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Bilder und Töne des Krieges

Projekt
Multimedial wider das Vergessen

Tryptichon-Aufführung in der Seelower Stadtkirche: Das Ergebnis des Nekropolen-Projekts „Schicht um Schicht“ bleibt wandelbar, die Bilder und Videos lassen sich austauschen und ergänzen.
Tryptichon-Aufführung in der Seelower Stadtkirche: Das Ergebnis des Nekropolen-Projekts „Schicht um Schicht“ bleibt wandelbar, die Bilder und Videos lassen sich austauschen und ergänzen. © Foto: Josefine Jahn
Josefine Jahn / 19.05.2018, 10:00 Uhr
Seelow (MOZ) Mit ihrem Projekt „Schicht um Schicht“ sei der Gruppe Studenten um ihre Professorin Susanne Junker und den Journalisten und Produzenten Tim van Beveren eine besondere Form der Erinnerung gelungen, lobt Familienministerin Franziska Giffey in einem Grußwort, verlesen von Susanne Junker.

In der Seelower Stadtkirche wurde am Donnerstagabend das Ergebnis eines multimedialen Projektes präsentiert – ein Tryptichon in Bild und Ton. Das Thema – Totenstätte und Gräberfelder, griechisch: Nekropolen.

Fotografien sind seit einiger Zeit auf der Gedenkstätte Seelower Höhen zu betrachten, Studenten aus mittlerweile 17 Nationen haben sie gemacht. Als Tryptichon finden sich die Bilder, zusammen mit Videos, in einer Installation wieder. Zu sehen sind Panzer – rollende und ausgestellte sowie verstörte Kinder – aus einem Konzentrationslager befreite, vor den Kämpfen des Vietnamkrieges fortlaufende, in einem Krankenwagen in Aleppo sitzende. Die Zeiten und Schauplätze überschneiden sich. Hinzu kommen Gedanken, die die Mitwirkenden aufgeschrieben haben – wie Sprechblasen werden sie ineinander gelegt, ein geschriebenes Stimmenwirrwarr. Dann Zahlen: 80 Millionen Menschenleben hat der Zweite Weltkrieg gefordert. 65 Millionen Menschen befinden sich derzeit weltweit auf der Flucht.

Die Bilder aus der 25-minütigen Vorstellung sind unmöglich auf einmal aufzunehmen. Sie zeigen, dass Krieg nicht nur war, sondern auch ist. Wie in der Realität sei es natürlich nicht möglich, gleichzeitig drei verschiedene Geschehen zu verfolgen, sagt Susanne Junker.

„Das ist durchaus so gewollt“, erklärt van Beveren. Zuschauer sollen animiert werden, sich das multimediale Tryptichon mehrmals anzusehen. Das ist noch bis zum 31. Mai in der Gedenkstätte möglich, wo der Film und die Fotos zu sehen sind.

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