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Großes Interesse am Trebnitzer Schlossgespräch zu Schlössern und Parks an der Ostbahn

Schöne Bauten
Parkhelden könnten Schule machen

Ein beispielhaft gepflegtes Ensemble: Schloss und Park Neuhardenberg
Ein beispielhaft gepflegtes Ensemble: Schloss und Park Neuhardenberg © Foto: Matthias Lubisch
Ingo Mikat / 02.04.2018, 06:45 Uhr
Trebnitz Das Interesse an diesem Schlossgespräch war groß. Gemeindevertreter, Vereinsmitglieder und andere Interessierte aus der Region waren der Einladung ans Schloss Trebnitz gefolgt. In der alten Schmiede ging es erneut um die Schloss- und Parkanlagen entlang der Ostbahn in Märkisch-Oderland.

Referent Rainer Zeletzki führte die Besucher diesmal gedanklich von Trebnitz bis zum polnischen Dabroszy (Tamsel). Zu Beginn seines Vortrages verwies der frühere Berliner Baudirektor und Amtsleiter für Stadtplanung auf die kulturhistorische Bedeutung der alten Schloss- und Parkanlagen im Landkreis Märkisch-Oderland.

Sie böten als kulturelles Erbe nicht nur herausragende Chancen für die Ausprägung einer regionalen Identität, sondern auch touristische Potentiale. Diese zu nutzen, gelinge jedoch nicht im Selbstlauf.

Als gelungenes Beispiel für die Wiederentdeckung und Revitalisierung eines schon fast verwilderten Parks lobte er die Aktivitäten im Trebnitzer Schlosspark. Für ihn sei beeindruckend, was die Initiative der „Trebnitzer Parkhelden“ und viele weitere freiwillige Helfer in den letzten Jahren schon auf dem Areal geleistet hätten. Anschließend schilderte Rainer Zeletzki den aktuellen Zustand zahlreicher in der Nähe der Ostbahn befindlicher Parkanlagen. Das Spektrum reichte von hervorragend gepflegten Parks wie dem Neuhardenberger bis zu fast völlig der Natur überlassenen Geländen wie dem Gusower Schlosspark. Den Gemeinden und dem Landkreis empfahl der ehemalige Baudirektor, die ehrenamtlichen Initiativen zur Betreuung von Parks mit fest in die jährlichen Haushaltspläne eingestellten finanziellen Mitteln zu unterstützen.

Nach seinem Vortrag berichtete Marion Tauschke über die Geschichte des Trebnitzer Schlossparks und die von den „Trebnitzer Parkhelden“ seit 2011 unternommenen Anstrengungen zu seiner Rettung. So schilderte sie unter anderem im Jahr 2015 begonnene Arbeiten zur Wiederherstellung eines Gedenkhains für im Ersten Weltkrieg getötete Soldaten und den Beginn einer Parkbeschilderung in 2016.

Durch eine Firmenspende konnten die Parkhelden 2017 eine neue Obstbaumwiese anlegen. Gleichzeitig wurden sie erstmals Buchpaten bei der Digitalisierung historischer Dokumente. Für ihr Ziel, den Schlosspark wieder als Naherholungsgebiet für alle Bürger begehbar zu machen, erhielten sie 2017 erneut große Unterstützung durch Trebnitzer und andere Helfer.

Eine der Freiwilligen, Sophie Geschwander aus Österreich, schilderte, was sie im Rahmen ihrer Teilnahme am Jugendbauhütteprojekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in den vergangenen Monaten in Trebnitz geleistet hat. Neben der Restaurierung von historischen Grabsteinen half die junge Frau unter anderem bei der Beräumung von Sturmschäden im Park und der Katalogisierung von 53 Nistkästen. Darius Müller dankte für ihren herausragenden Einsatz. Die gut besuchte Veranstaltung klang mit individuellen Gesprächen in geselliger Runde aus.

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