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Werner Weiß aus Frankfurt berichtet im Haus Lebuser Land über die Entwicklung der Greifvögel-Bestände in der Region

Heimische Arten
Von Gejagten zu Geschützten

Vogelkenner: Der Naturforscher und Vogelliebhaber Werner Weiß berichtete in einem Vortrag im Haus Lebuser Land über seine 60-jährigen Greifvogelbeobachtungen in der Region.
Vogelkenner: Der Naturforscher und Vogelliebhaber Werner Weiß berichtete in einem Vortrag im Haus Lebuser Land über seine 60-jährigen Greifvogelbeobachtungen in der Region. © Foto: Ingo Mikat
Ingo Mikat / 11.02.2019, 07:00 Uhr
Lebus (MOZ) Naturforscher- und Naturliebhaber Werner Weiß  hielt auf Einladung des Heimatvereins der Stadt einen Vortrag über heimische Greifvögel. Im Haus Lebuser Land reichten am Freitagabend kaum die Stühle, so viele Lebuser und Gäste aus der gesamten Region interessierten sich für die Veranstaltung.

Der Heimatvereinsvorsitzende Günter Fehling stellte den Referenten als guten Freund des Heimatvereins vor. Schon seit vielen Jahren gestaltet der Frankfurter in Lebus Naturvorträge und Exkursionen.

Werner Weiß, der seine Naturbeobachtungen in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts begann und in vier Büchern veröffentlichte, griff auch diesmal wieder auf seinen reichen Erlebnisschatz als Naturforscher zurück. Seine Ausführungen begann er mit einem Rückblick auf die Zeit, als unsere Vorfahren noch Greifvögel als Raubvögel stigmatisierten und systematisch jagten. Nur sehr langsam setzte sich der Naturschutzgedanke auch für diese für das Gleichgewicht der Natur wichtigen Vögel durch. In den 1960er Jahren starben sie, wie er beschrieb, in Deutschland beinahe aus.

Ein konsequenter Artenschutz und der Einsatz vieler Naturfreunde für die Sicherung und Erhöhung ihrer Population zeigten erst viele Jahrzehnte später Erfolge. So siedelten sich beispielsweise im Jahr 2017 wieder in 197 Revieren Seeadler an. Auch bei der Wiesenweihe konnten Naturfreunde durch Nestplatzschutz ein Aussterben verhindern. Andere Arten, wie die Kornweihe, fanden jedoch keinen Lebensraum mehr. Werner Weiß beschrieb die Lebensweise von Bussard, Rohrweihe, Fischadler, Rotmilan und weiteren Greifvögeln. Er sprach auch über neue Bedrohungen für die Population der Vögel durch Landschaftsveränderungen und industrielle Landwirtschaft. Die Rotoren der gegenwärtig bereits über 4000 in Brandenburg errichteten Windkraftanlagen erreichen an ihren Enden Geschwindigkeiten von über 200 km/h. Darauf seien viele Vogelarten nicht vorbereitet. Zugleich gingen Feuchtgebiete zurück und stünden immer weniger unbearbeitete Feldränder zur Verfügung. Für den Schutz und die Erhaltung der Tierwelt, so Werner Weiß, sei ein Miteinander von Naturschützern und Landwirten nötig, um weitere Erfolge zu erzielen. Der Frankfurter verstand es, den Zuhörern faszinierende Einblicke in die Welt der Brandenburger Greifvögel zu vermitteln. Für seinen lebendigen und mit zahlreichen Fotos illustrierten Vortrag  erhielt er herzlichen Applaus.

Im Jahrbuch 2019 des Kreises, erhältlich in den Touristinfos, schreibt Werner Weiß über den Bienenfresser.

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