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Airport Neuhardenberg kämpft weiterhin um notwendige Genehmigungen / Kritik am Landesentwicklungsplan

Flugplatz
Stagnation ohne Instrumentenflug

Cornelia Link-Adam / 05.02.2019, 07:30 Uhr - Aktualisiert 06.02.2019, 10:35
Neuhardenberg (MOZ) Auf dem Flugplatz starten und landen im Winter höchstens an den Wochenenden die Kleinflugzeuge. Dabei ist der Airport Neuhardenberg für größere Maschinen ausgelegt, doch dafür kämpft das Unternehmen noch immer um die Genehmigungen von Bund und Land.

Seit 2007 befindet sich der einstige NVA-Flughafen in Händen des dänischen Eigentümers Peter Sølbeck. „Ziel war und ist es, das Gelände für Märkisch-Oderland und Brandenburg zu entwickeln“, sagt Uwe Hädicke, der für den Airport Neuhardenberg eingesetzte Geschäftsführer. Immerhin habe man hier eine Start- und Landebahn, die mit 2400 Metern Länge die letzte ihrer Art außerhalb Berlins ist. Wäre der BER schon eröffnet, wäre einiges einfacher, fügt er an. Stattdessen herrscht Stagnation. Schließlich könnten in der 13 Meter hohen Halle riesige Maschinen wie Airbus A 320 und Boing 737 untergestellt und gewartet werden – was gutes Geld einbrächte. Da bislang aber nur Sichtflug möglich ist, landen solche großen Flugzeuge hier nicht. Seit Jahren kämpft der Flugplatz Neuhardenberg um die Genehmigung für Starts und Landungen via Instrumentenflug (GPS). „Das erhöht die Flugsicherheit für uns auf dem Boden und für die Piloten am Himmel, egal ob im Jet oder im Ultraleichtflugzeug“, erklärt Hädicke. Deutschland hinke da weit hinterher, der Airport fühlt sich abgehängt, weil alles nur auf den BER schaut. „Wir werden hier kleingehalten“, schimpft Hädicke. 2018 habe man mit der Oberen Luftfahrtbehörde Gespräche neu aufgenommen. „Wir sind dankbar, dass Politiker wie Kristy Augustin und Hans-Georg von der Marwitz uns dabei unterstützt haben.“ Tiefflugzonen seien auch kein Problem für die Bundeswehr, sagte Ministerin von der Leyen zu und öffnete damit wichtige Türen bei der Flugsicherung.

„Aber ansonsten sind wir für die Politik des Landes halt nicht so im Fokus wie die Lausitz.“ Alle Wirtschaftsminister hatte man schon hier, etliche ausländische Gäste und Investoren, die sich dann auf anderen Flugplätzen niedergelassen haben. „Millionenprojekte sind an Neuhardenberg vorbeigegangen“, sagt Hädicke. Dabei habe man schon für die höhere Taktung der Ostbahn und die Erneuerung der L 36 erfolgreich gekämpft, um Mitarbeiter hier gut anzubinden. Schließlich sehe sich der Airport als Dienstleister beiderseits der Oder. Umso mehr ärgert Hädicke, dass im neuen Landesentwicklungsplan der Flugplatz kaum auftauche. Man wolle nacharbeiten. Auch mit der Oberen Luftfahrtbehörde sowie der Flugsicherung seien bezüglich des Instrumenten-GPS im Frühjahr weitere Gespräche geplant.

2500 Starts und genauso viele Landungen von Kleinflugzeugen aus verschiedenen Ländern betreuten die 20 Mitarbeiter im  Vorjahr in Neuhardenberg, fügt Flugbetriebsleiter Volker Dabow an. Aktuell eignet sich das Wetter nicht für den Sichtflug. In den Hangars sind Flugzeuge geparkt, in der großen Halle ist noch Platz. Das die Landebahn umgebende Solarfeld rentiert sich, Hubschrauber-Shuttles nach Berlin werden angeboten, aktiv ist der Airport mit  anderen lokalen Flugplätzen auch im Flugverband FlyBB. Dazu betreut das Unternehmen die Wohnblöcke am Ortsrand in Richtung Wulkow, bietet Ferienspaß für Kinder an, unterstützt das Museum sowie die beiden Fliegerclubs auf dem Gelände und vermietet die riesige Flächen weiterhin für Events. Sogar Erlkönige (Autos) wurden hier schon getestet, Musikfestivals fanden statt. Auch 2019 wird der Flugplatz weiterhin mit dem Schloss Neuhardenberg zusammenarbeiten.

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