Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Jury des Landeswettbewerbs erhält umfassendes Bild vom Neutrebbiner Gemeindeleben

Jury
Inspektion im Dorf mit Zukunft

Ulf Grieger / 02.07.2018, 19:57 Uhr
Neutrebbin (MOZ) Die Jury des10. Landeswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ hat am Montag Neutrebbin besucht. Die Oderbruchgemeinde gehört zu den 17 Siegern im Land, die den Kreiswettbewerb gewonnen haben. Die Neutrebbiner präsentierten sich mit einem umfassenden Programm.

Mit der heimlichen „Brandenburg-Hymne“ wurde die Jury am Morgen vor dem evangelischen Gemeindezentrum begrüßt. Volksmusikant Hans Andreas unterstützte als „Hölschebure“ die Singegruppe der Grundschule, wobei auch alle Gäste und Teilnehmer der Inspektion in den Gesang einstimmten. Herzlich begrüßt wurde mit Robert Sidruk auch der Bürgermeister der polnischen Partnergemeinde Zabor.

Die Neutrebbiner wollen auf jeden Fall zu den beiden Gemeinden gehören, die im nächsten Jahr das Land im Bundeswettbewerb vertreten. Das böte eine gute Möglichkeit, um die Bewerbung des Oderbruchs um das Europäische Kulturerbesiegel zu bekräftigen, betonten mehrere Redner bei der Multimedia-Vorführung. Bürgermeister Werner Mielenz konnte davon berichten, dass Neutrebbin für das nächste Jahr wieder in eine Pionierrolle schlüpft. Die Gemeinde richtet das erste Oderbruchfest aus. Eine Initiative, der die Gemeindevertretung erst am Donnerstag ihre Zustimmung gegeben hatte. Alle Oderbruchdörfer sollen dabei Gelegenheit haben, sich zu präsentieren.

Die Jury unter Leitung von Tobias Wienand vom Ministerium für Ländliche Entwicklung war bereits um 6.30 Uhr in Potsdam gestartet. Haiko Türk vom Landesamt für Denkmalpflege, Kornelia Hurtig vom Landesbauernverband, Bianka Petereit vom  Brandenburgischen Städte- und Gemeindebund, Margarete Löffler vom Gartenbauverband, Wilma Nickel vom Landfrauenverband und Stefanie Röder von der Tourismus-Marketing GmbH hatten die Möglichkeit, sich beim straff geführten Rundgang selbst ein Bild davon  zu machen, was ihnen zuvor auf der Leinwand gezeigt und erzählt wurde.

Landrat Gernot Schmidt (SPD) machte den Neutrebbinern ein großes Kompliment: „Das ist eines der vitalsten Dörfer im Oderbruch“, betonte er. Der Verwaltungschef verwies auf die große Tradition des Kolonistendorfes, die sich auch in der vielfältigen und gut gepflegten Architektur spiegele und zugleich auch in der Modernität des Lebens und Wirtschaftens deutlich werde. Die Verbesserung der Breitbandversorgung für schnelles Internet, die Stabilisierung des Schul-standortes und der starke Mittelstand seien Beweise dafür.

Bürgermeister Werner Mielenz, Amtsdirektor Karsten Birkholz, Sylvia Borkert und Carola Kleinert stellten verschiedene Seiten des Dorflebens vor. Ein Drittel der Dorfbevölkerung, 571 Neutrebbiner, gehören einem der 18 Vereine an. Ein kleiner Eindruck davon, was dabei bewegt wird, wurde im Zelt am ältesten Fachwerkhaus des Hauptdorfes, dem Haus Pfnister, präsentiert. Pfarrer Arno Leye erläutert die interessante Kirchengeschichte und führte die Inspektoren durch das Gotteshaus.

Sylvia Borkert berichtete von dem Vorhaben, aus der Grund- und Oberschule ein Schulzentrum zu entwickeln. Die Kapazität der Kita sei mit 102 Plätzen komplett ausgelastet. Es gebe nahezu keinen Leerstand in Neutrebbiner Wohnungen, informierte Hauptamtsleiterin. Im Gegenteil. Die Gemeinde sei bemüht, Bauwilligen Land zuzuweisen, so der Bürgermeister. Immer mehr der jungen Leute, die einst der Arbeit wegen ihr Heimatdorf verlassen hätten, wollten zurückkommen und sich eine Existenz aufbauen. 30 Häuser seien in den vergangenen Jahren neu gebaut worden, berichtete der Bürgermeister. Mit dem Jobkarussell und dem Ausbildungsversprechen werben  die Betriebe der Region um den beruflichen Nachwuchs unter den Absolventen der Oderbruch-Oberschule.

Neutrebbiner Traditionen wie das Begrüßungsgeld für Neugeborene, die Goldene Hausnummer für vorbildliche Grundstücke und die enge Verbindung zu den anderen Oderbruchdörfern wurden ebenfalls vorgestellt. Die Jury besichtigte die alte Feuerwache, die Baustelle des Gemeindezentrums, die Schulen und Sportstätten. Mit dem Bus ging es zur Biogasanlage, von deren Wärmeproduktion das halbe Dorf profitiert. An der Kaufhalle hatten die Jurymitglieder noch Gelegenheit, mit Bürgern ins Gespräch zu kommen.

Neutrebbin war die 13. Station der Jury. Am Nachmittag ging es in die Uckermark. Der Barnim sowie Oberhavel und Havelland sind die letzten Stationen.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG