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Regionaler „Tag der Dörfer“ ermutigt Bürgermeister, Ortsvorsteher und andere Engagierte

Landleben
Starke Lobby des Landlebens

Heike Mildner / 26.02.2019, 07:00 Uhr
Golzow (MOZ) Etwa 50 Aktive aus  ostbrandenburgischen Gemeinden trafen sich am Sonnabend zum „Tag der Dörfer“ im Gemeindezentrum Golzow. Es ging um den Austausch von Ideen für ein gutes Leben auf dem Lande, um die Sinnhaftigkeit der Teilnahme an Wettbewerben und die Empfehlungen der Enquete-Kommission für die ländlichen Regionen.

Eingeladen hatten die LAG Märkische Seen und die Gemeinde Golzow. Gekommen waren Ortsbürgermeister, Ortsbeiräte und andere, die sich für ein gutes Leben in ihrer Gemeinde engagieren: in Treplin, Heinersdorf, Angermünde, Neutrebbin, Reichenow, Neuendorf im Sande – die Herkunftsorte der Teilnehmer zu nennen, würde den Rahmen sprengen. Fakt ist: Sie kamen freiwillig und in ihrer Freizeit nach Golzow, um sich  neue Anregungen und Ideen für ihre Arbeit in den ländlichen Räumen, die sie mitgestalten, zu holen.

Golzows Bürgermeister Frank Schütz, der seit Dezember vergangenen Jahres auch Vorsitzender der Dorfbewegung ist, moderierte den Vormittag. Werner Mielenz, Neutrebbins Bürgermeister des familienfreundlichsten Dorfes Brandenburgs 2018 (die beiden besserplatzierten des Wettbewerbs waren Städte) machte den Anfang.

Wie sinnvoll ist die Teilnahme an Wettbewerben und wie ist sie am besten zu bewerkstelligen? Was bringt sie? „Ganz, ganz viel!“, ist Mielenz überzeugt. Man richte seinen Blick notwendigerweise auf das Positive im Dorf, und es gehe einmal nicht um Geld, sondern das Vorhandene zu würdigen und ins rechte Licht zu setzen. Eine Familie, die schon immer ein Blumenbeet im Dorf pflegt, wird auf einmal wertgeschätzt; ein Sammler, der sonst im Privaten agiert, ins Rampenlicht gestellt. Für die Sondierung, was vom Dorf man vorstellen möchte, braucht man zeitlichen Vorlauf, viele Gespräche und mindestens eine Handvoll Aktive, so Mielenz.

Grit Körmer von der LAG Märkische Seen informierte über die „Akademie der Dorfhelden“, die von Schloss Trebnitz aus wirkt und Aktive bei der Umsetzung ihrer Vorhaben unterstützt: durch Beratung, Vernetzung und Weiterbildung. Das Projekt wird 2019 höchstwahrscheinlich weitergeführt. Am 15. März soll es eine Auftaktveranstaltung geben.

Mit Spannung erwartet wurde der Bericht von Bettina Fortunato, die als Mitglied des Landtages für die Linken auch in der  Enquete-Kommission für die ländlichen Regionen mitarbeitet. Die Kommission, die 2015 eingesetzt wurde und seitdem alle Landkreise besuchte (nachzulesen unter www.dialog.landtag.brandenburg.de/), hatte tags zuvor ihre letzte auswärtige Sitzung durchführt.

Nun geht es um die Formulierung des Abschlussberichts, der Ende April der Landesregierung übergeben wird, und Handlungshinweise zur Entwicklung ländlicher Infrastruktur enthält: ärztliche Versorgung, Beteiligungskultur, Ortsteilbudget, Stärkung der Rechte von Ortsbeiräten, Mobilität ... Sechs Arbeitsgruppen habe es gegeben, der Abschlussbericht werde etwa hundert Seiten stark sein – ohne Fotos – und nach der Landtagswahl hoffentlich nicht in einer Schublade verschwinden, so Bettina Fortunato.

Zum Thema Mobilität kam dann noch ein bereits nutzbares Angebot aus Prädikow: Benjamin Schaarwächter stellte die Smartphone-App „pampa“ vor, die hilft, sich in MOL mit dem privaten Auto mitzunehmen (www.pampa-mitfahren.de). In Golzow konnte man sie sich allerdings nicht direkt herunterladen, weil das Netz zu schwach war.

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