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Bündnis „Tolerantes Brandenburg“  ist anlässlich seines 20-jährigen Bestehens auf Tour durchs Land

Toleranz
B-Team stoppt an Seelower Gedenkstätte

Stopp in Seelow: Das B-Team „20 Jahre Tolerantes Brandenburg“ am Dienstag an der Seelower Gedenkstätte.
Stopp in Seelow: Das B-Team „20 Jahre Tolerantes Brandenburg“ am Dienstag an der Seelower Gedenkstätte. © Foto: Doris Steinkraus
Doris Steinkraus / 13.06.2018, 06:00 Uhr
Seelow (MOZ) Seit 20 Jahren gibt es das Netzwerk „Tolerantes Brandenburg“. Seit dem 9. Juni ist ein B-Team im Land unterwegs, um mit Akteuren zu sprechen, Erfahrungen auszutauschen und Mut zu machen, nicht nachzulassen im Wirken um ein tolerantes Miteinander. Am Dienstag besuchte das B-Team Seelow.

Die Mini-Busse sind nicht zu übersehen. Mit ihren grellen Farben fallen sie überall auf. Und das sollen sie auch. Ebenso die Fahrgäste, das so genannte B-Team mit seinen pinkfarbenen Jacken. Anlässlich des Jubiläums des Netzwerkes sind sie in ganz Brandenburg auf Tour.

Das Tour-Team besucht Orte, die für ein erfolgreiches Wirken des Netzwerkes stehen oder dessen Arbeit prägen. Die Seelower Gedenkstätte ist eine von 30 Stationen im Land, die angefahren werden. „Eine Besuchspremiere für mich“, sagt Anke Lisicki aus Potsdam. Zum B-Team gehören an diesem Tag auch Jeniffer Wendt (Verein Kumulus Berlin), Tim Peters (Landeskoordination Schule ohne Rassismus), Ida Wiesigstruach (Toltesrantes Brandenburg Postdam), Karina Besch (Staatskanzlei) und Gianna Hunholz (Verein Katte Brandenburg). Sie alle seien sehr gespannt, nicht nur auf die Führung durch die Gedenkstätte durch Leiterin Kerstin Niebsch, sondern auf das Gespräch mit den Akteuren vor Ort, erklären sie. Denn nur in Märkisch-Oderland gibt es ein Lokales Netzwerk für Integration und Toleranz (NTI). Vor 18 Jahren wurde es gebildet, wird auch vom Landkreis finanziell unterstützt.

„Wir koordinieren in den Vereinen und Einrichtungen Veranstaltungen, Fortbildungen und Begegnungen, laden zu Fachtagungen ein, sind Mittler im Zusammenwirken mit dem Lokalen Aktionsplan im Kreis“, erklärt Kerstin Dickhoff vom NTI. Die NTI-Akteure wirken dort, wo zivilgesellschaftliche Probleme im Zusammenleben entstehen, wie etwa in Orten mit Flüchtlingsunterkünften. Sie führen Flüchtlinge und Einheimische zusammen, organisieren gemeinsam Projekte und Feste, wecken Verständigung und Akzeptanz. Das NTI ist offen für alle, die sich demokratisch engagieren möchten. Seine Arbeit wird von einem ehrenamtlichen Beirat unterstützt. Ein Weg, der sich im Kreis bewährt hat, wie Landrat Gernot Schmidt (SPD) wiederholt betonte. Aus seiner Sicht sei auch dem Netzwerk zu verdanken, dass die Flüchtlingskrise im Landkreis bei allen Konflikten und Problemen ohne gewalttätige Auseinandersetzungen gemeistert worden ist.

Für Ministerpräseident Dietmar Woidke gibt es keinen Grund, im Wirken um ein tolerantes Brandneburg nachzulassen. „Wir haben heute eine Situation, wo wir mit neuen Herausforderungen konfrontiert werden“, gab er dem B-Team mit auf den Weg.

Infos und Blogg zur Tour „20 Jahre tolerantes Brandenburg“ im Internet unter www.b-team-tour.de, Kontakt NTI Märkisch-Oderland  über den Kreis-, Kinder- und Jugendring. Koordinatorin Kerstin Dickhoff, Tel. 03346 2015871, Internet unter www.leben-in-mol.de

Das Netzwerk

■ Das Handlungskonzept „Tolerantes Brandenburg“ wurde 1998 im Land als Strategie zur Bekämpfung von Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit entwickelt. Hintergrund bildeten Ende der 90er Jahre die hohen Zahlen von rechtsextremen Übergriffen in Brandenburg.

■ Die Tour wurde vom Verein Kumulus Berlin vorbereitet. Der Verein setzt sich unter anderem mit Hate-Speech (Hass-Reden) auseinander.

■ Zu den 30 Stationen, die das B-Team ansteuert, gehören auch Orte, die für Übergriffe stehen. Die Tour startete am 9. Juni in Blankenfelde-Mahlow. Dort wurde am 16. Juni 1996 Noel Martin Opfer eines rechtsextremen Anschlags. Er ist seit dem schwer behindert. Heute stoppt das Team in Eberswalde, wo 1990 mit dem Angolaner Amadeu António Kiowa einer der ersten Todesopfer von rechtsextremer Gewalt  in Brandenburg zu beklagen war.

■ Die Tour endet am  23. Juni in Cottbus. Dort findet die Feier zum Jubiläum statt. An ihr wird auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier teilnehmen.

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