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Schulpartnerschaft nach Belarus wird weiterhin gepflegt / Seelower Gymnasiasten verleben interessante Tage in Brest

Austausch
Neue Kultur und fremde Sprache

Silvana Guderjahn / 19.07.2018, 06:30 Uhr - Aktualisiert 19.07.2018, 10:11
Seelow/Brest Schon zum wiederholten Male erhielten einige Schüler und Schülerinnen des Gymnasiums auf den Seelower Höhen die Möglichkeit, am Brest-Trebnitz-Projekt teilzunehmen, welches in Kooperation mit dem Bildungs- und Begegnungszentrum Schloss Trebnitz realisiert wird.

Im Rahmen dieses Projekts gibt es alle zwei Jahre einen Besuch deutschen Schüler in der belarussischen Stadt Brest.  Am Morgen des 25. Juni ging die Reise los. Allen 21 Teilnehmern sowie den zwei begleitenden Lehrerinnen und drei Teamern, stand eine Fahrt einmal quer durch Polen bevor. Dann hieß es noch, die Grenze zu überstehen, welche das Ende der EU kennzeichnet. Niemand von uns wusste, wo und bei wem er die nächsten Nächte verbringen würde. Die Ungewissheit vor diesem neuen und auch anderem Land war einigen  anzumerken.

Als wir nach mehr als zwölf Stunden Fahrt die Grenzstadt Brest in Belarus erreichten, kamen wir alle in verschiedene Gastfamilien. Sie sollten uns eine Woche  ihr Zuhause sowie ihren Alltag zeigen. In den Familien lernten viele von uns sehr schnell die bekannte osteuropäische Gastfreundschaft kennen.

Immer noch sichtlich erschöpft und müde, ging es gleich am nächsten Tag in die Schule unserer Gastgeschwister. Mit ihren über 1200 Schülern stellte sie doch eine andere Größenordnung gegenüber dem Seelower Gymnasium dar. In den unterschiedlichen Workshops Film, Musik und Comic ging es besonders darum, im Verlaufe der Woche die Zusammenarbeit mit den 22 belarussischen Schülern zu verstärken und sich miteinander anzufreunden. Dabei sollten Vorurteile aus dem Weg geräumt werden und über die Grenzen hinweg Toleranz entwickelt werden. Auch das Motto „ So sind wir - Sind wir so oder anders?!“ rückte diese Themen in den Mittelpunkt der Gruppenarbeiten. Die Belarussen erstaunten uns zudem immer wieder aufs Neue mit ihren ausgeprägten Deutschkenntnissen, welche die Kommunikation wesentlich erleichterten.

Neben der Arbeit in der Schule verbrachten auch viele von uns die Abende zusammen. Es wurden die verschiedensten Restaurants aufgesucht, lange ausgedehnte Spaziergänge durch die Stadt unternommen und eine Art Jahrmarkt besucht. So klangen die Tage immer gemütlich aus.

Aber auch in Rahmen des Projekts wurden ein gemeinsamer Bowlingabend, Public Viewing – zum leider nicht ganz so erfolgreichen Deutschlandspiel – und eine Disco organisiert. Eine Stadtrundfahrt vermittelte uns einen Eindruck von Brest.

Am Samstag, und somit kurz vor Ende des Projekts, fand dann die große Abschlusspräsentation in der Aula der Schule statt. Die Teilnehmer aller Workshops präsentiertenihre Ergebnisse feierlich .

Am Sonntagabend hieß es dann auch schon, sich wieder von den neuen Leuten zu verabschieden, die wir kennengelernt hatten und die teilweise schon neue Freunde geworden waren. Doch auch die Vorfreude auf das eigene, gewohnte Zuhause stieg langsam wieder an. Nach knapp vier Stunden Warten an der polnischen Grenze sowie einem plötzlichen und ungeplanten Busumstieg um kurz nach Mitternacht erreichten wir am Montagmorgen wieder das Gymnasium in Seelow.

Besonders für mich stellte diese Woche ein ganz besonderes Erlebnis dar. Ich hatte das Glück, in Belarus meinen 18. Geburtstag feiern zu dürfen. Schon in meiner Gastfamilie wurde ich mit einer Art russischen Geburtstagspudding überrascht und mit Umarmungen überhäuft. An der Schule angekommen, stimmte die gesamte Projektgruppe ein Geburtstagslied an. Da wurde mir einmal mehr die offene, herzliche Art der Belarussen bewusst. Als sich dann die Präsentation am Nachmittag zum Ende neigte, wusste ich nicht, dass noch eine Überraschung auf mich warten sollte. Als mich eine Freundin aus der Aula verbannte, kam schon eine gewisse Vorahnung in mir hoch. Doch als ich dann mit einer Konfettikanone und dem russischen Geburtstagslied von allen empfangen wurde, wurde mir bewusst, dass ich diesen etwas anderen Geburtstag dank der Mühe, die sich alle gegeben haben, nie vergessen werde.

Am Ende dieser Woche waren wirklich alle wieder um ein paar Erfahrungen reicher. Wir haben eine neue Lebenskultur kennengelernt und durften besonders auch in das Leben einer belarussischen Familie blicken. Wir nahmen die Erkenntnis mit, dass eine Sprache oder ein fremdes Land kein Hindernis sind, neue Freundschaften zu schließen.

Das Brest-Trebnitz-Projekt, welches mit Hilfe des Vereins Schloss Trebnitz als Projektträger bereits seit 1996 stattfindet, wäre ohne das Engagement unserer beiden Russischlehrerinnen Frau Spitzer sowie Frau Wilpert nicht möglich gewesen. Auch unsere drei Teamer Marten, Andreas und Lilly haben uns durch die gesamte Woche begleitet und sind nicht unwesentlich an der lustigen und ereignisreichen Fahrt beteiligt gewesen.

Wer Lust und Interesse hat, sich die Ergebnisse unserer Arbeitsgruppen anzusehen, der ist herzlich eingeladen, sich unseren Berichte und Bilder anzusehen. Nach den Ferien werden wir im Gymnasium darüber berichten.

Öffentliche Präsentation, 28. August, 18 Uhr in der Cafeteria des Gymnasiums auf den Seelower Höhen

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