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Begründung: Vorhaben der Odega-Gruppe verstößt gegen wichtige öffentliche Belange und Naturschutz

Reitweiner lehnen Putenmast ab

Ulf Grieger / 16.02.2017, 18:50 Uhr
Reitwein (MOZ) Die Gemeindevertreter von Reitwein haben das gemeindliche Einvernehmen zum Bauantrag der Odega-Tochter Landwirtschaft Golzow versagt. Ablehnungsgründe waren in erste Linie die befürchtete Belästigung durch Immissionen und die Nähe zum FFH-Naturschutzgebiet.

Detlef Brauer, Geschäftsführer von Golzower Landwirtschaft und Odega-Gruppe, nutzte eingangs die Gelegenheit, um das Projekt vorzustellen. Er begründete noch einmal die Abschaffung der Milchproduktion des Betriebes mit den anhaltend schlechten Milchpreisen. Verluste in Millionenhöhe wären auf Dauer nicht tragbar gewesen. Deshalb wurden die in den Reitweiner Ställen stehenden Jungrinder verkauft. Es folgte ein Bauantrag, um in den Ställen statt der 250 "Großvieheinheiten" 14 920 Puten zu mästen, was umgerechnet 75 Großvieheinheiten entspricht. Ab 15 000 Puten wäre ein Verfahren nach dem Bundesimmissionschutzgesetz erforderlich. Die Puten sollen in Reitwein bereits vorgemästet eingestallt und dann bis zum Schlachtalter von 20 Wochen weiter gemästet werden. Das habe den Vorteil, dass in Reitwein Tiere eines Alters gehalten werden, was ständige Wechsel erspare und damit die Infektionsgefahr senke, sagte Brauer. Rund vier Durchgänge pro Jahr seien geplant. Im Vergleich zur Rinderhaltung verringere sich die Immission durch Transport und Geruch.

Brauer bedauerte, dass die Gemeinde nicht eher auf die Geschäftsführung zugegangen ist. "Wie in Golzow hätten wir auch hier das Vorhaben früher erläutert", erklärte der Geschäftsführer. Darauf regierte Gemeindevertreter Detlef Schieberle verärgert. "Wir waren bei der Vorstellung in Golzow dabei. Dort haben Sie betont, dass Sie aus der Ablehnung der Sachsendorfer zur Fair-Mast gelernt haben. Aber statt dessen wurde der Bauantrag für Reitwein eingereicht, ohne mit der Gemeinde zu sprechen." Auch zur Bauausschusssitzung habe sich kein Vertreter der Odega-Gruppe eingefunden.

Johannes Darrelmann, der sich intensiv mit dem Bauantrag beschäftigt hatte, verwies auf fehlende Unterlagen, wie dem Gutachten zum Grundwasser. Er warnte davor, die Stellungnahmen der Gemeinde zu vertagen, bis die Antragsunterlagen vollzählig sind. Da der Bauantrag am 20. Dezember im Amt eingegangen war, blieb der Gemeinde nur eine Frist bis zum 20. Februar. Die sollte nicht versäumt werden. Da helfe es auch nicht, dass das Bauordnungsamt des Kreises den Antrag erst an die falsche Verwaltung geschickt hatte. Die Gemeindevertreter erneuerten ihre Ablehnung. Das Vorhaben verstoße gegen die örtliche Belange und den Naturschutz, hieß es. Mit Ausnahme von Bürgermeister Karl-Friedrich Tietz, der sich der Stimme enthielt, votierten alle Abgeordneten für die Versagung des gemeindlichen Einvernehmens.

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