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Plakataktion an der Küstriner Straße richtet sich gegen Plattform der Denunziation

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Linke protestieren gegen AfD-Infostand vor Schule

Hände weg von der Schule: Das fordern die Linken des Seelower Stadtverbandes. Sie protestieren damit gegen die Versuche der AfD, bei Jugendlichen ihre Ideologien zu verbreiten.
Hände weg von der Schule: Das fordern die Linken des Seelower Stadtverbandes. Sie protestieren damit gegen die Versuche der AfD, bei Jugendlichen ihre Ideologien zu verbreiten. © Foto: Doris Steinkraus
Doris Steinkraus / 09.11.2018, 08:15 Uhr
Seelow (MOZ) „Hände weg von unseren Schulen“ fordern die Linken auf einem Plakat, das Mitglieder des Stadtverbandes am Mittwoch in der Küstriner Straße, vis-à-vis des Ex-Kaufhauses, angebracht haben. Es ist die Antwort des angekündigten Info-Standes, den die AfD heute im Bereich der Bertolt-Brecht-Oberschule aufbauen will. „Und das am Tag, an dem wir der Reichspogromnacht mit all ihren Folgen gedenken“, so Klaus Richter.

Da es sich um öffentlichen Raum handle, könne die Stadt dies nicht verwehren, erklärte Bürgermeister Jörg Schröder, der sich demonstrativ zur Gruppe gesellte. „Wir müssen Farbe bekennen“, sagte er. Die Linken-Landtagsabgeordnete Bettina Fortunato verwies auf die von der AfD eingerichtete Internetplattform, auf der Schüler unliebsame Lehrer melden sollen. „Die AfD hat begonnen, den Schulfrieden zu stören“, sagte sie. Das könne man nicht widerspruchslos hinnehmen und auch nicht den Versuch, dass die Partei jetzt beginne, direkt vor Schulen ihre Intentionen unter Heranwachsenden zu verbreiten. Es werde ein Klima der Denunziation geschaffen, befand Uwe Hädicke. Das alles habe es schon einmal gegeben. Vor allem ältere Bürger wüssten, wohin das einst führte. Das System der Bespitzelung von Menschen sei von den Nazis perfektioniert und später von der Stasi ebenfalls praktiziert worden.

Anlässlich der Pogromnacht 1938, mit der die systematische Verfolgung der Juden begann, findet heute um 19 Uhr eine Lesung in der Stadtbibliothek statt. Sie wird traditionell maßgeblich von der Kindervereinigung Seelow mitgestaltet.

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