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Staatssekretär Martin Gorholt zeichnet Trebnitzer Projekt als Demografiebeispiel des Monats aus

Preis-Freitag
Akademie der Dorfhelden geehrt

Doris Steinkraus / 02.12.2018, 07:00 Uhr
Trebnitz (MOZ) Zum dritten Mal wurde ein Projekt von Schloss Trebnitz als Demografiebeispiel des Monats des Landes Brandenburg ausgezeichnet. Nach der Schülerfirma und dem Jugendrat Oderland ging die Anerkennung am Freitag an die Akademie der Dorfhelden.

Annegret Huth aus Heinersdorf erzählt, wie das vor einem Jahr mit dem leerstehenden Herrenhaus in ihrem Dorf war. Zur Auftaktveranstaltung der Akademie der Dorfhelden vor genau einem Jahr hatte es zunächst eine ungewöhnliche Aufgabe für die Teilnehmer gegeben. Sie sollten sich aus einem Berg von Bildern, die auf dem Boden lagen, eines aussuchen und später erklären, warum sie gerade das gewählt hatten. Die Heinersdorferin wählte das Bild mit einer toten Fliege – als Sinnbild für den Verfall des Herrenhauses, das mitten im Ort doch eine ganz andere Rolle spielen sollte. Es gehört der Gemeinde Steinhöfe. „Die Bürgermeisterin erklärte uns, einer Gruppe von Enthusiasten, dass ihr nichts einfalle, um es zu retten. Wir hatten noch einen Funken Hoffnung, dass man der scheinbar toten Fliege doch noch einmal Leben einhauchen könnte.“ Sie erhoffte sich Ratschläge, Hinweise und Tipps, wie das zu schaffen wäre – und bekam sie. Die Teilnehmer – allesamt Vertreter von Initiativen in Dörfern des Landes – legten selbst fest, welchen Schwerpunkten sie sich in den folgenden Treffs widmen wollten. „Die Methode war, dass es nur einen ganz geringen Anteil theoretischer Orientierung geben sollte“, erklärt Koordinatorin Ilona Tkocz. „Es ging in erster Linie immer um praktische Ansätze.“  Dazu gehörten Erfahrungen, wie man Projekte vorbereitet, wie man sie bei wem präsentiert, welche Fördermöglichkeiten es wo gibt, wie man mit Konflikten umgeht, um Netzwerke und Kommunikation. „Für uns brachte die Akademie das Ergebnis, dass wir ein Konzept zur Schaffung einer Bürgerbegegnungsstätte entwickelt und es dem Landrat von Oder-Spree vorgestellt haben. Von dort gibt es nun Unterstützung, unsere Fliege beginnt zu leben“, berichtet Annegret Huth.

Staatssekretär Martin Gorholt lobte allein den Namen. Der beinhalte so viel und stehe dafür, dass Akteure vor Ort gestärkt werden. Genau das brauche vor allem der ländliche Raum, in dem selbst einst wichtige Kommunikationsräume wie die Dorfkneipen weggebrochen sind. „Die Konzeption der Akademie greift passgenau die Bedarfe der Menschen auf, unterstützt bei der Umsetzung von Ideen und Projekten“, so Gorholt.

Partner der Akademie unter Regie des Bildungs- und Begegnungszentrums Schloss Trebnitz waren der Kreis-, Kinder- und Jugendring, die LAG Märkische Schweiz sowie die Dorfbewegung Brandenburg.  Acht Weiterbildungsveranstaltungen fanden statt. Vizelandrat Friedemann Hanke (CDU) würdigt die Reihe als Beispiel dafür, wie Menschen befähigt werden können, um etwas anzuschieben. Lobenswert sei zudem, dass auch das Miteinander von Politik und Zivilgesellschaft in einem politischen Stammtisch thematisiert wurde. Eine Runde, in der es nicht um Referate, sondern um Austausch ging. Der Wunsch der Teilnehmer der Abschlusskonferenz ist denn auch eindeutig: 2019 sollte es unbedingt eine Fortsetzung geben. Voraussetzung ist eine erneute Förderung durch das Bildungsministerium.

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