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Joachim Weihrich von der SG Gaselan Fürstenwalde, seit 48 Jahren Trainer, feiert heute runden Geburtstag

Jubiläum
Mister Leichtathletik wird 70

Der Jubilar und zwei seiner Schützlinge: Gaselan-Trainer Joachim Weihrich gab im Sommer 2017 mit Joanne Schiffer (links) und Luisa Kosch zwei weitere Leichtathletinnen zum SC Neubrandenburg ab.
Der Jubilar und zwei seiner Schützlinge: Gaselan-Trainer Joachim Weihrich gab im Sommer 2017 mit Joanne Schiffer (links) und Luisa Kosch zwei weitere Leichtathletinnen zum SC Neubrandenburg ab. © Foto: Joachim Weihrich
Roland Hanke / 14.02.2018, 05:36 Uhr
Fürstenwalde (MOZ) Ein Jubiläum steht heute für Leichtathletik-Trainer Joachim Weihrich ins Haus: Der in Rauen geborene und aufgewachsene Fürstenwalder wird 70 Jahre alt. Ans Aufhören denkt er allerdings noch nicht.

"Ich habe zwei heiße Eisen im Feuer, die ich mindestens noch zwei Jahre auf ihrem Weg in die Spitze begleiten will", sagt Joachim Weihrich. Der Trainer und Abteilungsleiter bei der SG Gaselan Fürstenwalde meint damit Libby Buder und Mia Merten, die gerade wieder bei den Landesmeisterschaften in der Halle mit Goldmedaillen zu glänzen wussten.

Über die Zahl an Mädchen und Jungen, die in die Spitze der deutschen Leichtathletik und darüber hinaus begleitet hat, führt Weihrich nicht Buch. Doch es dürften wohl mehr als 50 sein, und Hunderte, die er unter seinen Fittichen hatte. Da wundert es nicht, dass unter den rund 90Gästen, die am Sonnabend gemeinsam mit ihm sein Jubiläum feiern wollen, neben den Söhnen Mark Weihrich (45) und Robert Neumann (21), seinen zwei Enkeln sowie weiteren Verwandten und Freunden auch viele Athleten, deren Eltern sowie ehemalige Weggefährten sein werden.

Dazu zählt unter anderem Familie Hollender aus Fürstenwalde. "Joachim Weihrich ist aus der Leichtathletik der Stadt, der Region und darüber hinaus als ausgezeichneter Nachwuchstrainer nicht wegzudenken. Dafür sind wir, Sportlerinnen und Sportler, deren Familien sowie Übungsleiter und Trainer sehr dankbar", sagt Katrin Hollender, die früher genauso bei "Mister Leichtathletik" ihrem Sport nachging wie später Tochter Luise, die unter anderem 2013 StaffelEuropameisterin der U23 wurde und zwei Jahre später zum deutschen Team bei der Mannschafts-EM gehörte.

Auch Patricia Bille, 1986 Junioren-Weltmeisterin im Weitsprung, hat bei Weihrich den erfolgreichen Weg in die Leichtathletik begonnen, ebenso wie Guido Lieske, der 1985 mit der deutschen 4x400-Meter-Staffel beim Weltcup in Canberra Zweiter hinter den USA wurde - mit Europarekord.

Nach der Wende kam neben Luise Hollender auch Marion König dazu. "Sie war zu dem Zeitpunkt die Erste, mit der ich 2001 bei den Deutschen Siebenkampf-Meisterschaften teilnehmen konnte", erinnert sich der Trainer. Auch Bastian Rudolf, jetzt beim Dresdner SC und mit einer Bestleistung von 2,20m im Hochsprung, sowie Claudine Vita, mehrfache Deutsche Meisterin und im vorigen Jahr U-23-Europameisterin im Diskuswerfen, brachte der Fürstenwalder nach vorn.

Auf die Sportschule zum SC Neubrandenburg wechselten im September auch die Gaselanerinnen Joanne Schiffer und Luisa Kosch, von denen Weihrich zum Abschied ein lustiges Fotobuch geschenkt bekam. Beide trainieren jetzt beim erfahrenen Klaus Baarck, der schon andere Athleten von seinem Fürstenwalder Kollegen übernommen hat. "Ich weiß sie dort in guten Händen. Meine Strategie ist es aber nicht in erster Linie, Sportler nach Neubrandenburg abzugeben. Ich will bei meinem Training ausloten, ob die Athleten die Anlagen und Fähigkeiten zum Hochleistungssport haben. Dafür nehme ich mir bis zur 10.Klasse Zeit und ebne ihnen dann den weiteren Weg", erklärt Joachim Weihrich.

Und unter anderem dafür sind seine Schützlinge ihm dankbar. "Er ist wie ein Ersatzpapa für mich. Ich habe viel bei ihm gelernt und bin durch sein Training in die Lage gekommen, zur Sportschule gehen zu können", sagt zum Beispiel Joanna Schiffer, mehrmalige Landes- und Deutsche Meisterin in den jüngeren Altersklassen. Wie ihr Vater Torsten Sieber unterstützen Uwe Hakus, Jennifer Schostag, Julia Schlizio, Erik Neumann und Raimond Hadel das Training bei der SG Gaselan. Auch darüber freut sich Weihrich sehr, der früher selbst Leichtathletik betrieb. Seine Bestleistungen von 1965 - 6,61m im Weitsprung, 13,50 im Dreisprung und 11,2Sekunden über 100m - "waren damals gut, aber nicht Spitze". Zu der Zeit ging er zusammen mit dem damaligen Hürdenläufer und späteren Bob-Bundestrainer Raimund Bethge an die Sportschule in Frankfurt (bis 1967), wo Harry Themel sein erster Trainer war.

1970 fing Weihrich selbst als Übungsleiter an, absolvierte bis 1975 ein Fernstudium an der Berliner Außenstelle der DHfK Leipzig - unter anderem zusammen mit dem Fußballer Erich Hamann, Boxer Manfred Wolke sowie den Leichtathleten Klaus Beer und Jörg Drehmel. Zugleich war er Sportlehrer beim DTSB-Kreisvorstand und leitete später hauptamtlich das Trainingszentrum Fürstenwalde. Bis 1990.

"Danach wollte keiner mehr Sport haben. Ich besetzte eine ABM-Stelle auf dem Sportplatz, ging dann im April 1991 zur Debeka-Versicherung und machte nebenbei ehrenamtlich bei der SG Gaselan weiter", erzählt der Jubilar, der seit Dezember 2010 Rentner ist und seiner Trainer-Tätigkeit bis zu fünfmal in der Woche noch immer aus vollem Herzen nachgeht, dabei seit der Wende auch ein- bis zweimal jährlich das Olympische und Paralympische Trainingszentrum für Deutschland in Kienbaum nutzen kann.

Und in zwei Jahren will Joachim Weihrich, "wenn die Gesundheit es zulässt", ein weiteres Jubiläum feiern - sein 50. Jahr als Trainer. Ob dann Schluss ist, lässt er offen.

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