatz geholt, die dann verfüttert werden. Gestern waren Erdbeeren und Möhren darunter, Gurken und Salat. Vor dem Container auf dem Gelände des Wildgeheges werden die Lebensmittel dann zum Verfüttern vorbereitet.

Bedingt durch die Corona-Krise sei auch die Lage im Wildgehege angespannt, unterstreicht Eckard Peetz. So wisse der Vorstand auch noch nicht, was mit dem Fest Anfang September passieren soll. "Und dabei bin ich sicher, dass die Leute darauf warten", bedauert Eberhard Tonne. Doch bis dahin sei einfach noch zu viel Zeit, um jetzt schon sagen zu können, ob man mit so vielen Menschen feiern kann oder nicht.

Über 18 Hektar Fläche

Geschätzt 80 Tiere leben derzeit im Wriezener Wildgehege. Auf 18 Hektar. Darunter sind tierische Bewohner, die nur kurze Zeit dort bleiben, bevor sie wieder ausgewildert werden können. Alle, die nicht ausgewildert werden können, haben in der Wriezener Mahlerstraße ein Zuhause gefunden. Dabei kann für die Tiere auch eine Patenschaft übernommen werden. So zum Beispiel in Form einer monatlichen Geldspende für Futter, Unterhalt und Tierarztkosten. Das ist bereits ab fünf Euro im Monat möglich. Aber auch darüber hinaus kann gefördert und unterstützt werden.

Geöffnet ist das Wildgehege in Wriezen jeden Tag von Sonnenauf-  bis Sonnenuntergang. Führungen – auch für Schulklassen und Kitagruppen – können gerne telefonisch (033456 3211) verabredet werden.

Info: Wildgehege Wriezen, Mahlerstraße 20 in 16269 Wriezen. Spendenkonto: Sparkasse Märkisch-Oderland IBAN: DE04 1705 4040 3000 524 524; BIC : WELADED1MOL

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