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Bahnübergang lässt Gläser wackeln

Sabine Steinbeiß / 07.07.2011, 07:30 Uhr
Frankenfelde (In House) Die Bahnübergänge zwischen Frankenfelde und Schulzendorf sowie Schulzendorf und Möglin sind den Autofahrern ein Dorn im Auge. Die Gleise der stillgelegten Eisenbahnstrecke sorgen für ungewollte Stoßdämpfertests der Fahrzeuge und fordern starke Nerven der Anwohner.

Rudi Casper kann ein Lied davon singen. Der Ortsvorsteher von Frankenfelde wohnt direkt am Bahnübergang. Vor seinem Haus führt die rege befahrene Landesstraße 33 von Strausberg nach Wriezen entlang. Wenige Meter weiter brettern die Fahrzeuge – meist ungebremst – über die unebenen Gleise und sorgen mehrmals am Tag für Gläserklirren im Küchenschrank.

„Wann wird endlich der Bahnübergang Schulzendorf kurz vor Frankenfelde abgerissen und die Straße geglättet?“, fragt auch Hans-Joachim Goetze. Er schildert das Problem am MOZ-Lesertelefon. „Die Autofahrer fahren oft kreuz und quer, um eine glatte Spur zu finden. Irgendwann kracht es dort“, beschreibt der Wriezener die mehrmals erlebte Situation.

Die Deutsche Bahn hat den Personenverkehr von Tiefensee bis Wriezen im Jahr 1998 eingestellt. Die Ostdeutsche Eisenbahn GmbH (ODEG) bedient die Strecke nur noch bis Werneuchen. Durch den Bau der Ortsumgehung von Wriezen wurde die Bahnstrecke außerdem unterbrochen. Die Strecke wird von Tiefensee bis Sternebeck mit Draisinen befahren. In Sternebeck gibt es eine Museumseisenbahn. Der Verein verfolgt das Ziel, einen musealen Eisenbahnverkehr auf der Strecke Sternebeck – Wriezen bis zur ehemaligen Anschlussstelle Krautwurst bei Vevais zu ermöglichen. Mittendrin würden die Bahnübergänge zwischen Frankenfelde und Schulzendorf sowie Schulzendorf und Möglin liegen, die seit geraumer Zeit nicht in Betrieb sind.

Die Nachfrage bei der Deutschen Bahn AG brachte keine Ergebnisse. „Der angefragte Bahnübergang an der Strecke Werneuchen – Wriezen befindet sich nicht mehr im Eigentum der DB Netz AG. Eigentümer ist die Wriezener Bahn GmbH & Co. Betriebs KG“, schreibt Erika Poschke-Frost, Sprecherin für Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern.

Die Firma mit der postalischen Adresse: Kurfürstendamm 217, 10719 Berlin ist jedoch weder telefonisch noch per E-Mail erreichbar. Auch eine Sondersuche bei der Auskunft bringt keine Ergebnisse: „Wir haben keinen Eintrag“, hieß es nach einem mehr als viertelstündlichen Einsatz. In der Stadtverwaltung Wriezen kennt man das Problem. „Wir stehen nur im postalischen Kontakt“, erklärt Bürgermeister Uwe Siebert. Seitens des Eigentümers sei nichts vorgesehen. So lautet die letzte offizielle Rückmeldung aus Berlin. Der Bürgermeister wünscht sich den Rückbau der Gleise und die Glättung der zwei Bahnübergänge, die sich beide im Gebiet der Stadt Wriezen befinden.

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Moldawier 08.07.2011 - 11:04:45

an Überwasserschwimmer

Die beiden Kommentatoren sehen es genau richtig. Eine Zugverbindung in Richtung Berlin und umgedreht wäre notwendig und würde, wenn sie nicht von der GDL bestreikt wird für Pendler und Touristen genutzt werden. BM Siebert kocht doch immer sein eignes kleines süppchen und ist für solche Vorhaben nicht zu gewinnen. Der Kommentar des Überwasserschwimmers ist genau so kleinkariert und nutzlos.

R.K 08.07.2011 - 07:56:09

Tiefseetaucher

Ich gebe Tiefseetaucher völlig recht. Die Bahnverbindung zu schlissen war ein Riesen Fehler. Und das Herr Siebert die Potenziale seiner Stadt nicht nutzt, ist auch wahr. Er redet viel zB. Vom Tourismus.( Die Bahnstrecke wäre für Radtouristen ins Oderbruch ein echter Gewinn) Leider fehlt ihm der politische Weitblick über den berühmten Tellerrand.

R.K 08.07.2011 - 07:54:33

Tiefseetaucher

Ich gebe Tiefseetaucher völlig recht. Die Bahnverbindung zu schlissen war ein Riesen Fehler. Und das Herr Siebert die Potenziale seiner Stadt nicht nutzt, ist auch wahr. Er redet viel zB. Vom Tourismus.( Die Bahnstrecke wäre für Radtouristen ins Oderbruch ein echter Gewinn) Leider fehlt ihm der politische Weitblick über den berühmten Tellerrand.

Teleria 08.07.2011 - 07:38:34

pro Bahn...

Ich muß tiefseetaucher zustimmen, die Schienen kurz vor Wriezen zuzuschütten war der größte Fehler den man machen konnte. Wer jeden Tag nach Berlin fahren muß, weiß wovon ich rede. Die eine Brücke mehr bei dieser sowieso überdimensionierten Umgehungsstraße wäre da auch nicht weiter ins Gewicht gefallen. Und zum Thema Gläserklirren, ich wohne lieber an einer umweltschonenden Bahnstrecke mit regelmäßigem Zugverkehr, als an einer „geglätteten“ Straße, wo der Verkehr dann nur noch schneller fließt, als jetzt schon.

Überwasserschwimmer 08.07.2011 - 00:31:48

@tiefseetauscher

Suchen Sie sich lieber eine Arbeit,als von früh bis spät abends hier zu kommentieren. Es ist wirklich schlimm,dass sie keine Ahnung haben,aber dennoch jeden Bericht hier in frage stellen. Versuchen Sie doch im realen Leben die Welt zu verbessern,denn schlaueSprüche bringen Sie nicht weiter im Leben. Irgendwann werden Sie auch kein geld mehr vom Amt bekommen ,denn irgendwann ist Deutschland pleite wenn es so weitergeht. Ihre so geliebten ausländischen Freunde für die sich sich hier so herzhaft einsetzen werden bestimmt nicht für die Deutschen zahlen.

tiefseetaucher 08.07.2011 - 00:06:56

Weil's so schön passt ...

... noch mal der Plan für eine RE25 / S7 von Berlin über Wriezen nach Chojna - siehe http://berlin.bahninfo.de/s7polen.htm . Die Bahnlinie Berlin-Wriezen ist übrigens die einzige sternförmig von Berlin wegführende Schienenstrecke, die nach dem Fall der Berliner Mauer stillgelegt wurde. Vor allem auch deshalb, weil der damalige Brandenburger Verkehrsminister ein Autonarr ist und keine Vorstellung von einem funktionierenden Bahnsystem hat. Der Mann heißt Meyer und kommt aus Wriezen. Die verbliebene Bahnlinie OE60 über Eberswalde ist ein Armutszeugnis für ein zeitgemäßes Bahnsystem. In diese Kategorie passt auch Bürgermeister Siebert, der bis heute nicht verstanden hat, welche Chancen Wriezen hat. Wer schon mal in Chojna auf dem Bahnhof stand, die Massen von jungen Leuten dort in den Zügen gesehen hat und die Zuckelstrecken über Szczecin oder Kostrzyn nach Berlin kennt, ahnt, welches Potenzial eine direkte Bahnlinie Berlin-Wriezen-Chojna-Szczecin hätte.

Oderbruchbahner 07.07.2011 - 22:12:37

Zugverkehr wieder möglich

Das Vorhandensein ber Bahnübergänge lässt etwas Hoffnung, dass die Wiriezener Bahn wieder zum Leben erweckt wird, sei es als Museumsbahn oder irgendwann mal für regelmäßigen Bahnverkehr. Bei einer überfälligen Wende in der jetzigen Verkehrspolitik sollte es auch möglich sein in die Ortsumgehung Wriezen eine Brücke nachträglich einzufügen. Die Bahnübergänge müssen nicht abgerissen werden, sondern so repariert, als wenn die Strecke noch genutzt würde.

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