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Gewölbebrücke in Ludwigslust wird abgerissen / Fünf Monate wird Straße gesperrt

Bald nur noch Geschichte

Wird bald ersetzt: Die Gewölbebrücke, die sich in Ludwigslust am Tuchebander Weg befindet wird abgerissen. Mit der Umleitung, die durch die Sperrung der Strecke erfolgen wird, sind die Anwohner nicht einverstanden.
Wird bald ersetzt: Die Gewölbebrücke, die sich in Ludwigslust am Tuchebander Weg befindet wird abgerissen. Mit der Umleitung, die durch die Sperrung der Strecke erfolgen wird, sind die Anwohner nicht einverstanden. © Foto: MOZ
Josephin Hartwig / 28.08.2015, 06:48 Uhr
Ludwigslust (MOZ) Die Gewölbebrücke in Ludwigslust wird im nächsten Jahr abgerissen. Über die Umleitung, die während der Bauarbeiten erfolgt, streiten sich die Anwohner mit der Stadt Seelow.

Wie viele Menschen sind im Laufe der Zeit wohl durch die Gewölbebrücke hindurch gefahren? Haben den Schatten der Bäume genossen, die Landluft durch das offene Fenster eingeatmet und das Tor zur Siedlung als Treffpunkt genutzt. 2016 wird die alte Brücke abgerissen und neu gebaut.

"Die Gewölbebrücke wird bis zur Gründungssohle abgebaut und etwa in gleicher Bauwerksabmessung in Breite und Höhe als Stahlbetonrahmenbrücke wieder aufgebaut", sagt Gisbert Gahler von der Deutschen Bahn. Voraussichtlich vom 11. Juli bis zum 7. Dezember soll im nächsten Jahr gebaut werden. "Eine Verschiebung kann aber nicht ausgeschlossen werden." Für etwa fünf Monate soll die Strecke demnach gesperrt werden.

Ortsvorsteher Gerd Koschmieder kennt die Probleme, die mit dem Bau einher gehen werden, nur zu gut. "Für den öffentlichen Verkehr wird der Tuchebander Weg ab Ortsausgang gesperrt sein", sagt er. Die Umleitung soll über Hackenow, dann über die B1 zurück nach Seelow und von dort aus nach Friedersdorf führen. Etwa 15 Kilometer umfasst diese Umleitung. Doch die Anwohner plädieren für eine kürzere Strecke, die derzeit jedoch nur für landwirtschaftliche Fahrzeuge freigegeben ist. Da ein Teil der asphaltierten Strecke der Stadt Seelow gehört, kann sie auch darüber entscheiden und lehnte nun einen ersten Antrag ab. Die Straße sei zu schmal und die Kosten, die durch die Wiederherstellung von abgefahrenen Straßenbuchten entstehen würden, sei zu hoch, heißt es in einem Schreiben der Stadt.

"Die kürzere Strecke führt am Hang entlang, bis zum Schweizer Haus", erklärt Heinz Krause vom Ortsbeirat Friedersdorf. "Außerdem passt das Argument um die teilweise unbefestigten Straßen auf beide Strecken." Die Kosten müsse der Verursacher so oder so übernehmen, egal um welchen Weg es sich letztendlich handele. "Wir hoffen auf eine Ausnahmegenehmigung für die Anwohner", sagt Heinz Krause.

Etwa 30 Haushalte betreffe die Umleitung. Eine Anwohnerin des Tuchebander Wegs, die einen landwirtschaftlichen Betrieb hat, setzte sich bei der Ortsbeiratsversammlung dafür ein, dass sie kürzere Strecke gefahren werden darf. "Ich würde diese Variante viel besser finden, denn so oder so müssen wir einen Umweg in Kauf nehmen. Die Länge ist jedoch entscheidend", sagt sie.

"Die geplanten Umleitungen sind mit der Amtsverwaltung Seelow und der Stadt Seelow abgestimmt worden", erklärt Gisbert Gahler von der Deutschen Bahn. Nötig sei der Neubau, weil die Gewölbebrücke statische und konstruktive Mängel hat, die einen sicheren Eisenbahnbetrieb in den nächsten Jahren nicht erlauben würden, so Gahler.

Nun wird der Ortsbeirat erneut an die Stadt schreiben, um vielleicht doch noch einen Kompromiss zu finden, mit dem auch die Anwohner die fünf Monate gut überstehen können.

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Harald 28.08.2015 - 15:50:51

Vandalen am Werk

Zwei Weltkriege und den Sozialismus hat dieses wunderschöne Stück Baugeschichte überlebt, dem spitzen Bleistift eines profitgierigen Großunternehmens wie der Deutsche Bahn Netz AG aber wird es nun zum Opfer fallen. Keine moderne Brücke wird je wieder diese Romantik ausstrahlen, warum wird diese Brücke nicht saniert? Die Bahnstrecke ist doch heutzutage viel weniger belastet, als in früheren Zeiten, hat sie da gehalten, hält sie auch für die heutigen Belastungen.

ehemaliger friedersdorfer 28.08.2015 - 08:53:37

Die Zeit scheint stehengeblieben zu sein

Wenn man von unten diesen Anblick sieht, scheint man wie in einer Zeitreise für einen kurzen Moment um das Jahr 1900 zu sein. An der Seite befindet sich noch eine zugeschüttete Quelle mit Brunnen. Schade, das es jetzt verschwindet.

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