Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Andy Steinhauf hat in neuer Broschüre viel zur wirtschaftlichen Entwicklung von Küstrin-Kietz zusammengetragen

Wirtschaftsgeschichte
Roboter waren untauglich

Tischlerei Brutschke: Aus dem Archiv der Tischlerfamilie stammt dieses Foto, das um 1950 aufgenommen wurde. Es ist neben 74 anderen im neuen Buch von  Andy Steinhauf zu sehen.
Tischlerei Brutschke: Aus dem Archiv der Tischlerfamilie stammt dieses Foto, das um 1950 aufgenommen wurde. Es ist neben 74 anderen im neuen Buch von  Andy Steinhauf zu sehen. © Foto: Bruschke
Ulf Grieger / 08.01.2019, 06:00 Uhr
Küstrin-Kietz (MOZ) Mit seinem „Wirtschaftsreport Küstrin-Kietz“ hat Andy Steinhauf vom Verein für die Geschichte Küstrins ein weiteres seiner heimatkundlichen Hefte herausgebracht. Diesmal ist es eine fast 200seitige Broschüre geworden, die auch als Nachschlagewerk nutzbar ist.

Das Ortseingangsschild von „Kietz — Kreis Seelow“, schon in den Nebel der Geschichte eintauchend, gibt das Coverbild, der Broschüre ab, in der Andy Steinhauf die wirtschaftliche Entwicklung des Ortes von 1945 bis 1995 darstellt. „Eigentlich wollte ich ja nur die Zeit der 1970er Jahre beschreiben“, erzählt der Autor, der dort aufgewachsen ist, aber nun in Frankfurt wohnt. Doch in der mehr als zweijährigen Beschäftigung mit dem Thema sei das Material immer weiter angewachsen, so dass nun ein Kompendium mit den Angaben zu insgesamt 69 privatwirtschaftlichen Unternehmen entstand, die nach dem Krieg gegründet wurden. Hinzu kommen die genossenschaftlichen und volkseigenen Betriebe wie das Armaturenwerk, dessen Geschichte auf 25 Seiten dargestellt wird und somit einen Schwerpunkt in dem Heft darstellt. Dank der vielfältigen Mitwirkung von Zeitzeugen und Familien konnten zudem 75 Fotos in die Broschüre aufgenommen werden. Einige stammen auch aus dem Landshaupt- und dem Kreisarchiv. All das zeugt von der gründlichen Recherchearbeit des Lokalhistorikers. Nicht berücksichtigt ist die Entwicklung des Bahnhofs und der LPG, weil dies Gegenstände separater Darstellungen sein müssten, wie Steinhauf befand.

Bei der Erarbeitung der Broschüre, die übrigens ganz bewusst durch den Schreibmaschinenstil den Eindruck historischer Protokolle erweckt, hat Steinhauf festgestellt, dass Vor- und Nachkriegsgeschichte mehr Kontinuität besitzen als bislang angenommen. So war das Armaturenwerk aus dem Betrieb „Ewald Feuerwehrgeräte“ hervorgegangen. Andere Küstriner Unternehmen wie zun Beispiel Brunnenbau Stahnke hatten sich in Manschnow angesiedelt.

Interessant sind auch Erkenntnisse darüber, dass Küstrin-Kietz 1950 im Gespräch für den Standort des neuen Hüttenwerkes war. Letztlich fiel die Wahl bekanntlich auf Fürstenberg (Oder), wo sich dann ab 1951 das EKO und Stalinstadt entwickelten. Sehr anschaulich und mit eigenen Kindheitserinnerungen gewürzt schildert Steinhauf den Einzug der Robotertechnik in den VEB Armaturenbau. Die dort eingesetzten Industrieroboter erwiesen sich als völlig unbrauchbar für den Betrieb.

Andy Steinhauf plant bereits das nächste Buch. Es wird eine Zweitauflage seines Bilderbuchs „Küstrin und sein Kietz“. Vor sechs Jahren hatte er darin historische und heutige Ansichten auf 60 Seiten gegenübergestellt. Die Neuauflage wird doppelt so dick.

Die wirtschaftliche Entwicklung in Küstrin-Kietz von 1945 bis 1995, Report von Andy Steinhauf, ISBN 978-3-9816591-6-0, 13,50 Euro, erhältlich in allen Buchhandlungen der Region sowie beim www.adweso.com

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG