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Experte sorgte in den Letschiner Heimatstuben in Wort und Bild für lehrreichen und genussvollen Nachmittag

5000 Jahre Genuss
Von der Magie des Tees

Duftendes Gebräu: Hans-Bernd Böttger fachsimpelt mit Sören Poschitzki, Ursula Brückner und Marlies Arndt (v.l.).
Duftendes Gebräu: Hans-Bernd Böttger fachsimpelt mit Sören Poschitzki, Ursula Brückner und Marlies Arndt (v.l.). © Foto: Doris Steinkraus/MOZ
Doris Steinkraus / 10.02.2019, 20:25 Uhr
Letschin (MOZ) Einen lehrreichen Ausflug in die Welt und die Magie des Tees erlebten die Besucher am Sonnabendnachmittag in den Letschiner Heimatstuben. Mit Hans-Bernd Böttger aus Berlin war ein Experte zu Gast, der es verstand, die Gäste auf eine spannende Reise mitzunehmen.

Von wegen Blüten- oder Pfefferminztee. Auch, wer sich Kamille oder sonstige Früchteextrakte aufbrüht, genießt keinen Tee, sondern lediglich einen Aufguss, stellt Hans-Bernd Böttger gleich zu Beginn klar. Dagegen sei freilich nichts einzuwenden, aber Tee sei nun mal Tee. Der habe eine 5000 Jahre alte Kulturgeschichte und mit diesen Aufgußgetränken nichts zu tun. Das seien letztlich „teeähnliche Produkte“, betont Böttger.

In seiner Jugend habe er mit Gleichaltrigen einen Tee-Club gegründet. „Und bald festgestellt, dass viele Menschen wenig über den Tee wissen“, erzählt der 68-Jährige. Bei ihm war damit das Interesse geweckt. Es hält seit mehr als 30 Jahren an. Mittlerweile hat der promovierte Mathematiker sogar das weltweit erste systematische Teelexikon verfasst.

Der Ursprung des Tees liege wahrscheinlich im Raum Südchina und Laos, erfahren die Besucher. Noch heute gebe es in China Teebäume, die mehr als 3000 Jahre alt sind. Heute werde Tee vor allem von Büschen geerntet. Auf der Leinwand zeigt er Bilder von riesigen Anlagen, die zwar Teegärten genannt, aber letztlich Tee-Plantagen seien. Bis heute werde hochwertiger Tee per Hand gepflückt. Ausnahme bilde Japan. Dort wurde eine spezielle Maschine entwickelt, die die auf Form geschnittenen Teebüsche aberntet. Verarbeitet werden ausschließlich die Spitzen und oberen Blätter. Je weniger Blätter, desto höherwertig der Tee, erklärt der Experte.

Und trotz der Sortenvielfalt handele es sich immer um schwarzen Tee. Der wird zu gelben, weißen, dunklen oder grünen Tee verarbeitet, enthält mehr als 200 organische Geschmacksstoffe.  Bis zu 1000 Euro könne ein Kilo Tee kosten. Der Verzehr wird in vielen Ländern förmlich zelebriert.

Und die Teebeutel aus den üblichen Handelspackungen? Hans-Bernd Böttgers runzelt die Stirn. Die seien natürlich für die schnelle Zubereitung in Ordnung, aber einen echten Genuss erlebe man dabei nicht. Auch nicht, wenn man ihn süßt, sei es mit Zucker, Konfitüre oder Honig. „Das ist, als ob man in eine Flasche guten Rum Zucker mischt“, sagt er lachend.

Natürlich gibt es auch viele Tipps für den heimischen Tee-Genuss: Immer frisches (nie schon mal gekochtes) und weiches Wasser verwenden (ist es zu hart, dann filtern), nicht zu lange brühen (auch wenn bis zu fünf Minuten drauf stehen, es eher bei drei bis vier Minuten belassen, weil sonst die Bitterstoffe durchkommen), am besten losen Tee verwenden, nach dem Ziehen den Teesatz unbedingt entfernen. Nach seinem Vortrag gibt es Kostproben, Assam-Tee zum Beispiel, die Sorte Bio-Nepal und Jade Oolong als eine Variante des grünen Tees. „Schmecken alle wunderbar“, schwärmt Ursula Brückner aus Ortwig. Sie sei gar nicht die große Teeliebhaberin, habe aber mal etwas darüber hören wollen. Und ist froh, gekommen zu sein. Versüßt mit einmal mehr von Gabi Axmann am Morgen frisch gebackenen Kuchen wird es ein perfekter Genuss-Nachmittag.

Der Leiter der Heimatstuben, Edgar Petrick, dankt Hans-Bernd Böttger mit Blumen. Der Berliner Tee-Experte ist ein guter Freund seines Vorgängers Detlef Mallwitz. Als der 2017 verabschiedet wurde, war auch Böttger dabei. „Er bot damals an, bei uns mal zu diesem Thema einen Vortrag zu halten. Heute löst er sein Versprechen ein“, berichtet Petrick. Die Idee kam bestens an, wie die Gäste reihum versichern.

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