Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Nur wenige Erfolgsmeldungen der Angler in dieser Saison / Wanderbedingungen im Oderbruch verbessern sich

Quappen
Oder-Leopard macht sich rar

Ulf Grieger / 08.01.2019, 21:15 Uhr - Aktualisiert 09.01.2019, 11:13
Seelow (MOZ) Von November bis Ende Januar zieht die Quappe, der „Oder-Leopard“, die Angler magisch an. Der imposante Fisch wandert vom Oderhaff her stromaufwärts, um Laichgebiete zu finden. Die aktuelle Saison allerdings lässt viele Petrijünger leer ausgehen.

Natürlich gibt es auch in dieser Saison die Glücklichen, für die sich das nächtliche Starren auf die Leuchtpose gelohnt hat und die morgens mit bis zu 75 Zentimeter langen Quappen die Heimkehr antreten können. Hohenwutzen, Neurüdnitzer Spitz oder Nieschen und Kuhbrücke sind beliebte Stellen für Quappenangler, die meist zwischen den Feiertagen und in den ersten Wochen des Jahres einige Tage nur deshalb an den Buhnen verbringen, um dieses Glücksgefühl zu haben.

André Schneider von der Küstriner Oderfischerei freut sich über die anhaltende Attraktivität des Quappenangelns, die durchaus auch eine touristische Aufwertung der Region bedeutet. Manche kommen regelmäßig aus der Schweiz, Österreich und ganz Deutschland dazu her. „Bei der Quappe läuft es diesmal nicht ganz so gut. Dafür werden aber erstaunlich viele Hechte geangelt. Und in den tieferen Bereichen auch Zander“, sagt Fischer Schneider.

Sein Kollege Volker Duncker von den Wriezener Oder-Fischern hat in dieser Saison nur wenige Rückmeldungen glücklicher Quappenangler. Er ist überzeugt, dass die Bestände generell zurückgegangen sind. Vor allem im Vergleich zum Boom nach der Wende, als das Nachtangelverbot am Grenzfluss Oder aufgehoben worden war und die Quappenangelei mehr Fans als heute anzog. Erschwerend seien in dieser Saison zudem die lang anhaltenden Niedrigwasserstände hinzugekommen, die den Quappen das Wandern erschweren.

Was macht den Reiz des Quappenangelns aus? „Hat die Quappe erst einmal einen Köder entdeckt, steht ihr nur noch der Sinn nach Fressen. Alles, was sie bewältigen kann, schlingt sie hinunter“, erzählt Martin Lubisch. Der Petrijünger aus Libbenichen  ist zugleich auch Fischereiaufseher. Mindestens 30 Zentimeter groß muss die Quappe sein, wenn man sie mitnehmen will. Für ihn selbst hat aber nicht nur der Fang, sondern vor allem das Naturerlebnis Bedeutung.

Wenig Erfolg hatte bislang  Axel Hulitschke. „Ich habe es oft versucht, aber leider keine Quappe gefangen“, erzählt der Friedrichsauer. Als Verbandsingenieur des Deichverbandes weiß er natürlich, wie es um die Wandermöglichkeit der Fische in der Alten Oder bestellt ist. Da im Winter die großen Wehre wie Quappendorf und Letschin frei sind, haben die Quappen dort keine Hindernisse. Ob sie allerdings über die Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße und das Wehr Hohensaaten ins Oderbruch aufsteigen, sei nicht bekannt. Auch Martin Rudolf, er leitet die Dienststelle des Landesamtes für Umwelt im Bad Freienwalder Deichhaus, kann das nicht mit Gewissheit sagen. Es wurden aber Aufstiegsmöglichkeiten gebaut, so dass die Fische auch dort wandern können. Weitere werden wahrscheinlich ab 2020 am Wehr Letschin und am Richtgrabenwehr in Golzow gebaut. „Aber das sind natürlich Notbehelfe für die Tiere“, schränkt Rudolf die Vorstellung einer barrierefreien Fischwanderstrecke vom Oderhaff bis ins obere Oderbruch ein. Doch Quappen sind so groß, dass sie die Aufstiegstreppen auch gut bewältigen. Die Wehre werden im Oderbruch aber nicht nur wegen der Fischwanderung abgesenkt, erklärt Rudolf, sondern vor allem aus Gründen des Hochwasserschutzes. „Wenn die eingefroren sind, bekommen wir sie im Hochwasserfall nicht schnell frei“, erklärt er.

Fischer Volker Duncker ist sogar ganz sicher, dass es auch in der Alten Oder Quappen gibt. „Die sind vielleicht etwas kleiner. Aber wir haben ja auch in anderen Gewässern wie den Mecklenburger Seen Quappen.“

Tipps, wie man die Quappe richtig zubereitet, bieten Kerstin Rund und Stefan Hessheimer am 2. Februar in der Galerie Koch und Kunst in Groß Neuendorf. Man lernt an diesem Tag, Quappe in der Keksdose frisch zu räuchern, ein Süppchen von der Quappe zu kochen oder Quappe im Kartoffelmantel zuzu-bereiten.

Anmeldungen zum Kochkurs: info@kochundkunst.de

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG