Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Anwohner in Neuhardenberg beklagen zu große Häufigkeit / Wer ohne Genehmigung zündelt, riskiert Bußgeld

Privatfeiern
Die nervigen Feuerwerke

Immer wieder grandios: Das Feuerwerk zum Abschluss der Neuhardenberg-Nacht. Daran rüttelt niemand.
Immer wieder grandios: Das Feuerwerk zum Abschluss der Neuhardenberg-Nacht. Daran rüttelt niemand. © Foto: Johann Müller
Doris Steinkraus / 30.09.2018, 09:00 Uhr
Neuhardenberg (MOZ) Feuerwerke haben Konjunktur. Dort, wo sie regelmäßig abgefeuert werden,  erfreut das Anwohner nicht immer. In Neuhardenberg machten Bürger im jüngsten Gemeinderat ihrem Ärger Luft.

Das Schloss Neuhardenberg ist beliebter Hochzeitort. Häufig gehört ein Feuerwerk zum Festverlauf. „Wir sind zunehmend Lärm ausgesetzt“, monierte Isabell Zohles-Kästner. Vor allem die am Park Wohnenden müssten mit den lauten Knallern leben. „Wir haben zudem festgestellt, dass selbst bei hoher Waldbrandwarnstufe Feuerwerke gezündet werden.“ Sie forderte eine bessere Kontrolle, auch dahingehend, ob überhaupt eine Genehmigung vorliegt.

Katrin Suhr kannte das Problem, hatte dazu im Vorfeld der Sitzung mit Vertretern der Stiftung gesprochen. „Nicht die Stiftung, sondern die Hochzeitsgesellschaften stellen die Anträge auf Feuerwerke“, erklärte sie. Es gebe die Bereitschaft, mit der Gemeinde in einem Gespräch zu klären, was zumutbar ist. Fachbereichsleiter Tino Krebs verwies darauf, dass jede Genehmigung mit Auflagen verbunden ist. „In den Bescheiden steht eindeutig, dass bei Waldbrandwarnstufe vier und fünf Feuerwerke verboten sind und die Genehmigung damit hinfällig ist.“

Das Problem für die Verwaltung sei, dass Beschwerden nur pauschal kommen, auch zu offensichtlich gar nicht angemeldeten Feuerwerken. Mittlerweile ist es schon usus, dass selbst zu Einschulungen oder Familienjubiläen Feuerwerke gezündet werden. „Wir können Verstößen nur nachgehen, wenn wir konkrete Zeiten, Daten und auch Zeugen haben“, betonte Krebs. Er kündigte an, dass sich die Amtsverwaltung beim Kreis Informationen einholen wird, auch zur Frage, wie viele Feuerwerke genehmigt werden dürfen.

Das entscheide die jeweilige Kommune, erklärt Dajana Richter, Leiterin des Rechtsamtes des Kreises, auf MOZ-Anfrage. Dabei seien das private und das öffentliche Interesse abzuwägen. „Rechtsgrundlage bildet die Vorschrift des Paragraphen zwölf des Landesimmissionsschutzgesetzes“, so Dajana Richter. Sofern ein Feuerwerk erlaubt wird, dürfe es höchstens 30 Minuten andauern und müsse um 22 Uhr, im Juni und Juli um 23 Uhr, beendet sein. Das Abbrennen von Feuerwerken unterliege einer gesonderten Regelung, sei nicht direkt mit der Genehmigung von zehn Veranstaltungen, bei denen länger gefeiert werden kann, vergleichbar. Vielfach seien Feuerwerke aber Bestandteil solcher Feste. Dennoch sei auch dann eine einzelfallbezogene Entscheidung der Ordnungsbehörde nötig.

Es gebe keine rechtssicheren Erfahrungen dazu, ob eine Kommune Feuerwerke generell verbieten kann, erläutert die Amtsleiterin. Bei enormer Ruhestörung kann der Schutz der Allgemeinheit jedoch schwerer wiegen als das private Interesse, etwa im Rahmen einer Hochzeitsfeier. Dies besonders, wenn es häufiger solche Feste im Ort gibt.

Klar geregelt indes ist, dass ohne Genehmigung keine Feuerwerke gezündet werden, unterstreicht die Amtsleiterin. Wer dies dennoch tut, der muss mit Bußgeldern von bis zu 20 000 Euro rechnen.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG