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Rarität
Erzieher steht seinen Mann in der Kita

Neu im Team: Marco Schmidt spielt mit den Kindern (v.l.) Ben (5), Fynn-Luca (5), Finn (6) und Kimi (5).
Neu im Team: Marco Schmidt spielt mit den Kindern (v.l.) Ben (5), Fynn-Luca (5), Finn (6) und Kimi (5). © Foto: Christina Sleziona
Christina Sleziona / 06.12.2018, 06:45 Uhr
Gusow (MOZ) Wenn Marco Schmidt die Kita „Das Haus der kleinen Zwerge“ betritt, versammeln sich die Kinder bereits freudig um ihn. Seit September bereichert er in Vollzeit das Erzieherinnen-Ensemble in Gusow. Keine Selbstverständlichkeit, denn in deutschen Kindertagesstätten bestimmen noch immer weibliche Erzieherinnen das Berufsbild. Schön ist es daher, dass auch die Kita in Gusow nun mit Marco Schmidt als männliche Hilfskraft glänzen kann.

Momentan betreut dieser hauptsächlich die älteren Vorschulkinder von vier bis sechs Jahren. Wie er sie auf die Schule vorbereiten kann, weiß der Familienvater aus eigener Erfahrung. Er zieht mit seiner Partnerin selbst zwei Schulkinder in Golzow groß.

Was ihn von seinen weiblichen Kolleginnen unterscheide, sei vor allem die Begeisterung zum Sport. „Ich denke, als Mann möchte man die Kinder mehr zur Bewegung animieren“, meint der Erzieher.  Auch für kleine Experimente ist er gern zu haben. Große Augen machten die Kinder vor kurzem, als er mithilfe eines Spiegels einen Regenbogen erzeugte.

Dass er mit Ende 30 noch einmal vom Sozialassistenten zum Erzieher umgesattelt ist, bereut er nicht. „Ich fühle mich sehr wohl hier“, vertraut er der MOZ an. Besonders die familiäre Atmosphäre mache für ihn den Charme der Kita aus. „Ich bin vom Team, den Kindern und Eltern sehr gut aufgenommen worden“, erzählt er weiter. In Gusow willkommen fühlte er sich schon während seiner zwei Praktika, die er dort für seine Ausbildung am Oberstufenzentrum in Frankfurt (Oder) absolvierte. Dass er sich nach der Beendigung seiner Ausbildung im Frühjahr für eine Festanstellung in der Einrichtung bewarb, war für ihn nur logisch.

„Marco hat schnell eine tolle Bindung zu den Kindern und Eltern aufbauen können“, erinnert sich Lissy Schütz als seine ehemalige Mentorin. Besonders seine ruhige Art und sein offenes Ohr  für die Belange der Kinder machen ihn zu einer großen Bereicherung für die Kita. Nicht zu unterschätzen sei ebenso die Vaterrolle, die er bei den Kindern einnimmt. „Als Mann hat er ein ganz anderes Auftreten, eine andere Stimme. Davon können die Kinder nur profitieren“, ist Lissy Schütz überzeugt.(sle)

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