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Letschin beantragt gemeinsam mit der Festungsstadt Kostrzyn/Küstrin Gelder für die Gestaltung des denkmalgeschützten Areals

Förderantrag
Wolluper Parkrettung wird EU-Projekt

Ulf Grieger / 11.01.2018, 20:04 Uhr
Wollup/Letschin (MOZ) Die Gemeinde Letschin beantragt gemeinsam mit der polnischen Stadt Kostrzyn/Küstrin Fördermittel aus dem EU-Interregprogramm Pro Europa Viadrina zur Gestaltung des denkmalgeschützten Domänenparks Wollup. Der Entwurf eines Konzepts liegt bereits vor.

Es ist das erste gemeinsame Förderprojekt der Gemeinden Letschin und Kostrzyn/Küstrin. Und das hat gleich den Charme eines gemeinsamen geschichtlichen Hintergrundes. Denn der Domänenpark Wollup, der in diesem Zusammenhang gerettet werden soll, gehört zu dem königlichen Gutshof, den der junge Kronprinz während seiner Küstriner Festungshaft 1731 zu verwalten hatte. Dort, so hat der spätere Preussenkönig selbst geschrieben, sei ihm aufgegangen, welche Potenzen das Kultivieren des Oderbruch freisetzen könnte. Auf polnischer Seite wird im Zusammenhang mit dem Projekt der Freitzeitpark am Warthehafen und am Kaiserkolk weiterentwickelt.

Für das Wolluper Vorhaben hat Karina Senftleben vom Königs Wusterhausener Landschaftsachitekturbüro Ahner bereits einen Entwurf gefertigt. Der sieht zum einen die Wiederherstellung der historischen Wege im Park vor, der größtenteils Gemeindeeigentum ist. Zum anderen sollen die imposanten Bäume des Parkes wieder erlebbar gemacht werden, indem konkurrierende Gehölze wie Robinien und Weißpappeln sowie Spitzahorn beseitigt werden. Die maroden Brücken könnten eventuell durch Durchlässe ersetzt werden, die im Zuge der weiteren Entwicklung des Parks nicht so pflegeintensiv sind wie Brücken. Vor allem aber soll der Park, der sich unweit der Radwanderrouten befindet, zum kultur-historischen Erlebnisort avancieren. "Wir sind im Gespräch mit deutschen und polnischen Künstlern und Institutionen, um dort die Idee eines Skulpturen-Parks zu realisieren", verrät Böttcher. Dies allerdings mit dem Vorbehalt, dass man auf einer sehr frühen Stufe der Planung sei. Der Ortsbeirat Steintoch und die Ausschüsse der Gemeinde werden noch darüber beraten. Er verrät dies vor allem, um bereits für den ersten großen Arbeitseinsatz zur Rettung des Parks am 20. Januar möglichst viele Freiwillige zu begeistern, an der Parkgestaltung von Beginn an mitzuwirken. "An dem Tage wird es vor allem darum gehen, das beim Sturm im Oktober heruntergebrochene Holz zu sammeln und für die Errichtung von Bentjeshecken bereistulegen", erklärte Böttcher. Zudem soll dafür geworben werden, den überalterten Heimatverein der Domäne Wollup neu zu beleben. "Klar ist schon jetzt: Ohne einen solchen Verein, der auch Spenden und Fördermittel akquirieren kann, wird es dort nicht vorwärts gehen. Und dafür wäre es natürlich toll, wenn möglichst viele, auch jüngere Leute diesem Verein wieder auf die Beine helfen.

Eine enge Abstimmung soll es mit dem Eigentümer des Areals rings um den Park, dem Landwirt Heinrich Weber und seiner Familie, geben. Webers hatten bislang sehr wohlwollend die Erbepflege durch Verein und Gemeinde unterstützt. Wenn es möglich ist, dann soll es einen weiteren Parkzugang von den Häusern hinter dem Herrenhaus geben. Der Herrenhausgarten, der einst mit Zierblumen bestanden war und der heute nur noch eine Eibe und einen alten, kranken Gingko beheimatet, könnte wiederhergerichtet werden.

Die Entwurfsplanung sieht zudem vor, auf Grünflächen im Park Veranstaltungsflächen zu schaffen. Dort könnten Konzerte und Lesungen stattfinden. Gemeinsam mit dem Gewässer- und Deichverband soll zudem versucht werden, eine robustere Lösung für die Bewässerung der zahlreichen Wasserläufe zu schaffen. Seit vielen Jahren dient ein Provisorium dazu, Wasser im Park zurückzuhalten, wenn der Brauergraben, ein Gewässer der zweiten Ordnung am Südrand des Parks, zu wenig Wasser führt. In manchen trockenen Jahren droht der Parkgraben deshalb leer zu laufen.

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