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Städtepartnerschaft
21-Jähriger aus Bad Pyrmont fühlt sich in Bad Freienwalde daheim

Jörn Kerckhoff / 29.07.2020, 03:00 Uhr
Bad Freienwalde Seit 30 Jahren besteht die Städtepartnerschaft zwischen Bad Freienwalde und Bad Pyrmont in Niedersachsen in diesem Jahr. Ost-West-Partnerschaften wurden in der Wendezeit viele geschlossen, nicht alle haben die Zeit überdauert – die zwischen den beiden Kurstädten schon. Und wie das Beispiel von Tim Bukowski zeigt, kann man sich sogar in beiden Städten daheim fühlen.

Erster Kontakt in 2009

Der 21-Jährige stammt aus Bad Pyrmont, seit dem 1. Oktober 2017 macht er seine Ausbildung  als Notfallsanitäter aber beim Rettungsdienst Märkisch-Oderland und lebt in Bad Freienwalde, wo er auch noch bei der Freiwilligen Feuerwehr aktiv ist. Die Feuerwehr war es auch, über die der junge Mann den ersten Kontakt mit Bad Freienwalde bekam. "Ich war im Jahr 2009 das erste Mal hier – mit der Jugendfeuerwehr aus Bad Pyrmont", blickt Tim Bukowski zurück.

Alle drei Jahre findet der Austausch zwischen den Jugendwehren der beiden Kurstädte statt, ein gemeinsames Zeltlager und eine Menge Spiele und Ausflüge stehen dabei auf dem Programm. Und natürlich viele Gespräche über das Thema Feuerwehr: "Wir haben uns damals darüber ausgetauscht, welche Fahrzeuge die jeweilige Feuerwehr so im Fuhrpark hat", erinnert sich Bukowski. So war das Eis zwischen den beiden Jugendgruppen – die Bad Pyrmonter waren damals mit 12 Jugendlichen und sechs Betreuern zu Gast in Bad Freienwalde – denn offenbar auch schnell gebrochen.

Was sich daraus entwickeln würde, konnte der damals Zehnjährige freilich noch nicht ahnen, aber der Grundstein für eine Zukunft in der brandenburgischen Partnerstadt war damit gelegt. Nach dem Schulabschluss bewarb sich Tim Bukowski bei verschiedenen Rettungsdiensten in Mitteldeutschland für eine Ausbildung zum Notfallsanitäter. Dann bekam er aber mit, dass der Rettungsdienst Märkisch-Oderland diese Ausbildung auch anbietet – natürlich über einen Kontakt bei der Feuerwehr Bad Freienwalde, ist ja eigentlich klar.

So bewarb sich Tim Bukowski dort und unterschrieb am 27. Juni 2017 den Vertrag. Das Datum kommt wie aus der Pistole geschossen. "Das war zwei Tage nach meinem 18. Geburtstag, deswegen kann ich mich so gut an das Datum erinnern", erzählt Bukowski. Am 1. Oktober begann dann die Ausbildung.

Wenn man mit 18 Jahren aus der Heimat 450 Kilometer weit weg zieht, ist man dort eigentlich erst einmal allein. Bei Tim Bukowski war das anders: "Durch die Feuerwehr kannte ich ja schon Leute hier, das war natürlich ein Vorteil." Apropos Feuerwehr: Einmal Feuerwehrmann, immer Feuerwehrmann, das gilt auch für Tim Bukowski. In Bad Freienwalde ist er der Feuerwehr nämlich treu geblieben und aktiv mit dabei. Als Notfallsanitäter passt er da perfekt hinein. "Wir kommen ja auch öfter zu Notfallrettungen und sind vor dem Rettungsdienst vor Ort. Da ist es schon gut, wenn man jemanden im Trupp hat, der sich medizinisch auskennt. Wir haben zwar alle eine Erste-Hilfe-Ausbildung, aber das ist dann schon noch mal eine andere Stufe", erklärt denn auch Stadtbrandmeister René Erdmann, der sich über die Verstärkung aus der Partnerstadt freut. "Die Kommunikation mit den Rettungskräften ist da natürlich auch leichter", erklärt Tim Bukowski.

Bleiben nicht ausgeschlossen

Demnächst stehen die Prüfungen zum Notfallsanitäter an, auf die bereitet sich der 21-Jährige im Moment vor. Was danach kommt, könne er derzeit noch gar nicht genau sagen. "Ich will auf jeden Fall ein paar Fortbildungen bei der Feuerwehr machen und auch etwas von der Welt sehen." Ob er in Bad Freienwalde bleibt, wisse er noch nicht, das hänge von mehreren Faktoren ab. Vorstellen könne er es sich aber schon.

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