Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Mit Mitteln aus Staats-Kirchenvertrag beginnt in diesem Jahr die Rettung / Gemeinde Zeschdorf und Verein helfen

Denkmal
Döbberins Kirche ist Sanierungsfall

Ines Weber-Rath / 28.02.2019, 07:00 Uhr
Döbberin (MOZ) Die denkmalgeschützte Döbberiner Dorfkirche soll ab diesem Jahr mit Mitteln aus dem Staats-Kirchenvertrag saniert werden. Für die Sicherung hatten sich vor allem die Mitglieder des örtlichen Heimat- und Kulturvereins stark gemacht.

Die Feuchtigkeit ist die Wände hinauf gekrochen. Das ist sowohl an den Außenmauern des Kirchenschiffs zu sehen als auch im Innern, wo sich die Salpeter-Ausblühungen großflächig auf den Wänden abzeichnen. Doch die schlimmsten Schäden sind auf den ersten Blick nicht zu sehen – die im Dachbereich des imposanten Kirchturms.

„Im Zuge des Einbaus der neuen Turmuhr ist im Sommer 2017 festgestellt worden, dass am Gesimskasten die Steine locker sind“, erinnert sich Döbberins Ortsvorsteher Mario Hartmann. Er ist Mitglied im Heimat- und Kulturverein des Dorfes, in dem es eine Initiativgruppe „Kirche“ gibt. Deren Engagement und Spendensammeln ist es maßgeblich zu danken, dass bis 2015 die Sauerorgel der Kirche restauriert werden konnte. Von der Gefahr, die vom Turm droht, zeugen Brocken braunen Backsteins, die neben der Eingangstür liegen. Und ein Birkenschössling, der übers Turmgesims ragt.

Die Initiativgruppe wandte sich ans Bauamt des Kirchenkreises Oderland-Spree. Dessen Baubeauftragte Petra Kobalz sei schon kurz danach, im Oktober 2017, erstmals in Döbberin gewesen, erinnert sich Sybille Börnert von der Initiativgruppe. Sie bestätigte die Befürchtung, dass das denkmalgeschützte Kleinod ein Sanierungsfall ist und gab ein Gutachten in Auftrag. Im Sommer vorigen Jahres lag das Sanierungskonzept für die im 16./17. Jahrhundert erbaute Kirche vor. Es sieht drei Bauabschnitte vor.

Am dringendsten sanierungsbedürftig ist demnach der 1779 in Ziegelbauweise nachträglich angebaute imposante Turm: Die gesamte Dacheindeckung, die vom Pilz befallene Tragkonstruktion und die Traufkante aus Kupferblech müssen erneuert werden. Die Bekrönung ist instand zu setzen, ein neuer Blitzschutz zu installieren.

Die Bauexperten des Kirchenkreises haben Unterstützung des Landes für das Vorhaben beantragt – und eine erste Zusage erhalten: Das Kulturministerium hat für den ersten Bauabschnitt Mittel aus dem Staats-Kirchenvertrag bewilligt. Insgesamt sollen bereits in diesem Jahr 179 600 Euro in die Sanierung des Döbberiner Kirchturms fließen. Voraussetzung war, dass auch die Kirchengemeinde zustimmt. Pfarrerin Rahel-Charlotte Mielke und der Gemeindekirchenrat hätten die 5000 Euro für die Erarbeitung das Sanierungskonzepts bewilligt, sagt Sybille Börnert. Insgesamt sind dem Konzept zufolge etwas mehr als eine halbe Million Euro für die Sanierung der Kirche nötig. Im zweiten und dritten Bauabschnitt sollen das Kirchenschiff samt Dach und die Innenwände erneuert werden. Auch die zu DDR-Zeiten eingezogene weiße Holz-Kassetten-Decke soll verschwinden.

Zeschdorfs Gemeindevertreter haben in ihrer Beratung in der vorigen Woche Unterstützung für das Vorhaben signalisiert und 5000 Euro für den zu erbringenden Eigenanteil bewilligt. 2008 hatte die Gemeinde schon einmal 10 000 Euro für die Orgel gespendet. Grundlage ist der 2008 zwischen der Kommune und Kirchengemeinde geschlossene Nutzungsvertrag. Seitdem finden in der Kirche Konzerte, Lesungen und andere Veranstaltungen statt.

Wie wichtig den Döbberinern die Sicherung und Sanierung ihrer Kirche ist, das hat die Vorsitzende des Heimat- und Kulturvereins, Helke Balz, in einem Video deutlich gemacht. Für den hatte sie Dorfbewohner befragt. Der Film war dem Fördermittelantrag beigelegt worden. Außerdem stellt auch der Verein 1000 Euro zur Verfügung.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG