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Falkenhagener Herde von Schäfer Udo Felgendreher erneut angegriffen

Albtraum
Wölfe reißen 30 Ziegen und Schafe

Eines von 30 Tieren: Eine Ziege auf der Weide von Schäfer Udo Felgendreher am Küchensee zwischen Falkenhagen und Lietzen. Alles deutet auf Wölfe hin.
Eines von 30 Tieren: Eine Ziege auf der Weide von Schäfer Udo Felgendreher am Küchensee zwischen Falkenhagen und Lietzen. Alles deutet auf Wölfe hin. © Foto: privat
Ines Weber-Rath / 16.07.2018, 19:40 Uhr - Aktualisiert 17.07.2018, 11:55
Falkenhagen (MOZ) Freitag, der 13., war für Schäfer Udo Felgendreher kein glücklicher Tag. Als ein Mitarbeiter des Frankfurter Schäfermeisters an jenem Morgen, gegen 4.30 Uhr, auf die Weide des Betriebes am Küchensee zwischen Falkenhagen und Lietzen kam, bot sich ihm ein Bild des Schreckens: Auf der durch einen Elektrozaun gesicherten Koppel lagen 26 tote Ziegen und Schafe. Weitere Tiere waren schwer verletzt. Vier von ihnen hat der Schäfer inzwischen von ihren Qualen erlöst.

Am Donnerstag Abend sei noch alles in Ordnung gewesen, berichtet Udo Felgendreher. Die Wölfe müssen in der Nacht gekommen sein. Denn dass es sich „zu 99 Prozent“ um Wolfsrisse handelt, habe ein Wolfsbeauftragter bestätigt, sagt der Schäfer.

Für ihn steht außer Zweifel, dass da mehrere Wölfe am Werk waren: „So viele Schafe und Ziegen reißt kein einzelner Wolf“, so Felgendreher. Sein Betrieb ist bereits zum dritten Mal Opfer eines Wolfsangriffes geworden. Den ersten gab es Silvester 2016 auf eine Frankfurter Herde der Schäferei. Den zweiten vor fast genau einem Jahr, im Juli vorigen Jahres, ebenfalls in Falkenhagen. Damals hatte Isegrim vier Schafe gerissen.

Diesmal ist der Schaden viel höher. Einen so extremen Riss, dem 20 Ziegen und 10 Schafe zum Opfer gefallen sind, gab es in der Region noch nie, bestätigt auch Schäfermeister Wilfried Vogel, der Vorsitzende des Schäfervereins Kurmark. Ihm sitze die Angst ständig im Nacken, dass er morgens auf eine Weide komme, auf der der Wolf gewütet hat, so der Dolgeliner.

Udo Felgendrehers Falkenhagener Herde, zu der 450 Mutterschafe mit Lämmern sowie 45 Ziegen gehörten, war vorschriftsmäßig gesichert – mit einem 1,10 bis 1,20 Meter hohen Elektrozaun. Die Schäfer hatten drei Tage zu tun, um die völlig verängstigten Tiere von der Weide umzusetzen und die Kadaver zu bergen, die am Montag abgeholt worden sind.

„Die Situation ist unerträglich, auch für meine Mitarbeiter. Sie können sich nicht vorstellen, wie 30 tote Tiere auf einem Haufen aussehen“, so der Frankfurter Schäfer. Er beweidet bei Falkenhagen Flächen im Naturschutzgebiet. Er wird Schadenersatz beantragen und will die Falkenhagener Herde verkleinern. Für Udo Felgendreher steht fest: Kommt der Wolf in seine Herde auf den Frankfurter Oderwiesen, ist Schluss mit der Schäferei.

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