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Im Fontana Gartenbaubetrieb Manschnow werden in diesen Tagen rund 10 000 Tomaten gepflanzt

Tomaten
Pureza und Flavance sind die Renner

Geübte Handgriffe: Heidemarie Schlabe und Produktionsleiter Markus Gläser im zweiten Block, der in diesen Tagen mit Tomaten bepflanzt wird. Im März beginnt die Ernte. Bis Oktober tragen die Nachtschattengewächse ihre leckeren Früchte.
Geübte Handgriffe: Heidemarie Schlabe und Produktionsleiter Markus Gläser im zweiten Block, der in diesen Tagen mit Tomaten bepflanzt wird. Im März beginnt die Ernte. Bis Oktober tragen die Nachtschattengewächse ihre leckeren Früchte. © Foto: Matthias Lubisch
Doris Steinkraus / 17.01.2018, 06:20 Uhr
Manschnow (MOZ) In zwei der großen Gewächshäuser der Fontana GmbH Manschnow ist in dieser Woche Pflanzzeit. Rund 10 000 Tomaten werden ausgebracht. Ende März gibt es die ersten roten Früchte aus der Region.

Heidemarie Schlabe kennt das Prozedere bestens. Seit elf Jahren gehört sie zum festen Mitarbeiterstamm des Manschnower Gartenbaubetriebes. Die Pflanzzeit finde sie besonders schön. "Es ist grün in den Gewächshäusern und riecht so wunderbar nach Tomate", sagt sie lächelnd. Mit geübtem Schwung setzt sie mehrere Kisten mit den gut 30 cm hohen Pflanzen auf den Rollwagen. Die Heizrohre dienen als Schiene. Mit Schubkarren muss niemand mehr agieren. "Es ist sogar noch leichter geworden", berichtet Heidemarie Schlabe. "Anfangs waren die Pflanzmatten auf der Erde angeordnet, mussten wir uns zig mal bücken. Jetzt befinden sich die Matten in Hüfthöhe. Das ist ein angenehmes Arbeiten."

Die Pflanzmatten bestehen aus Steinwolle, haben alle paar Zentimeter große Öffnungen. Die Frauen und Männer drapieren die Pflanzen jeweils neben diesen Öffnungen. "Die Tomaten bekommen jetzt erst mal einen Trockenstress", erklärt Produktionsleiter Markus Gläser. Sie sollen sich in der neuen Umgebung akklimatisieren. In die Pflanzballen werden dünne Nadeln gesteckt. "Über die fließt eine Nährstofflösung", macht Gläser deutlich. Wie viel genau, das entscheidet die Witterung. Viel Sonne sorgt für bestes Wachstumsklima. Dann brauchen die Pflanzen mehr Lösung. Die Dosis wird jeden Tag ermittelt und dann in den Computer eingegeben. Der übernimmt die Steuerung. Nach etwa drei Wochen stellen die Gärtner die Töpfe auf die Öffnungen. Im Nu wurzeln sie dann in den Steinwollmatten.

Markus Gläser ist zufrieden mit dem Pflanzgut. "Gut gewachsen und sehr stabil", sagt er. Die Manschnower setzen auf bewährte Sorten - Pureza und Flavance. Jedes Jahr gibt es auch einige Reihen, in denen andere Sorten erprobt werden. Man habe jedoch mit den beiden Sorten die besten Erfahrungen gemacht. "Unsere Tester sind die Kunden", erklärt Fontana-Geschäftsführer Klaus Henschel. Sorten, die die Lieferer mitunter als besonders schmackhaft anpreisen, kommen nicht unbedingt bei den Kunden an. Durch die eigenen Geschäfte in Manschnow und in Seelow haben die Gärtner immer eine direkte Rückkopplung. Die gibt es zudem auch über die Edeka-Märkte der Familie Hübner von Seelow über Neutrebbin bis Wriezen, Briesen und Lebus. Dort wird ein großer Teil der Manschnower Produktion verkauft.

Bis Ende März müssen sich die Kunden aber noch gedulden. Jede Pflanze wird bis dahin zwei Köpfe ausgebildet haben und Früchte tragen. Und es werden viele weitere Arbeitsgänge erledigt sein. Die Pflanzen wachsen jede Woche um etwa zehn Zentimeter. Gleich nach dem Aufstellen erhält jede Tomate eine Schnur. Nach jedem Wachstumsschub werden die Triebe gewickelt. Im Februar fliegen die ersten Hummeln in den Gewächshäusern. Sie sind unverzichtbar für die Bestäubung.

Und dann ist da noch die Prophylaxe gegen Schädlinge. "Weiße Fliege und Milbe", erklärt Gartenbauingenieur Gläser. Man könne nicht hoffen, dass die Schädlinge ausbleiben. Denn sind Pflanzen erst einmal befallen, sieht es mit dem erhofften Ertrag schlecht aus. "Hier zählt die Vorsorge", unterstreicht Markus Gläser. Wenn die Erntezeit beginnt, dann werden auch wieder Saisonkräfte das Team der Festangestellten stärken. "Das sind vielfach Frauen und Männer, die seit Jahren dabei sind und ihr Handwerk verstehen", ist Klaus Henschel froh. Mit jeder Woche komme jetzt mehr Arbeit. In Nachbargewächshäusern wachsen Primeln heran, im Februar werden Gurken gepflanzt und dann wird die Beet- und Balkonsaison vorbereitet.

Hintergrund


■ Lieferant: Die Manschnower Gärtner beziehen ihre Tomatenpflanzen von der Schwandteland Gartenbau GmbH. Sie befindet sich 30 km nördlich von Berlin im Land Brandenburg. Dort werden die Tomaten herangezogen. Sie werden veredelt und kommen in einen Pflanztopf, in dem die Tomaten in Steinwolleballen stehen.
■ Ertrag: Aus jeder Pflanze werden zwei sogenannte Köpfe gezogen. Die Manschnower Gärtner rechnen mit etwa 16 kg pro Kopf. Sie setzen auf die Sorten Pureza und Flavance.
■ Tomatensorte Pureza: Diese Strauchtomate hat einen kräftigen Tomatengeschmack und festes Fruchtfleisch. Sie eignet sich für die traditionellen Verwendungen: Salat, als Belag auf der Pizza und für Saucen und Suppen.
■ Tomatensorte Flavance: Sie steht für einen sehr intensiven tomateneigenen Geschmack, zeichnet sich durch einen guten Ertrag aus und ist sehr robust im Wachstum.

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