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Wirtschaftsausschuss des Kreistages will Vertreter der NEB und des Verkehrsverbundes einladen

Probleme
Landrat macht Ostbahn zur Chefsache

Ostbahnhaltepunkt Küstrin-Kietz: Schon hier steigen sehr viele Reisende zu. Sie kommen vor allem aus Polen.
Ostbahnhaltepunkt Küstrin-Kietz: Schon hier steigen sehr viele Reisende zu. Sie kommen vor allem aus Polen. © Foto: Doris Steinkraus
Doris Steinkraus / 06.11.2018, 20:12 Uhr
Seelow (MOZ) Landrat Gernot Schmidt (SPD) will Vertreter der Niederbarnimer Eisenbahn sowie des Verkehrsverbundes Berlin Brandenburg zu einer Beratung des Wirtschaftsausschusses des Kreistages zum Thema Ostbahn einladen. Das kündigte er im Kreistag an. Die Fraktion AfD/Freiheit/Arbeit/Werte hatte einen Beschlussvorschlag eingebracht, der jedoch abgelehnt wurde. Danach sollte der Landrat beauftragt werden, bei der NEB die Missstände auf der Ostbahnstrecke RB 26 zu erläutern und Veränderungen einzufordern. Falk Janke berichtete tagesaktuell von den Zuständen auf der Strecke.  Verspätungen seien ebenso schon Alltag wie überfüllte Züge. In den Haupt-Pendler-Zeiten würde oft nur ein Wagen fahren, berichteteJanke.

Die Probleme sind nicht neu. Vor zwei Jahren hatte die NEB die Fahrgäste bis zur Lieferung neuer Züge, die in Polen gefertigt wurden, vertröstet. Mit den alten Zügen könnten die Anforderungen nicht erfüllt werden, hieß es seitens der NEB. „Mit den neuen Zügen ist nicht besser, sondern schlechter geworden“, kritisierte Janke. Die Lärmbelästigung im Zug sei groß, die Klimaanlagen würden nur zum Teil funktionieren und die Aus- und Einstiegstüren seien ungeeignet. Zu loben sei lediglich das Personal, das sich redlich bemühe, mit freundlichem Auftreten die Missstände zu abzumildern.

Landrat Schmidt bestätigte die Probleme. Er habe sich selbst wiederholt davon überzeugt. Das Problem aus seiner Sicht: „Nicht wir als Kreis, sondern das Land ist Besteller der Schienenleistung“, sagte er. Die Bedienung der Strecke sei ausgeschrieben worden. „Die NEB hat sich beworben, den Zuschlag erhalten und erbringt nicht die entsprechenden Leistungen“, erklärte er. Das sei in der Tat kein akzeptabler Zustand. Es schade auch dem Landkreis als Wohnstandort, denn mittlerweile würden viele Pendler die Strecke nach Berlin nutzen. Um so mehr plädiere er, mit den Verantwortlichen direkt ins Gespräch zu kommen. Bei einer der nächsten Beratungen des Wirtschaftsausschusses sollen sie eingeladen werden. Dort sollen dann auch die anderen in der Vorlage der Fraktion aufgeführten Aspekte zur Sprache kommen: mangelhafte Ersatzverkehrslösungen, Mehrfachausfälle, fehlendes WLAN und auch organisierter Missbrauch von Brandenburg-Tickets.

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