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In sechs von sieben Losen im Kreis will E.discom im ersten Halbjahr beginnen / Strausberg steigt verspätet ein

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Breitbandausbau in Startlöchern

Bunte Kabel eines Kabelnetzbetreibers sind in Potsdam zu sehen.
Bunte Kabel eines Kabelnetzbetreibers sind in Potsdam zu sehen. © Foto: Ralf Hirschberger/dpa
Doris Steinkraus / 14.03.2019, 07:30 Uhr - Aktualisiert 14.03.2019, 08:04
Seelow (MOZ) Das 160-Millionen Euro umfassende Programm für den flächendeckenden Breitbandausbau im Landkreis steht in den Startlöchern. Im ersten Halbjahr sollen die Bauarbeiten beginnen, hieß es im Wirtschaftsausschuss des Kreistages. Auch Strausberg will nun dabei sein.

Die Millionen-Bauaufträge für alle sieben Lose sind vom Kreistag vergeben. Sechs davon realisiert die E.discom, das größte, Los 6 im randberliner Bereich, die Telekom. Der Beigeordnete Rainer Schinkel (SPD) wartete im Wirtschaftsausschuss mit einer faustdicken Überraschung auf. Denn in allen Planungen war die Stadt Strausberg bisher außen vor, wollte das von Bund und Land geförderte Programm allein stemmen. "Jetzt ist die Stadt an den Kreis heran getreten, um ebenfalls unter unserer Federführung den Breitbandausbau zu sichern", erklärte Schinkel. Die Beraterleistungen habe Strausberg bereits gefördert bekommen. Man sei bereit, jetzt einzusteigen und die Koordinierung zu übernehmen. Allerdings: "Nicht im Rahmen des im Dezember 2018 vom Kreistag beschlossenen Pakets, sondern als neuen separaten Antrag", machte Schinkel deutlich. Das heiße letztlich auch, dass der Ausbau sich in der Stadt verzögert. Strausberg habe zugesichert, die Eigenanteile zu übernehmen. Hintergrund für den Schritt sei, dass der Verwaltung das personelle und technische Know-how fehlen.

Für alle anderen Kommunen, für die der Landkreis auch den Eigenanteil von rund zehn Millionen Euro übernimmt, rückt der Breitbandausbau in greifbare Nähe. Im ländlichen Bereich zwischen Bad Freienwalde, Letschin, Golzow und Müncheberg wird er sogar zeitiger starten als im größten Los 6. Am 28. Januar sind alle Verwaltungen der Kommunen in den sechs betreffenden Losen, für die E.discom den Zuschlag erhalten hatte, in einer Veranstaltung im Kreishaus informiert worden. Da E.discom eigenwirtschaftlich bereits einige Glasfaserleitungen verlegt hat – zum Beispiel 2018 in Küstrin-Kietz –, sei das Unternehmen weiter als die Telekom im Los 6. Für die Kommunen dieses Loses findet am 8. April die sogenannte Kick-off-Veranstaltung statt. Dazu werden die jeweiligen hauptamtlichen Bürgermeister und Amtsdirektoren eingeladen.

Rainer Schinkel verwies darauf, dass es jetzt bei der Umsetzung auf alle kommunalen Verwaltungen ankomme. Derzeit laufe die Feinplanung durch E.discom. Dafür habe der Kreis bereits Unterlagen bereitgestellt. Es werde eine Reihe von zu nehmenden Hürden geben, wie die Durchquerung von Schutzgebieten und Denkmalbereichen. Seitens der zu beteiligenden Ämter in der Kreisverwaltung sei abgestimmt, dass die Bauplanungsunterlagen zügig bearbeitet werden.

Wann die Bauleute wo starten, ist am 28. Januar mitgeteilt worden. Nach jetzigem Stand werden die meisten Ausbauprojekte durch die E.discom in diesem Jahr gestartet, einige allerdings auch erst in den Folgejahren – Müncheberg, Waldsieversdorf, Zechin, Seelow, Gorgast und Wriezen 2020, Alttrebbin, Neureetz, Sophienthal, Lebus, Platkow und Pritzhagen 2021 sowie Klosterdorf, Golzow, Lietzen und Kiehnwerder 2022.

Sobald die Feinplanung steht und die Baugenehmigungen erteilt sind, werde man die Daten zum Breitbandausbau im Geo-Portal des Kreises aktualisieren, versicherte Danny Wollank aus dem Wirtschaftsamt im Nachgang der Beratung. Jeder Hauseigentümer kann bereits jetzt selbst in diesem Portal (www.maerkisch-oderland.de) prüfen, ob sein Grundstück einbezogen ist. "Wir gehen von einer flächendeckenden Versorgung aus", versicherte Wollank. "Auch in den Loose-Gehöften wie rund Seelow." Die Glasfasern würden in jedem Falle verlegt.

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