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Im Haus Lebuser Land berichtete Naturforscher Werner Weiß von seinen Erfahrungen

Vortrag
Vom folgenreichen Insektensterben

Interessiertes Publikum: Im Anschluss an Weiß' Vortrag gab es Möglichkeit zum Austausch und zur Diskussion.
Interessiertes Publikum: Im Anschluss an Weiß' Vortrag gab es Möglichkeit zum Austausch und zur Diskussion. © Foto: Cornelia Mikat
Ingo Mikat / 04.02.2018, 20:28 Uhr
Lebus (MOZ) Naturforscher und -freund Werner Weiß beendete am Freitagabend im Haus Lebuser Land eine im Jahr 2015 begonnene Veranstaltungsreihe über seine regionalen Beobachtungen und Erlebnisse mit Insekten. Auf Einladung des Heimatvereins berichtete er in früheren Vorträgen unter dem Motto "Die große Welt der kleinen Tiere" bereits über Tagfalter, Nachtfalter sowie Käfer und Libellen. Diesmal standen seine Ausführungen unter der Überschrift "Waffenfliegen, Dolchwespen und anderes harmloses Getier". Beginnend mit einer Einführung in die Welt der Zweiflügler mit gut 8 000 Arten und Hartflügler mit über 11 000 Arten berichtete er anhand zahlreicher beeindruckender Nahaufnahmen über ganz individuelle Begegnungen mit Insekten. Dabei schilderte der Naturforscher nicht nur die Lebensweise der Tiere, sondern auch ihre Reproduktionszyklen.

Alle Insekten, so Weiß, sind mit anderen Lebewesen eng verbunden. Sie dienten unter anderem zahlreichen Vögeln als Nahrungsgrundlage. Einige Arten wiederum vernichteten Schädlinge. Ohne die Bestäubungsarbeit von Bienen könnten Obsternten um über 90 Prozent schlechter ausfallen. Und sogar solche "Plagegeister" wie Mücken hätten immense Bedeutung für das ökologische Gleichgewicht. Nach Bildern von Raubfliegen, Rinderfliegen, Bremsen, Schnaken, Wasserläufern und anderen Zweiflüglern folgten im zweiten Teil seiner Präsentation Aufnahmen von Hautflüglern wie Wespen, Bienen, Hummeln und Ameisen. Die Larven der Tiere leben, wie der Naturforscher ausführte, durchweg parasitär. Als Nahrung für ihren Nachwuchs nutzten sie Schmetterlinge, Pflanzenwespen und Käfer. Dabei vernichteten Schlupfwespenlarven sogar mehr Schädlinge als es Vögeln möglich sei.

Als großes Problem bezeichnete Weiß in diesem Zusammenhang ungebremsten Einsatz von Giften in der Landwirtschaft und in Gärten, da diese unselektiert alle Insekten vernichten. "Das führt gegenwärtig zum größten Insektensterben aller Zeiten", so Weiß. Zuhörer des Vortrages bestätigten in einer anschließenden Diskussion, dass auch sie schon den Rückgang von Insektenpopulationen bemerkten: Noch vor einigen Jahren seien Autoscheiben nach einer Ausfahrt dicht mit Insektenresten überzogen gewesen.

Jüngste, vom NABU (Naturschutzbund Deutschland)veröffentlichte Studien, belegen einen Rückgang der Biomasse von Insekten um 75 Prozent.

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